Tag: Pfalz

  • Die Gesundheitsreform – groß gedacht, aber wieder nur auf dem Rücken von Arbeitnehmer und Rentnern ausgetragen

    Die Gesundheitsreform – groß gedacht, aber wieder nur auf dem Rücken von Arbeitnehmer und Rentnern ausgetragen

    Die Bundesregierung hat sich viel vorgenommen. Mit der geplanten Gesundheitsreform soll das System effizienter, gerechter und langfristig stabiler werden. Angesichts steigender Kosten, einer alternden Bevölkerung und struktureller Defizite ist der Reformdruck unbestritten hoch. Doch bei näherer Betrachtung zeigt sich ein bekanntes Muster: Die finanzielle Hauptlast tragen einmal mehr Arbeitnehmer und Rentner. Vor allem Ärzte und die Pharmaindustrie dürfen offenbar sich auf die „französiche Art“ verabschieden. Darauf verweist der DVG – Verein der Direktversicherungsgeschädigten e.V. und zeigt sich über die zunehmende Ungerechtigkeit enttäuscht.

    Im Zentrum der Gesundheitsreform stehen ja zunächst Maßnahmen zur Kostendämpfung und zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung. Beitragssätze werden angepasst, Zusatzbeiträge steigen in vielen Kassen spürbar. Für Beschäftigte bedeutet das: weniger Netto vom Brutto. Für Rentner, deren Bezüge ohnehin häufig knapp kalkuliert sind, wirkt sich jede Erhöhung unmittelbar auf die Lebensqualität aus.

    „Zugleich bleibt die strukturelle Schieflage des Systems weitgehend unangetastet. Die Trennung zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung besteht fort, ebenso wie die ungleiche Beitragsverteilung zwischen verschiedenen Einkommensgruppen. Während hohe Einkommen und Kapitaleinkünfte nur begrenzt herangezogen werden, liegt der Fokus erneut auf den klassischen Beitragszahlern“, so Andreas Reich, Vorstandsmitglied des DVG.

    Auch die versprochenen Effizienzgewinne werfen Fragen auf. Digitalisierung, bessere Steuerung von Patientenströmen und der Abbau von Bürokratie gelten seit Jahren als zentrale Hebel – doch konkrete Entlastungen lassen weiter auf sich warten. Stattdessen entsteht der Eindruck, dass kurzfristige Finanzierungslücken durch Beitragserhöhungen geschlossen werden, ohne die grundlegenden Probleme nachhaltig zu lösen.

    Die DVG-Verantwortlichen sprechen daher von einer Reform, die zwar ambitioniert formuliert ist, aber politisch vor allem dort ansetzt, wo Widerstand am geringsten erscheint. Arbeitnehmer und Rentner verfügen über begrenzte Ausweichmöglichkeiten – ihre Beiträge lassen sich vergleichsweise einfach anpassen. Andere Finanzierungsquellen bleiben hingegen weitgehend unberührt.

    Dabei wäre eine breit angelegte Reform denkbar. Modelle, die alle Einkommensarten einbeziehen oder die Beitragsbasis verbreitern, werden seit Jahren diskutiert. „Ebenso könnte eine konsequentere Steuerfinanzierung versicherungsfremder Leistungen für mehr Gerechtigkeit sorgen. Doch solche Ansätze erfordern politischen Mut und greifen in bestehende Interessenlagen ein“, so Reich.

    So bleibt am Ende ein ambivalentes Bild: Die Gesundheitsreform setzt wichtige Impulse, über 60 Vorschläge hatte eine unabhängige Kommission zunächst formuliert – verfehlt aber den Anspruch, die Lasten fair zu verteilen. Die Bundesgesundheitsministerin Nina Warken will nur rund zwei Drittel davon umsetzen – Belastungen von Ärzten und Pharmaunternehmen aber weitgehend streichen, zudem in einem Apotheken-Gesetz die Zukunft dieser Branche mit weiteren Einnahmequellen begünstigen (Stichwort Tetanus-Spritze). Für viele Bürger dürfte sich daher weniger die Frage stellen, ob das System reformiert werden muss – sondern vielmehr, wer am Ende dafür bezahlt. „Und die Mittelschicht aus Arbeitnehmern und Rentnern kann dabei nicht länger der Dukaten-Esel sein, denn da sind keine Dukaten mehr rauszuquetschen“, so Andreas Reich abschließend.

    Text: Thomas Kießling

    Redaktion: Andreas Reich

    Foto: pixabay

  • 2000 bei Demo gegen Rentenklau

    2000 bei Demo gegen Rentenklau

    Bundesweit gingen am Samstag mehr als 2000 Rentner auf die Straße, um gegen die Abzocke durch Krankenkassen und Staat zu demonstrieren. Ein Überblick über die bundesweite Demo.

    In Dresden, Erfurt, Rheine, München, Bayreuth, Bielefeld, Dortmund, Karlsruhe, Kassel und weiteren zehn Städten gingen Rentner auf die Straße, um gegen die doppelte Krankenkassenbeiträge bei Direktversicherungen und Betriebsrenten zu demonstrieren. Insgesamt machten mehr als 2000 auf der Demo ihrem Ärger Luft mit Trillerpfeifen, pinken Westen, Protestplakaten – aufgerufen vom Verein der Direktversicherungsgeschädigten (DVG).

    Die größte Demo dürfte mit 450 Teilnehmern wohl in Erfurt gewesen sein. Was wunder, hatte der DVG doch den thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sowie Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) eingeladen. Natürlich nutzten beide Politiker die Chance, sich zu positionieren, schließlich wählt Thüringen am Sonntag einen neuen Landtag.

    Mehr als 2000 auf Demo

    Die Dresdner waren nicht weniger rührig – sie machten mit mehr als 200 Teilnehmern  mächtig Druck und bremsten den Verkehr in der Stadt aus. In Karlsruhe waren es 200 bis 250, in München 150, in Rheine 145. In Kassel haben Demonstranten dem Aufruf  gefolgt, darunter die Freunde der Regionalgruppe Mittelhessen, die extra mit dem Zug aus Gießen angereist waren. Die Kasseler hatten vier externe Redner, darunter die Bezirksvorsitzende des VdK, Vera Heckmüller, den Gesamtbetriebsratsvorsitzende der Kasseler Verkehrs- und Versorgungsbetriebe, Lothar Alexi, den Vorsitzenden der AG 60+ der SPD Bezirk Nordhessen, Siegfried Richter sowie MdB Timon Gremmels (SPD). Der DGB und Verdi waren eingeladen, sind aber nicht gekommen.

    Die Betroffenen ärgern sich, weil der Staat sie zwingt, annähernd 20 Prozent ihrer Altersvorsorge an die Krankenkassen zu zahlen. Grund ist das 2004 eingeführte “Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung“. Nur wer unter der Freigrenze von 155,75 Euro liegt, zahlt nichts. Wer auch nur einen Cent darüber liegt, muss dafür zehn Jahre lange den Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil sowie Zusatz- und Pflegebeitrag zahlen.

    6,5 Millionen Betroffene

    Betroffen von dieser Abzocke sind rund 6,5 Millionen Altersvorsorger. Viele ahnen noch nichts von ihrem Unglück und merken es erst, wenn sie in Rente gehen und sich ihre Direktversicherung auszahlen lassen. Denn dann flattert ein Schreiben der Krankenkasse ins Haus, in dem sie den doppelten Beitrag fordert. Da bleibt von der Rendite nichts mehr übrig – Direktversicherungen werden so zum Minus-Geschäft.

    Sabotage der Altersvorsorge

    An der Sabotage der Direktversicherung haben Rot-Grün-Schwarz eifrig mitgewirkt. Obwohl die Krankenkassen im Geld schwimmen, weigern sie sich noch immer, dieses Unrecht wieder gut zu machen.

    Deswegen werden die Proteste weitergehen. Die Demos am heutigen Samstag waren der Auftakt, denn es werden immer mehr Geschädigte, die begreifen, wie sie von Rot-Grün-Schwarz hingehalten und verschaukelt werden.

    Videos

    von Zalbertus.TV

    https://www.facebook.com/zalbertus.tv/videos/860769184317511/

    Videos aus Kassel

    Bilder von den Demos

    (es folgen mehr)

    München-Pasing

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    Karlsruhe

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    Neuss

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    Kassel

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    Erfurt

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    Fürth

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    Wiesbaden Bad Kreuznach

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    Hannover

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    Koblenz

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    Halle (Westfalen)

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    Pressestimmen

    Deutschlandfunk: Rentner protestieren gegen doppelte Beiträge
    Thüringer Allgemeine: 500 Direktversicherte demonstrieren in Erfurt
    Neue Westfälische: Rentner kämpft um seine Altersvorsorge – viele Arbeitnehmer auch betroffen
    Lausitzer Rundschau: Koalition plant kleine Entlastung
    Dresdner Neueste Nachrichten: Protest startet in Dresden
    MV-Online: Demo der Direktversicherungsgeschädigten
    Schwarzwälder Bote: Pinkwesten gehen auf die Straße
    Badische Nachrichten: Rentner machen in Karlsruhe ihrem Unmut Luft
    Nordbayern: Abzüge treiben Rentner auf die Straße 
    Pfefferminzia: Betriebsrentner demonstrieren gegen Mehrfachverbeitragung 
    Schwarzwälder Bote: Pinkwesten gehen auch in Rottweil auf die Straße

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  • 3000. Mitglied im Verein „DVG e.V.“

    3000. Mitglied im Verein „DVG e.V.“

    Der DVG begrüßt das 3000. Mitglied. Rudi Birkmeyer (links) überreicht Stefan Winstel zur Begrüßung einen Restaurant-Gutschein und einen Blumenstrauß. 

    „Ich will mich im Verein „Direktversicherungsgeschädigte e.V.“ organisieren, um mich gegen die politische Ungerechtigkeit der Doppelverbeitragung meiner Direktversicherung besser zur Wehr setzen zu können“, sagt das 3000. Neumitglied Stefan Winstel.

    Bereits seit Jahren kämpft der Verein bei der Bundespolitik für eine Rückabwicklung der Doppelverbeitragung. Aktuell mit einer bundesweiten Demo-Aktion in 20 Städten, am Samstag, 26. Oktober um 10 Uhr u.a. vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe

    Außerdem unterstützt der Verein seine Mitglieder bei Klagen gegen die Folgen des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes § 229 Sozialgesetzbuch V  bei den Sozialgerichten, sogar bis vor das Bundesverfassungsgericht. Der Verein verfügt mittlerweile über 40 Regionalgruppen, im gesamten Bundesgebiet.

    Freude über 3000. Mitglied

    Der Leiter der Regionalgruppe Pfalz / Karlsruhe/Rastatt, Rudi Birkmeyer und sein Vertreter Michael Urschbach freuen sich über die rasante Mitgliederentwicklung im dem noch so jungen Verein – des DVG e. V. (Direktversicherungsgeschädigte) – der erst vor 4 Jahren gegründet wurde! Anfang des Jahres durfte der DVG e. V. in Hamburg sein 2000. Mitglied begrüßen. Und nun, in guten 10 Monate, einen weiteren Mitgliederzuwachs von über 50% verzeichnen! Über 3000 Mitglieder kämpfen nun aktiv gegen die Doppelverbeitragung.

    Viele der Betroffenen merken erst bei Rentenbeginn, dass sie von den Krankenkassen erneut zu 19% Kassenbeiträgen herangezogen werden. Das erklärt die zunehmende Unzufriedenheit über diese Gesetzgebung.

    Stefan Winstel kann sich Hoffnung machen, dass das „beharrliche Bohren dicker politischer Bretter“ durch den Verein demnächst Früchte trägt, denn immer mehr Politiker sehen ein, dass die Doppelverbeitragung von Direktversicherungen ungerecht ist und geändert werden muss.

    Für Stefan Winstel hat sich der Eintritt in den Verein „Direktversicherungsgeschädigte e.V.“ auf jeden Fall schon mal gelohnt. Rudi Birkmeyer überreicht ihm, zur Begrüßung, einen Restaurant Gutschein und einen Blumenstrauß.

    Für die Übergabe haben sich die Direktversicherungsgeschädigten einen symbolischen Ort ausgesucht.
    Das Finanzamt und die Filiale einer Krankenversicherung in Landau.  Beides Institutionen, die dafür sorgen, dass die Direktversicherungen für die betroffenen Rentner zum Minusgeschäft werden.

    Pfalz Express, 24.10.2019

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