Tag: Rheine

  • Abzüge treiben Rentner auf die Straße

    Abzüge treiben Rentner auf die Straße

    Ein Teilnehmer der Auftakt-Kundgebung am Paradiesbrunnen in Fürth verdeutlichte es allen mit einem selbst geschneiderten Sträflingsanzug: Viele rückwirkend zur Kasse gebetenen Rentner fühlen sich als Sträflinge einer verfehlten Politik zur Sanierung der Krankenkassen.

    Demo in Fürth

    Die nachträglich erhobene Krankenkassenbeiträge sorgen für dicke Luft bei vielen Betroffenen. Viele Angestellte haben zur Aufbesserung der Rente Zusatzversicherungen über ihre Arbeitgeber abgeschlossen. Doch das schon sicher geglaubte Plus erweist sich im Nachhinein als Mogelpackung. Denn, vom Ersparten müssen rückwirkend 20 Prozent an die Krankenkassen abgeführt werden.

    Ein Sozialbetrug, wie die im Verein Direktversicherungsgeschädigte organisierten Menschen meinen. Dagegen sind sie am Samstag in vielen Städten auf die Straße gegangen. Zu den rund 300 Menschen, die sich in Fürth am Paradiesbrunnen versammelt haben, gehört Elke Brunner. Warum sie gekommen ist? “Wenn ein Privater rückwirkend einen Vertrag ändert, wandert er in den Knast. Wenn aber die Bundespolitik das tut, wird sie vom Gericht gedeckt”, sagt sie und beklagt “mafiöse Strukturen in der Gesetzgebung”.

    Rentner zur Kasse gebeten

    “Maßlos enttäuscht” ist auch Manfred Steinberg aus Rednitzhembach. “Ich hätte nie gedacht, dass ich als Konservativer einmal auf die Straße gehen werde.” Ob mit solchen Demonstrationen das Ruder herumgerissen werden kann? “Es würde weniger bringen, wenn ich zu Hause bliebe”, sagt Steinberg. Dass ausgerechnet Rentner zur Kasse gebeten werden, die doch in die Sozialversicherung einbezahlt haben und aufs Geld schauen müssen, findet Erwin Lödel aus Oberasbach empörend.

    Mit zehn Mitstreitern ist Norbert Haueis aus Regensburg zur Demo nach Fürth gefahren, weil in seiner Heimatstadt keine Protestveranstaltung auf die Beine gebracht werden konnte. Er klagt über einen Verlust von 30 000 Euro an seiner Alterssicherung. Kein Pappenstiel.

    Falsche Hoffnungen

    Der Nürnberger Hermann Leber hat wie viele andere 1990 eine Direktversicherung über seinen Arbeitgeber mit der Nürnberger Versicherung abgeschlossen. Noch 2004 wurde ihm nach eigenen Worten schriftlich versichert, dass er keinerlei Abzüge von den Versicherungsbeiträgen befürchten müsse. Doch letztes Jahr kam dann die Forderung der Krankenkasse. Leber suchte sich einen Rechtsbeistand. Geholfen hat es ihm bislang nicht.

    Wachsender Druck

    Nur wenn der Druck der Straße größer wird, lässt sich die große Koalition vielleicht zum Einlenken bewegen, meint Versammlungsleiter Frank Müller. Denn die Fehlentwicklung sei in der Annahme losgetreten worden, dass die Rentner schon nicht aufmucken. “Wir müssen der Politik noch stärker auf die Nerven gehen”, lautet Müllers Parole. Was Politiker und Direktversicherer in Deutschland veranstalteten, sei Enteignung.

    “Direktversicherungsgeschädigte werden doppelt und teilweise auch dreifach mit Krankenkassenbeiträgen belastet”, schimpft Hartmut Reincke aus Oberreichenbach. Sechs Millionen Menschen seien hier zu Lande davon betroffen und jährlich würden es 250 000 mehr.

    Um sich auch farblich auf der politischen Bühne in Position zu bringen, haben die Demonstranten magentafarbene Westen angezogen. Man wollte sich auch von den Gelbwesten in Frankreich abheben, erklärt Frank Müller. “Wir sind viele, wir sind laut, weil man uns die Rente klaut”, hallt es in Sprechchören beim Demonstrationszug durch die Fußgängerzone zum Rathaus und weiter zum Grünen Markt.

    Viele Demonstranten tragen sich in Petitionslisten für eine nachhaltige und vertrauenswürdige Altersversorgung ein. Reden dürfen außer Mitgliedern des Vereins der Direktversicherungsgeschädigten nur Vertreter der Freien Wähler, der Liberalen und der Linkspartei. SPD, CSU und Grüne, die für die Schräglage verantwortlich gemacht werden, haben gewissermaßen Hausverbot. Zumindest bis auf weiteres.

    Volker Dittmar
    Fürther Nachrichten, 27.10.2019

  • Demo DVG e.V. in Rheine 26.10.19

    Demo DVG e.V. in Rheine 26.10.19

    Wer heute nicht in Rheine war, hat etwas versäumt! 150 Pink-Westen haben in Rheine demonstriert.
    Gemeinsam haben wir die Parteibüros von CDU, SPD und FDP besucht, die Grünen waren leider außerhalb der von der Polizei genehmigten Demo. Anschließend gingen wir über den Markt und durch die 500 Meter lange Fußgängerzone und haben dort für Aufmerksamkeit gesorgt. Alles bestens geplant und organisiert von Reiner Wellmann und Peter Henrichmann. Danke!

    150 Teilnehmer in Rheine

    Mit von der Partie waren die Regionalgruppen “Osnabrücker Land” und  “OS-Nord / Emsland” – es sollen sogar ein paar Münsteraner dabei gewesen sein.
    Wie gesagt waren wir bei den Geschäftsstellen von CDU, SPD und FDP. Bei der CDU war die Abgeordnete Stullich vom Düsseldorfer Landtag anwesend und verlas eine Botschaft von Jens Spahn. Leider sprach sie wieder mal das Thema der Finanzierung an!
    Deshalb forderten wir die Politik auf, endlich die “40-Milliarden-Lüge” sein zu lassen! – Das sind die Arbeitgeber-Anteile aller Formen der Betrieblichen Altersversorgung von 2004 – 2019! Einschließlich der 20 Millionen Betriebsrentner, die nie eine Rückzahlung gefordert haben! Also frei erfunden von der Politik, um das Problem so aufzubauschen, dass es selbst dem dümmsten Bürger als unlösbar, weil nicht finanzierbar, erscheint.

    Bilder von der Demo in Rheine

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    Die Wirklichkeit sieht anders aus! Ein “Lastenausgleich” für die Direktversicherungsgeschädigten würde in etwa  acht bis zehn Milliarden Euro kosten, das ist im Hinblick auf 28 Milliarden  Überschuss bei der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), einschließlich des Gesundheitsfonds durchaus finanzierbar. Es ist unser Geld! Darauf konnten die Politiker nicht mehr wechseln….
    Am 14. November 2019 wird die neue Regionalgruppe “NRW-Nord / Rheine” gegründet. Auch dazu seid Ihr herzlich eingeladen. Nähere Informationen folgen.
    Erwin Tischler
    Regionalgruppenleiter Osnabrücker Land
  • 2000 bei Demo gegen Rentenklau

    2000 bei Demo gegen Rentenklau

    Bundesweit gingen am Samstag mehr als 2000 Rentner auf die Straße, um gegen die Abzocke durch Krankenkassen und Staat zu demonstrieren. Ein Überblick über die bundesweite Demo.

    In Dresden, Erfurt, Rheine, München, Bayreuth, Bielefeld, Dortmund, Karlsruhe, Kassel und weiteren zehn Städten gingen Rentner auf die Straße, um gegen die doppelte Krankenkassenbeiträge bei Direktversicherungen und Betriebsrenten zu demonstrieren. Insgesamt machten mehr als 2000 auf der Demo ihrem Ärger Luft mit Trillerpfeifen, pinken Westen, Protestplakaten – aufgerufen vom Verein der Direktversicherungsgeschädigten (DVG).

    Die größte Demo dürfte mit 450 Teilnehmern wohl in Erfurt gewesen sein. Was wunder, hatte der DVG doch den thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sowie Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) eingeladen. Natürlich nutzten beide Politiker die Chance, sich zu positionieren, schließlich wählt Thüringen am Sonntag einen neuen Landtag.

    Mehr als 2000 auf Demo

    Die Dresdner waren nicht weniger rührig – sie machten mit mehr als 200 Teilnehmern  mächtig Druck und bremsten den Verkehr in der Stadt aus. In Karlsruhe waren es 200 bis 250, in München 150, in Rheine 145. In Kassel haben Demonstranten dem Aufruf  gefolgt, darunter die Freunde der Regionalgruppe Mittelhessen, die extra mit dem Zug aus Gießen angereist waren. Die Kasseler hatten vier externe Redner, darunter die Bezirksvorsitzende des VdK, Vera Heckmüller, den Gesamtbetriebsratsvorsitzende der Kasseler Verkehrs- und Versorgungsbetriebe, Lothar Alexi, den Vorsitzenden der AG 60+ der SPD Bezirk Nordhessen, Siegfried Richter sowie MdB Timon Gremmels (SPD). Der DGB und Verdi waren eingeladen, sind aber nicht gekommen.

    Die Betroffenen ärgern sich, weil der Staat sie zwingt, annähernd 20 Prozent ihrer Altersvorsorge an die Krankenkassen zu zahlen. Grund ist das 2004 eingeführte “Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung“. Nur wer unter der Freigrenze von 155,75 Euro liegt, zahlt nichts. Wer auch nur einen Cent darüber liegt, muss dafür zehn Jahre lange den Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil sowie Zusatz- und Pflegebeitrag zahlen.

    6,5 Millionen Betroffene

    Betroffen von dieser Abzocke sind rund 6,5 Millionen Altersvorsorger. Viele ahnen noch nichts von ihrem Unglück und merken es erst, wenn sie in Rente gehen und sich ihre Direktversicherung auszahlen lassen. Denn dann flattert ein Schreiben der Krankenkasse ins Haus, in dem sie den doppelten Beitrag fordert. Da bleibt von der Rendite nichts mehr übrig – Direktversicherungen werden so zum Minus-Geschäft.

    Sabotage der Altersvorsorge

    An der Sabotage der Direktversicherung haben Rot-Grün-Schwarz eifrig mitgewirkt. Obwohl die Krankenkassen im Geld schwimmen, weigern sie sich noch immer, dieses Unrecht wieder gut zu machen.

    Deswegen werden die Proteste weitergehen. Die Demos am heutigen Samstag waren der Auftakt, denn es werden immer mehr Geschädigte, die begreifen, wie sie von Rot-Grün-Schwarz hingehalten und verschaukelt werden.

    Videos

    von Zalbertus.TV

    https://www.facebook.com/zalbertus.tv/videos/860769184317511/

    Videos aus Kassel

    Bilder von den Demos

    (es folgen mehr)

    München-Pasing

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    Karlsruhe

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    Neuss

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    Kassel

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    Erfurt

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    Fürth

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    Wiesbaden Bad Kreuznach

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    Hannover

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    Koblenz

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    Halle (Westfalen)

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    Pressestimmen

    Deutschlandfunk: Rentner protestieren gegen doppelte Beiträge
    Thüringer Allgemeine: 500 Direktversicherte demonstrieren in Erfurt
    Neue Westfälische: Rentner kämpft um seine Altersvorsorge – viele Arbeitnehmer auch betroffen
    Lausitzer Rundschau: Koalition plant kleine Entlastung
    Dresdner Neueste Nachrichten: Protest startet in Dresden
    MV-Online: Demo der Direktversicherungsgeschädigten
    Schwarzwälder Bote: Pinkwesten gehen auf die Straße
    Badische Nachrichten: Rentner machen in Karlsruhe ihrem Unmut Luft
    Nordbayern: Abzüge treiben Rentner auf die Straße 
    Pfefferminzia: Betriebsrentner demonstrieren gegen Mehrfachverbeitragung 
    Schwarzwälder Bote: Pinkwesten gehen auch in Rottweil auf die Straße

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