Tag: Auslaufmodell

  • Wie Versicherer Vertrauen verspielen

    Wie Versicherer Vertrauen verspielen

    Jetzt ist es amtlich – der Lebensversicherer Axa trennt sich teilweise von seinem Versicherten-Altbestand. Schön für Axa, schlecht für die Kunden. So verspielen Versicherer Vertrauen.

    „Für Versicherte, die sich für Jahrzehnte an einen Vertragspartner gebunden haben, sind solche Deals ein Schlag ins Gesicht“, bringt es Britta Langenberg von „Finanzwende“ auf den Punkt. Worum geht es? „Axa Deutschland plant, einen Teilbestand von rund 900 Tausend konventionellen Lebens- und Rentenversicherungsverträgen an den Versicherer Athora Deutschland zu übertragen, der auf die Verwaltung geschlossener Bestände spezialisiert ist“, so die nüchterne Presseinfo des Versicherungskonzerns.

    Vertrauen verspielt

    Die Branche wiegelt ab, was die Risiken eines solchen Verkaufs von Versicherungspolicen an sogenannte Run-offs betrifft. Für die Kundschaft sei der Verkauf „kein Problem“, so der Branchenverband GDV. Britta Langenberg hat da andere Erfahrungen gemacht: „Tatsächlich weisen viele Gesellschaften in Abwicklung, auch bei Viridium, die mit Abstand höchsten Kundenbeschwerdequoten bei der Finanzaufsicht BaFin auf“.

    Originalton GDV:

    Wenn eine Versicherungsgesellschaft ihren Vertragsbestand an eine andere verkauft – wie aktuell der Lebensversicherer Zurich an Viridium – ist das für Kundinnen und Kunden kein Problem. Der sogenannte „Run-Off“ bietet sogar Chancen.

    Die Abwickler müssen sich an die vertraglichen vereinbarten Garantien halten, aber Überschussbeteiligungen können Versicherte schlichtweg vergessen. Aber die meisten Interessenten, haben doch eine Versicherung wegen der in Aussicht gestellten Überschussbeteiligungen abgeschlossen, die ihnen der Makler damals versprochen hatte. Davon ist jetzt keine Rede mehr. „So liegt die laufende Gutschrift ehemaliger Generali-Kunden (Generali hat ihre Altbestände auch an ein Run-off verkauft) bis heute wie ein Brett bei kargen 1,25 Prozent“, erinnert die Finanzjournalistin.

    Originalton GDV:

    Der Lebensversicherer, der die Verträge übernimmt, führt die Lebensversicherungsverträge der Kundinnen und Kunden zu den vertraglich vereinbarten Konditionen bis zum Ende der Laufzeit fort. Die Versicherten erhalten auch zukünftig alle garantierten Leistungen, also insbesondere die garantierten Kapital- und Rentenzahlungen. Darüber hinaus werden Kunden unverändert an den anfallenden Überschüssen beteiligt. Dies ist im Versicherungsaufsichtsgesetz geregelt. Sämtliches Vermögen inklusive der zugehörigen Bewertungsreserven, das mit den Prämienzahlungen des Versichertenkollektivs geschaffen wurde, bleibt diesem Kollektiv erhalten.

    Mit diesen Deals habe Axa Vertrauen „allemal verspielt“, so Langenbergs Resümee. „Wer will sich schon 30 Jahre an einen Partner binden, der sich in schwierigen Zeiten aus der Pflicht stiehlt?“

    Was ist ein Run-off?

    Ein Run-off ist dem Versicherungsverband GDV zufolge:

    Eine Versicherungsgesellschaft im so genannten „Run-off“ ist eine Gesellschaft, die kein Neugeschäft mehr betreibt. Der vorhandene Bestand an Versicherungsverträgen wird wie vertraglich vereinbart bis zum Ende der Laufzeit fortgeführt. Da keine neuen Verträge hinzukommen, reduziert sich der Bestand nach und nach und läuft aus.

    Abwicklung wird zum Normalfall

    Dazu Gansel Rechtsanwälte

    Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat bereits im vergangenen Jahr 34 von 84 Lebensversicherer unter eine “intensivierten Aufsicht” gestellt, weil diese mittel- bis langfristig mit finanziellen Schwierigkeiten zu rechnen hätten. Die Abwicklung von Versicherungsbeständen wird von vielen Befürworten hier bereits als eine Branchen-Lösung vorgestellt, die Lebensversicherer langfristig entlasten könnte.

    Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

  • Sprung ins kalte Wasser für Versicherungskunden

    Sprung ins kalte Wasser für Versicherungskunden

    Generali, Zurich – und jetzt Axa. Die Versicherer wollen mit klassischen Lebensversicherungen nichts mehr zu tun haben und lagern die Bestände aus. Für Kunden kommt das einem Sprung ins kalte Wasser gleich.

    Aktuell stößt der Schweizer Versicherer Zurich mehreren hunderttausend Lebensversicherungsverträgen ab, weil er darin ein Auslaufmodell sieht – und er ist nicht der einziger. Jetzt will offensichtlich auch Axa ihre Leben-Altbestände loswerden und per Run-off an einen Finanzinvestor abtreten, wie der „Versicherungsbote“ berichtet. Es gehe um Policen mit einem verwalteten Vermögen in Höhe von 15 Milliarden Euro. Lässt Axa damit seine Kunden ins kalte Wasser springen?

    Aus für klassische Lebensversicherung

    Mit klassischen Lebensversicherungen lässt sich eben kein Geschäft mehr machen – der sechsjährigen Nullzinsphase geschuldet. Axa geht damit den Weg anderer Lebensversicherer wie Generali, Zurich,Arag, Mannheimer und Ergo. Das Problem sind die hohen Garantiezusagen für Altkunden, die am Kapitalmarkt nicht mehr zu erwirtschaften sind. Deswegen trennen sich die Versicherer von den Altbestände in Form von Run-offs.

    Was ist ein Run-off?

    Ein Run-off ist dem Versicherungsverband GDV zufolge:

    Eine Versicherungsgesellschaft im so genannten „Run-off“ ist eine Gesellschaft, die kein Neugeschäft mehr betreibt. Der vorhandene Bestand an Versicherungsverträgen wird wie vertraglich vereinbart bis zum Ende der Laufzeit fortgeführt. Da keine neuen Verträge hinzukommen, reduziert sich der Bestand nach und nach und läuft aus.

    Sprung ins kalte Wasser

    Bei Axa geht es laut „Versicherungsbote“ um Leben-Policen mit Verbindlichkeiten in Höhe von 15 Milliarden Euro. Käufer soll der Finanzinvestor Apollo Global Management sein, eine Beteiligungsgesellschaft. Mit der Firmentochter Athora habe Apollo bereits einen Bestandsabwickler in Besitz, der unter anderem die Altbestände der Basler Leben und der Delta Lloyd verwaltet.

    Axa selbst wolle den Deal nicht bestätigen, aber die Branche spricht schon seit längerem hinter vorgehaltener Hand über Axas Pläne. Der „Versicherungsbote“ verweist auf einen „Handelsblatt“-Bericht, wonach vor allem die hohe Zahl an hochverzinsten Altverträgen im Portfolio der Axa problematisch sei.

    Dazu Gansel Rechtsanwälte

    Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat bereits im vergangenen Jahr 34 von 84 Lebensversicherer unter eine “intensivierten Aufsicht” gestellt, weil diese mittel- bis langfristig mit finanziellen Schwierigkeiten zu rechnen hätten. Die Abwicklung von Versicherungsbeständen wird von vielen Befürworten hier bereits als eine Branchen-Lösung vorgestellt, die Lebensversicherer langfristig entlasten könnte.

    Quelle: AXA

  • Versicherungen sind ein Auslaufmodell

    Versicherungen sind ein Auslaufmodell

    Der Schweizer Versicherer Zurich stößt mehreren hunderttausend Lebensversicherungsverträgen ab, weil er darin ein Auslaufmodell sieht – übrigens nicht als einziger.

    Die Zurich Versicherung überträgt 720 000 Verträge der Konzerntochter Zurich Deutscher Herold an den Abwickler Viridium aus Neu-Isenburg – alles klassische Verträge mit Garantiezins und einem verwalteten Vermögen von rund 21 Milliarden Euro. Die Zurich-Kunden müssen sich dann mit Viridium herumschlagen. Die Übertragung steht noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Finanzaufsicht Bafin.

    Auslaufmodell Lebensversicherung

    Angesichts einer sechsjährigen Nullzinsphase ist die Lebensversicherung ein Auslaufmodell. Zurich geht damit den Weg anderer Lebensversicherer wie Generali, Arag, Mannheimer und Ergo.

    Das Problem sind die hohen Garantiezusagen für Altkunden, die am Kapitalmarkt nicht mehr zu erwirtschaften sind. Die Versicherungen überreden Kunden, auf Garantien teilweise zu verzichten und drängen sie zu fondsgebundenen Verträgen.

    Dazu Gansel Rechtsanwälte

    Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat bereits im vergangenen Jahr 34 von 84 Lebensversicherer unter eine “intensivierten Aufsicht” gestellt, weil diese mittel- bis langfristig mit finanziellen Schwierigkeiten zu rechnen hätten. Die Abwicklung von Versicherungsbeständen wird von vielen Befürworten hier bereits als eine Branchen-Lösung vorgestellt, die Lebensversicherer langfristig entlasten könnte.

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