Tag: Lebensversicherung

  • Wie Versicherer Vertrauen verspielen

    Wie Versicherer Vertrauen verspielen

    Jetzt ist es amtlich – der Lebensversicherer Axa trennt sich teilweise von seinem Versicherten-Altbestand. Schön für Axa, schlecht für die Kunden. So verspielen Versicherer Vertrauen.

    „Für Versicherte, die sich für Jahrzehnte an einen Vertragspartner gebunden haben, sind solche Deals ein Schlag ins Gesicht“, bringt es Britta Langenberg von „Finanzwende“ auf den Punkt. Worum geht es? „Axa Deutschland plant, einen Teilbestand von rund 900 Tausend konventionellen Lebens- und Rentenversicherungsverträgen an den Versicherer Athora Deutschland zu übertragen, der auf die Verwaltung geschlossener Bestände spezialisiert ist“, so die nüchterne Presseinfo des Versicherungskonzerns.

    Vertrauen verspielt

    Die Branche wiegelt ab, was die Risiken eines solchen Verkaufs von Versicherungspolicen an sogenannte Run-offs betrifft. Für die Kundschaft sei der Verkauf „kein Problem“, so der Branchenverband GDV. Britta Langenberg hat da andere Erfahrungen gemacht: „Tatsächlich weisen viele Gesellschaften in Abwicklung, auch bei Viridium, die mit Abstand höchsten Kundenbeschwerdequoten bei der Finanzaufsicht BaFin auf“.

    Originalton GDV:

    Wenn eine Versicherungsgesellschaft ihren Vertragsbestand an eine andere verkauft – wie aktuell der Lebensversicherer Zurich an Viridium – ist das für Kundinnen und Kunden kein Problem. Der sogenannte „Run-Off“ bietet sogar Chancen.

    Die Abwickler müssen sich an die vertraglichen vereinbarten Garantien halten, aber Überschussbeteiligungen können Versicherte schlichtweg vergessen. Aber die meisten Interessenten, haben doch eine Versicherung wegen der in Aussicht gestellten Überschussbeteiligungen abgeschlossen, die ihnen der Makler damals versprochen hatte. Davon ist jetzt keine Rede mehr. „So liegt die laufende Gutschrift ehemaliger Generali-Kunden (Generali hat ihre Altbestände auch an ein Run-off verkauft) bis heute wie ein Brett bei kargen 1,25 Prozent“, erinnert die Finanzjournalistin.

    Originalton GDV:

    Der Lebensversicherer, der die Verträge übernimmt, führt die Lebensversicherungsverträge der Kundinnen und Kunden zu den vertraglich vereinbarten Konditionen bis zum Ende der Laufzeit fort. Die Versicherten erhalten auch zukünftig alle garantierten Leistungen, also insbesondere die garantierten Kapital- und Rentenzahlungen. Darüber hinaus werden Kunden unverändert an den anfallenden Überschüssen beteiligt. Dies ist im Versicherungsaufsichtsgesetz geregelt. Sämtliches Vermögen inklusive der zugehörigen Bewertungsreserven, das mit den Prämienzahlungen des Versichertenkollektivs geschaffen wurde, bleibt diesem Kollektiv erhalten.

    Mit diesen Deals habe Axa Vertrauen „allemal verspielt“, so Langenbergs Resümee. „Wer will sich schon 30 Jahre an einen Partner binden, der sich in schwierigen Zeiten aus der Pflicht stiehlt?“

    Was ist ein Run-off?

    Ein Run-off ist dem Versicherungsverband GDV zufolge:

    Eine Versicherungsgesellschaft im so genannten „Run-off“ ist eine Gesellschaft, die kein Neugeschäft mehr betreibt. Der vorhandene Bestand an Versicherungsverträgen wird wie vertraglich vereinbart bis zum Ende der Laufzeit fortgeführt. Da keine neuen Verträge hinzukommen, reduziert sich der Bestand nach und nach und läuft aus.

    Abwicklung wird zum Normalfall

    Dazu Gansel Rechtsanwälte

    Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat bereits im vergangenen Jahr 34 von 84 Lebensversicherer unter eine “intensivierten Aufsicht” gestellt, weil diese mittel- bis langfristig mit finanziellen Schwierigkeiten zu rechnen hätten. Die Abwicklung von Versicherungsbeständen wird von vielen Befürworten hier bereits als eine Branchen-Lösung vorgestellt, die Lebensversicherer langfristig entlasten könnte.

    Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

  • Sprung ins kalte Wasser für Versicherungskunden

    Sprung ins kalte Wasser für Versicherungskunden

    Generali, Zurich – und jetzt Axa. Die Versicherer wollen mit klassischen Lebensversicherungen nichts mehr zu tun haben und lagern die Bestände aus. Für Kunden kommt das einem Sprung ins kalte Wasser gleich.

    Aktuell stößt der Schweizer Versicherer Zurich mehreren hunderttausend Lebensversicherungsverträgen ab, weil er darin ein Auslaufmodell sieht – und er ist nicht der einziger. Jetzt will offensichtlich auch Axa ihre Leben-Altbestände loswerden und per Run-off an einen Finanzinvestor abtreten, wie der „Versicherungsbote“ berichtet. Es gehe um Policen mit einem verwalteten Vermögen in Höhe von 15 Milliarden Euro. Lässt Axa damit seine Kunden ins kalte Wasser springen?

    Aus für klassische Lebensversicherung

    Mit klassischen Lebensversicherungen lässt sich eben kein Geschäft mehr machen – der sechsjährigen Nullzinsphase geschuldet. Axa geht damit den Weg anderer Lebensversicherer wie Generali, Zurich,Arag, Mannheimer und Ergo. Das Problem sind die hohen Garantiezusagen für Altkunden, die am Kapitalmarkt nicht mehr zu erwirtschaften sind. Deswegen trennen sich die Versicherer von den Altbestände in Form von Run-offs.

    Was ist ein Run-off?

    Ein Run-off ist dem Versicherungsverband GDV zufolge:

    Eine Versicherungsgesellschaft im so genannten „Run-off“ ist eine Gesellschaft, die kein Neugeschäft mehr betreibt. Der vorhandene Bestand an Versicherungsverträgen wird wie vertraglich vereinbart bis zum Ende der Laufzeit fortgeführt. Da keine neuen Verträge hinzukommen, reduziert sich der Bestand nach und nach und läuft aus.

    Sprung ins kalte Wasser

    Bei Axa geht es laut „Versicherungsbote“ um Leben-Policen mit Verbindlichkeiten in Höhe von 15 Milliarden Euro. Käufer soll der Finanzinvestor Apollo Global Management sein, eine Beteiligungsgesellschaft. Mit der Firmentochter Athora habe Apollo bereits einen Bestandsabwickler in Besitz, der unter anderem die Altbestände der Basler Leben und der Delta Lloyd verwaltet.

    Axa selbst wolle den Deal nicht bestätigen, aber die Branche spricht schon seit längerem hinter vorgehaltener Hand über Axas Pläne. Der „Versicherungsbote“ verweist auf einen „Handelsblatt“-Bericht, wonach vor allem die hohe Zahl an hochverzinsten Altverträgen im Portfolio der Axa problematisch sei.

    Dazu Gansel Rechtsanwälte

    Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat bereits im vergangenen Jahr 34 von 84 Lebensversicherer unter eine “intensivierten Aufsicht” gestellt, weil diese mittel- bis langfristig mit finanziellen Schwierigkeiten zu rechnen hätten. Die Abwicklung von Versicherungsbeständen wird von vielen Befürworten hier bereits als eine Branchen-Lösung vorgestellt, die Lebensversicherer langfristig entlasten könnte.

    Quelle: AXA

  • Versicherungen sind ein Auslaufmodell

    Versicherungen sind ein Auslaufmodell

    Der Schweizer Versicherer Zurich stößt mehreren hunderttausend Lebensversicherungsverträgen ab, weil er darin ein Auslaufmodell sieht – übrigens nicht als einziger.

    Die Zurich Versicherung überträgt 720 000 Verträge der Konzerntochter Zurich Deutscher Herold an den Abwickler Viridium aus Neu-Isenburg – alles klassische Verträge mit Garantiezins und einem verwalteten Vermögen von rund 21 Milliarden Euro. Die Zurich-Kunden müssen sich dann mit Viridium herumschlagen. Die Übertragung steht noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Finanzaufsicht Bafin.

    Auslaufmodell Lebensversicherung

    Angesichts einer sechsjährigen Nullzinsphase ist die Lebensversicherung ein Auslaufmodell. Zurich geht damit den Weg anderer Lebensversicherer wie Generali, Arag, Mannheimer und Ergo.

    Das Problem sind die hohen Garantiezusagen für Altkunden, die am Kapitalmarkt nicht mehr zu erwirtschaften sind. Die Versicherungen überreden Kunden, auf Garantien teilweise zu verzichten und drängen sie zu fondsgebundenen Verträgen.

    Dazu Gansel Rechtsanwälte

    Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat bereits im vergangenen Jahr 34 von 84 Lebensversicherer unter eine “intensivierten Aufsicht” gestellt, weil diese mittel- bis langfristig mit finanziellen Schwierigkeiten zu rechnen hätten. Die Abwicklung von Versicherungsbeständen wird von vielen Befürworten hier bereits als eine Branchen-Lösung vorgestellt, die Lebensversicherer langfristig entlasten könnte.

  • Lebensversicherung ist schlecht fürs Alter

    Lebensversicherung ist schlecht fürs Alter

    Ein Lebensversicherung kostet häufig mehr als sie bringt. Schön dumm, wer noch eine abschließt – egal ob privat oder betrieblich.

     An einer Lebensversicherung verdient vor allem der Versicherer, aber nicht der Kunde – auf diesen Nenner lässt sich ein Artikel von Dr. Guido Werner und Roland Paetzold im Bafin-Journal nachlesen. Die Bafin (Bundesanstalt für Finanzdienstaufsicht) hat sich in der März-Ausgabe das Thema „Lebensversicherung“ vorgenommen und kommt zu einem ernüchternden Ergebnis: Sie kosten zu viel und bringen zu wenig.

    Renditekiller Lebensversicherung

    In dem Artikel hat die Bafin die Lebensversicherer regelrecht „abgewatscht“, wie sich die „Süddeutsche Zeitung“ ausdrückt. Warum werden trotzdem immer noch so viele Versicherungen verkauft? Nun, weil die meisten Leute nicht rechnen können und sich von den Maklern beschwatzen lassen, die ihnen das Blaue vom Himmel versprechen. Wenn die Kunden im Alter dann auf die Auszahlung schauen, sind sie bitter enttäuscht über das, was nach jahrzehntelangem Sparen herausgekommen ist. Die Kosten haben die Rendite restlos aufgefressen. Sie hätten ihr Geld genauso gut unters Kopfkissen legen können – oder besser selbst investiert.

    Meist ein Minusgeschäft

    Im Bafin-Deutsch liest sich das so: „Bei allen Eintrittsalter-Laufzeit-Kombinationen gibt es Lebensversicherer, bei denen die Effektivkosten der meistverkauften fondsgebundenen Produkte oberhalb von vier Prozent liegen. Für die Versicherungsnehmerinnen und -nehmer bedeutet das: Erst wenn die zugrundeliegenden Kapitalanlagen entsprechend hohe Renditen erreichen, würden sie einen Anlagegewinn erzielen“. Das heißt umgekehrt, Kunden bekommen mit viel Glück gerade einmal das Geld heraus, das sie eingezahlt haben, denn langfristig erwirtschaften die meisten Versicherer kaum mehr als vier Prozent Rendite. Im schlechtesten Fall bekommen die Kunden sogar weniger als das Eingezahlte heraus – und haben mit ihrer Lebensversicherung ein Verlustgeschäft gemacht.

    2,35 Prozent Effektivkosten

    Was heißt das in Zahlen? Selbst wer schon in jungen Jahren, beispielsweise mit 37, einsteigt und lange (30 Jahre) per Lebensversicherung spart, ist der Dumme, denn die Effektivkosten liegen im Durchschnitt bei 1,9 Prozent. Wenn die Kapitalanlage des Versicherers nicht mindestens 1,9 Prozent bringt – und der Garantiezins ist zum 1. Januar 2022 auf 0,25 Prozent abgesenkt worden -, dann hat der Alterssparer Verlust gemacht. Nach Rechnung der „Süddeutschen“ bedeutet das: Bei 50.000 Euro macht das im Jahr 950 Euro aus, die die Versicherung einbehält – und das 30 Jahre lang, insgesamt 28.500 Euro. Wer eine schlechte Versicherung mit 2,35 Prozent Effektivkosten hat, zahlt sogar pro Jahr 1.175 Euro – bezogen auf 30 Jahre 35.250 Euro. Das Geld fehlt leider im Alter.

    Schwindel mit System

    Aber Versicherungen haben reichlich Vertriebler, die Interessenten und Kunden Policen schön rechnen – und die fallen millionenfach auf den Schwindel herein. All diese Makler und Vertriebsprofis werden von den Kunden bezahlt in Form von Provisionen. Die Versicherung verdient ebenfalls am Kunden: Sie legt das Geld der Kunden in Fonds an und bekommt von der Fondsgesellschaft eine Rückvergütung, einen sogenannten Kickback. Der Dumme bei dem Geschäft ist der Kunde. Damit nicht genug: „Schließlich überweist die Fondsgesellschaft bei 19 Prozent aller Verträge auch noch eine Vergütung direkt an den Vertrieb – erneut auf Rechnung der Endkundin“, wie die „Süddeutsche“ schreibt. Im Dezember 2021 sei bekannt geworden, dass Deutschlands größer Finanzvertrieb DVAG solche Kickbacks direkt von Fondsgesellschaften erhalten habe.

    Die Versicherer verstehen es blendend, ihre Kunden hinters Licht zu führen und vernebeln die tatsächlichen Kosten, wie der Fall DVAG gezeigt hat. Das kritisieren die beiden Autoren der Bafin. Die Finanzaufsicht kritisiert diesen Missstand zwar, hat aber jahrelang zugeschaut – und schaut weiter zu, wie Versicherungskunden geschröpft werden.

    Von der Krankenkasse geschröpft

    Übrigens, werden die Kunden ja nicht nur durch die Versicherung geschröpft, sondern am Ende auch noch durch die Krankenkassen, denn die will bei betrieblichen Lebensversicherungen, sprich Direktversicherungen, annähernd ein Fünftel der Auszahlungssumme, gemindert nur durch einen vom Verein der Direktversicherungsgeschädigten (DVG) erstrittenen Freibetrag von 164,50 Euro. Bei einer Auszahlungssumme von 50.000 Euro gehen bezogen auf zehn Jahre – so lange muss der Kunden zahlen – sind insgesamt 6.337,20 Euro an Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge weg. Von den 50.000 Euro bleiben gerade mal 43.662,80 Euro übrig.

    Es dürfte jedem klar, dass Direktversicherungen damit ein Verlustgeschäft geworden sind. Wer heute immer noch eine Direktversicherung abschließt, dem ist nicht mehr zu helfen. Nur Makler und Versicherer reiben sich die Hände und klopfen

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  • Lebensversicherung vernichtet Vermögen

    Lebensversicherung vernichtet Vermögen

    Mit Lebensversicherungen machen Kunden garantiert minus, denn die Inflationsrate ist höher als die laufende Verzinsung. Die Lebensversicherung vernichtet Vermögen.

    Jetzt ist passiert, was viele Kunden befürchtet haben – ihre Lebensversicherung kann nicht einmal mehr den Kaufkraftschwund ausgleichen. Das heißt im Umkehrschluss: Mit Lebensversicherungen vernichten sie ihr Vermögen. Schön dumm, wer immer noch auf Lebensversicherungen, sorry, Kapitallebensversicherung setzt.

    Wer’s nicht glaubt, muss sich nur die jüngste Pressemitteilung des Branchenführers Allianz durchlesen. Das heißt es: „Die in der Gesamtverzinsung enthaltene laufende Verzinsung liegt für Perspektive bei 2,4 Prozent, für Klassik bei 2,3 Prozent.“ Die Inflation in Deutschland liegt 2021 der Europäischen Union zufolge 2021 bei 3,1 Prozent. Jeder sollte jetzt eine einfache Rechnung aufstellen und von der Gesamtverzinsung die Inflation abziehen – er käme dann auf minus 0,8 Prozent:

    2,3 – 3,1 = -0,8

    Wie die Assekuranz Ihr Geld vernichtet

    Dabei schneidet der Branchenführer noch vergleichsweise gut ab, denn der Branchendurchschnitt bei der Gesamtverzinsung liegt laut Assekurata nur bei 2,13 Prozent. Das heißt, das Gros der Versicherungskunden verliert 2021 real sogar -0,97 Prozent nach Abzug der Inflation.

    2021 gibt’s nur noch 2,13 Prozent Verzinsung

    Wer dann noch bei einer schlechten Versicherung Kunde ist wie der Barmenia (1,65 Prozent) oder Condor (1,75 Prozent) oder der R+V Lebensversicherung (1,25 Prozent) verliert sogar weit mehr: bei Barmenia sind es -1,45 Prozent, bei Condor -1,35 Prozent und bei R+V -1,85 Prozent.

    Kosten fressen Rendite auf

    Die Frage, ob sich damit eine Lebensversicherung noch lohnt, ist mit einem klaren „Nein“ zu beantworten. Und dieses Nein fällt noch viel klarer aus für den, der weiß, dass sich die Garantieverzinsung auf die gesamten eingezahlten Raten abzüglich Gebühren und Todesfallschutz. Tatsächlich ist die Verzinsung weit niedrig als diese ausgewiesenen 2,13 Prozent – und das Minus ist also noch weit höher als es die offiziellen Zahlen suggerieren.

     

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  • Junge begreifen – Betriebsrenten sind ein Minus-Geschäft

    Junge begreifen – Betriebsrenten sind ein Minus-Geschäft

    Die Zahl junger Altersvorsorgesparer sinkt seit neun Jahren kontinuierlich. Was Wunder, begreifen die Jungen langsam, dass vom angesparten Geld nach Abzug von Sozialabgaben und Steuern kaum etwas übrig bleibt. Die Direktversicherung ist sogar ein Minus-Geschäft.

    Die Metallrente hat beim Marktforschungsinstitut Kantar Public eine Studie über die Altersvorsorge-Anstrengungen von jungen Leuten in Auftrag gegeben. Das Ergebnis war wohl eher ernüchternd. „Viele junge Leute beginnen bereits mit dem Eintritt ins Berufsleben vorzusorgen, doch bei der Umsetzung scheitern sie oft, weil sie an die Grenzen ihrer eigenen Finanzkompetenzen und Planungsmöglichkeiten stoßen“, schreiben die „Stuttgarter Nachrichten“. Vielleicht ist der Schluss aber falsch, den Kantar Public zieht. Kann es nicht sein, dass die Junge mittlerweile begriffen haben, dass Versicherungen nicht die Lösung für die Altersvorsorge sind, sondern das Problem?

    In der Studie berichte die junge Generation darüber, was sie selbst für ihre Altersvorsorge unternehme, formuliere aber auch ihre Erwartungen an den Staat in puncto Rente. So seien 84 Prozent der Befragten der Meinung, dass eine gute Rente möglich sei, wenn die Politik es wirklich wolle.

    Beitragsgarantie aufgegeben

    Eine wichtige Rolle spiele die Beitragssicherheit, zitieren die „Stuttgarter Nachrichten“. In der Abwägung zwischen Sicherheit und Rendite bei der Altersvorsorge entscheide sich die Mehrheit der Befragten dann aber für Risikovarianten. Danach würden 66 Prozent geringe Schwankungen ihrer Rente in Kauf nehmen, wenn sie insgesamt mit einer höheren Rentenleistung rechnen können als mit dem gegenwärtigen Garantiezins von unter einem Prozent.

    Junge begreifen langsam

    Das werden sie auch müssen, wenn sich selbst der Branchenprimus Allianz von der Beitragsgarantie verabschiedet. „Das ist eine Bankrotterklärung“, wird Axel Kleinlein, Chef des Bundes der Versicherten, vom „Münchner Merkur“ zitiert. Das Anlagerisiko werde bei den Vorsorgesparern abgeladen, während die Verwaltungskosten für die Allianz und die Provisionen für die Allianz-Vertreter unangetastet bleiben. Wer sich einmal die Entwicklung des Metallfonds (ISIN: LU1190435906) anschaut, bekommt eine Ahnung davon, was Kleinlein meint. Der Metallfonds weist über den Zeitraum von fünf Jahren eine Rendite von 2,6 Prozent aus, der MSCI All Countries World ( IE00BGHQ0G80) kommt laut Morningstar auf eine Rendite von 8,7 Prozent. Obwohl sich der Metallfonds den MSCI World Index, den MSCI Emerging Market und weltweit orientierte Rentenindizes als Maßstab genommen hat, bleibt er weit dahinter zurück. Verständlich, denn die Kosten fressen die Rendite auf.

    Quelle: comdirect

    Viele Junge sind bereits selbst aktiv geworden, was sich an der Vielzahl der Finanzblogs ablesen lässt. Comdirect lobt seit zehn Jahren den „Finanzblog Awards“ aus, für den sich dieses Mal 73 Blogs beworben hatten. Die meisten der Finanzblogs werden von jungen Leuten betrieben, die selbst über ihr Geld entscheiden und sich nicht mehr auf die Versicherungsbranche verlässt. Gewinner war übrigens der Blog „Frugalisten“; den zweiten Platz belegte der Blog „Ethische Rendite“ von Michael Vaupel, der dritte Platz ging an das Bloggerpaar Marielle und Mike Schäfer und ihren Blog „Beziehungs-Investoren“, auf dem sie über ihren Weg in die finanzielle Freiheit sprechen.

     

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  • Lebensversicherungen werden zur Falle

    Lebensversicherungen werden zur Falle

    Beschäftigten wurden in den 80er- und 90er-Jahren mit Steuervorteilen in die Lebensversicherung gelockt und müssen jetzt als Rentner feststellen, dass von den vermeintlichen Vorteilen nichts mehr übriggeblieben ist – im Gegenteil, ihre Versicherung erweist sich wegen der hohen Sozialabgabenlast als Minus-Geschäft. Millionen fühlen sich abgezockt. Ihre Lebensversicherung ist zur Falle geworden.

    In die Falle gegangen

    Wenn eine betriebliche Kapitallebensversicherung, meist als Direktversicherung, ausgezahlt wird, hält die Krankenkasse die Hand auf und verlangt annähernd 20 Prozent von den Rentnern. Jakob Panitz und Wolfgang Brodbeck aus Baden-Württemberg fühlen sich abgezockt. Die „Neue Württembergische Zeitung“ hat ihren Fall in dem Artikel „Rentner auf der Palme“ geschildert – und dem DVG erlaubt, den Beitrag zu veröffentlichen. Beide kommen aus unterschiedlichen Branchen – Panitz arbeitete als Redakteur bei der Esslinger Zeitung, Brodbeck bei Festo, ihre Probleme sind aber die gleichen. Beide ärgern sich über die Abzocke durch Politik und Krankenkassen. Jetzt im Alter zahlen sie nicht nur für die gesetzliche Rente Krankenkassenbeiträge, sondern auch für ihre betriebliche Altersvorsorge, für die sie bereits in der Ansparphase zur Kasse gebeten wurden.

    Rentner auf der Palme

    Quelle: Neue Württembergische Zeitung

    Hier geht’s vollständigen zum Artikel aus der „Neuen Württembergischen Zeitung“ …

     

     

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  • Lohnen sich Lebensversicherungen noch?

    Lohnen sich Lebensversicherungen noch?

    Überschussbeteiligungen gehören der Vergangenheit an. Der Garantiezins wird auf 0,5 Prozent sinken. Damit hat die Lebensversicherung langfristig ihre Berechtigung als Altersvorsorge verloren. Lohnen sich Lebensversicherungen überhaupt noch?

    Unbewusst haben wir’s ja alle gewusst, dass Lebensversicherungen nicht für die Altersvorsorge taugen. Der Bund der Versicherten (BdV) hat es auf den Punkt gebracht: Viele, wenn nicht sogar die meisten kündigen ihre Versicherung – mit Recht, denn die Nachteile überwiegen. Leider wird es nicht besser, sondern schlimmer.

    Lohnen Versicherungen noch?

    Schon seit Dezember liegt dem Bundesfinanzminister laut „Handelsblatt“ ein Vorschlag der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV) vor, der eine Senkung des Garantiezinses für Lebensversicherungen ab Januar 2021 auf die Marke von 0,5 Prozent vorsieht. Wobei, was heißt schon Garantiezins? Die „Saarbrücker Zeitung“ hat den sogenannten Garantiezins oder Höchstrechnungszins einmal hinterfragt. Es könne dem Versicherten sogar trotz Garantiezins passieren, dass der am Ende weniger Geld bekommt, als er eingezahlt habe. Anders als viele Kunden glauben, werde nur der Sparanteil verzinst, nicht der gesamte Beitrag. „Denn vom Beitrag zieht der Versicherer noch Kosten ab für den Abschluss und die Verwaltung des Vertrages“, zitiert die Zeitung Theodor Pischke, Redakteur bei der Zeitschrift Finanztest. Was dann übrig bleibe, sei der Sparanteil. Das Ärgerliche an Versicherungen, wie hoch der Anteil solcher Kosten im Beitrag sei, werde oft nicht transparent gemacht.

    Und jetzt soll dieser Garantiezins noch weiter gesenkt werden – von zurzeit 0,9 auf 0,5 Prozent. Die DAV (Aktuare sind Versicherungsmathematiker) schlug das schon im Dezember 2019 vor. Ihr Vorschlag liegt bei Bundesfinanzminister Olaf Scholz. Der wird auf Dauer nicht umhin können, als diesem Vorschlag anzunehmen. Noch ziert sich Scholz, denn eine Absenkung wäre der Hammer. Er würde den Versicherern ein wichtiges Verkaufsargument für ihr Produkt Kapitallebensversicherung nehmen. Aber es wird über kurz oder lang so kommen. Das Verbraucherportal „Finanztip“ will nicht ausschließen, dass der Garantiezins dass „der Gesetzgeber den Garantiezins ganz abschafft“.

    Lars Heermann, Bereichsleiter Analyse bei der Kölner Ratingagentur Assekurata, glaubt dem „Handelsblatt“ zufolge „nicht, dass der Zins schon zum Anfang nächsten Jahres gesenkt wird”. Aber die Fakten sprechen für eine Absenkung, denn der Leitzins ist schon seit Jahren bei null und die sogenannte Einlagefazilität, sprich der Zins, den die Banken für Einlagen bei der Europäischen Zentralbank (EZB) zahlen, liegt sogar bei minus 0,5 Prozent. Die Umlaufrendite (gewichtete durchschnittliche Rendite ausgewählter öffentlicher Anleihen) ist schon seit Jahren negativ und liegt zurzeit bei -0,47 Prozent (Stand: 26. Juni 2020). Daran wird sich in den kommenden Jahren nichts ändern, das heißt, eine Absenkung des Garantiezinses ist zwingend.

    Garantiezins bald bei null?

    Wenn aber Garantiezins und Überschussbeteiligung wegfällt, wie sinnvoll ist dann noch eine Lebensversicherung? Diese Entwicklung wird Millionen von Betriebsrentner betreffen, die glaubten, ihre gesetzliche Rente aufbessern zu können, um die Versorgungslücke zu schließen. Die wenigsten können ausrechnen, was wirklich bei der Betriebsrente im Alter herauskommt. Das „Handelsblatt“ sieht in einer möglichen Absenkung „eine Entscheidung mit Sprengkraft“. Die Entscheidung würde sich auf Direktversicherungen auswirken, auf Riester-Renten und andere private Altersvorsorgeprodukte. Auch das Versprechen der Versicherer, dass auf jeden Fall  Beitragseinzahlungen erhalten bleiben, ist damit nicht mehr zu halten. Denn, „die Lebensversicherer lassen sich nämlich üblicherweise ihre Vertriebs- und Verwaltungskosten, vor allem Provisionen für Makler oder Vertreter, von den eingezahlten Kundengeldern bezahlen“, so das „Handelsblatt“. Rechne der Versicherer jedoch nur noch mit einer Mindestverzinsung von 0,5 Prozent, lasse sich aus diesen Erträgen nur schwerlich noch eine Beitragsgarantie nach Abzug der Kosten sicherstellen. Damit aber wird das Geschäft der Versicherer insgesamt in Frage gestellt – mit weitreichenden Folgen für die betriebliche Altersvorsorge, die dadurch ad absurdum geführt wird.

    Run-off macht die Runde

    Weil es Versicherern immer schwerer fällt, die versprochenen Garantiezinsen zu zahlen, haben sich einige entschieden, darunter die Generali, sich dem Geschäft zu verabschieden und sie in sogenannten Run-off auszulagern und in fremde Hände zu geben. Aus dem Dutzend werden sicher noch mehr werden.

    Das Geschäft mit Riester-Renten haben erste Versicherer ebenfalls bereits aufgegeben, weil es sich für sie nicht mehr lohnt. Deutschlands viertgrößter Lebensversicherer Debeka beispielsweise legt Riester auf Eis. Was Wunder, dass der Absatz von Riester-Versicherungen stagniert – und viele zahlen in ihre bestehenden Riester-Verträge nichts mehr ein.

    Die Versicherer können, wenn sie ehrlich wären, keine Garantie mehr abgeben. Nicht von ungefähr „machen Versicherungen mit alternativen Garantiekonzepten laut Branchenverband GDV beim Neugeschäft bereits 60 Prozent aus – bei der Allianz sind es sogar 90 Prozent“, schreibt das „Handelsblatt“. Denn um eine klassische Garantie abzusichern, müsse der Versicherer das Geld sehr konservativ anlegen. Das gehe jedoch im Niedrigzinsumfeld zulasten der Rendite. Sie geht gegen null. Nur, damit erübrigt sich eine Lebensversicherung.

  • Assekuranz aast bei der Altersvorsorge

    Assekuranz aast bei der Altersvorsorge

    Die Assekuranz, sprich Lebensversicherer, übertreibt es maßlos bei den Abschlusskosten von Altersvorsorgeprodukten. Sie aast regelrecht zu Lasten der Versicherten, die teils weniger herausbekommen, als sie einbezahlt haben.

    Kostendisziplin und Transparenz sind für Lebensversicherer Fremdwörter. Das kann jeder selbst nachvollziehen, wenn er versucht, herauszufinden, wie viel seine eingezahlten Lebensversicherungsbeiträge letztlich an Rendite gebracht haben, nach Abzug aller Provisionen und Verwaltungsgebühren. Das ist für Otto Normalverbraucher nahezu unmöglich. Das fängt schon beim „Höchstrechnungszins“ an, der allgemein unter Garantiezins bekannt ist. Wie der Ex-Versicherungsmanager Sven Enger in seinem Buch „Alt, arm und abgezockt“ schreibt, ist der Garantiezins eine „Mogelpackung“ ist. Der Garantiezins „wird nicht etwa, wie die meisten Versicherungsnehmer annehmen, auf ihre Einzahlungen berechnet, sondern darauf, was von ihren Prämien abzüglich der Kosten (Abschlussprovision, Vertriebsaufwand, Verwaltung, Todesfallschutz) übrigbleibt“. Von 0,9 Prozent bleiben dann vielleicht noch 0,6 Prozent oder weniger übrig.  Versicherungsmathematiker fordern dem “Tagespiegel” zufolge eine Absenkung von 0,9 auf 0,5 Prozent. Damit wird die Lebensversicherung endgültig zum Rohrkrepierer.

    Kunden für dumm verkauft

    Nur, das sagt den Kunden niemand, außer so ein „Nestbeschmutzer“ und Abtrünniger wie Enger. Die Assekuranz beherrscht die Verschleierung der wahren Kosten in Perfektion. Das prangert auch Professor und Finanzmathematiker Hermann Weinmann an, der als einer der kenntnisreichsten Experten zum Thema Lebensversicherung zählt.

    Weinmann sollte für den Bund der Versicherten (BdV) Ende März 2020 einen Vortrag halten, der wegen der Coronavirus-Pandemie ausgefallen ist. Die Zeitschrift für Versicherungswesen (ZfV) stellte die Positionen des Experten in zwei Artikel vor.

    Kernthema der Artikelserie ist laut „Versicherungsbote“ der Kostenvergleich in der Lebensversicherung, der Weinmann zufolge zur „Unvergleichbarkeit“ „pervertiert“ ist. Das heißt auf Deutsch, Kapitallebensversicherungen sind nicht vergleichbar – und das ist Absicht. Damit können die Versicherer ihren Kunden immer ein X für ein U vormachen, weil es ja keiner überprüfen kann. Weinmann sieht den Gesetzgeber in der Pflicht. Die Versicherer sollen die Kosten transparent machen.

    Weinmann hat die Kosten analysiert und kommt auf erschreckende Werte. Die Unterschiede bei Betriebskosten und erweiterten Betriebskosten seien gewaltig. Der teuerste Anbieter setze bei den Betriebskosten das Dreifache dessen an, was der Günstigste verlangt – bei den erweiterten Betriebskosten sogar das Vierfache.

    Die Betriebskostenquote – sie setzt die Kosten ins Verhältnis zu den Beiträgen der Versicherten – reiche von sieben Prozent bis 19 Prozent, bei der erweiterten Betriebskostenquote liegen der günstigste und der teuerste sogar noch weiter auseinander.

    Wie die Assekuranz aast

    Weinmann meint, einige Versicherer würden „aasen“ und die Versicherten regelrecht abnagen. Hohe Abschluss- und Vertriebskosten ruinieren natürlich die Altersvorsorge der Versicherten, denn sie hätte ihr Geld besser unters Kopfkissen gelegt, statt es von den Versicherern auffressen zu lassen. Der Professor spricht den auch von „Kostenfresser“.

    Die Branche versteht es wie keine andere, die Kosten zu verschleiern. Selbst Experten haben ein Problem, die Kosten exakt zu benennen. Weinmann spricht von „Versteckspiels“. Der Gesetzgeber lässt den Versicherern bei den Kosten nahezu freie Hand. Das gleiche gilt für den Rentenfaktor: Die Versicherer setzen überzogen Lebenserwartungen an, um möglichst wenig zahlen zu müssen.

    Es dürfte jedem klar sein, dass Kapitallebensversicherungen schon lange nicht mehr für die Altersvorsorge taugen. Der Gesetzgeber hat verschlafen, die Assekuranz zu Kostendisziplin und Transparenz zu zwingen. Die Kunden müssen es ausbaden – ihre Altersvorsorge schmilzt wie Schnee in der Sonne.

    Deswegen postuliert Sven Enger: „Die kapitalbildende Lebensversicherung in ihrer jetzigen Form hat keine Zukunft“. Wer es nicht glaubt, soll einfach die Standmitteilungen seiner Versicherungen der vergangenen Jahren vergleichen. Spätestens dann dürfte es vielen wie Schuppen von den Augen fallen. „Die heute stark auf die Versicherungswirtschaft fokussierte private Altersvorsorge funktioniert nicht“, bringt es Enger auf den Punkt. Wer es nicht glaubt, den erwartet Altersarmut statt Rendite. „Kapitallebensversicherungen sind für die Altersvorsorge ungeeignet“, postuliert Enger. Also: „Raus aus den Policen“, propagiert er. „Rutscht ein Versicherungsunternehmen oder eine Run-off-Gesellschaft in die Insolvenz, können Sie als Versicherter schlimmstenfalls alles verlieren“ – und wie sich zeigt, ist das nicht übertrieben.

    Bild von Marcel Langthim auf Pixabay

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