Tag: versicherungsfremde Leistungen

  • Muss man sich als Rentnerin und Rentner alles gefallen lassen?

    Muss man sich als Rentnerin und Rentner alles gefallen lassen?

    Text: Andreas Reich      Bild: FreePics

    Muss man sich als Rentnerin und Rentner alles gefallen lassen?

    Wie Unwürdig ist die seit Jahren bestehende Diskussion über die Rente in Deutschland. Wie lange müssen wir uns das noch gefallen lassen?

    Welchen Anteil haben Politik, Funk und Fernsehen daran?

    Hier meine Gedanken und Hoffnungen auf Besserung dazu

    Durch die jährlich erscheinende „Teufel Tabelle“ wissen alle, das der Rentenkasse jährlich Bundeszuschüsse durch die Bundesregierungen entzogen werden. Nicht nur der Rentenkasse sondern allen gesetzlichen Kassen werden ebenfalls die Finanzierungen von Leistungen durch die Bundeszuschüsse nicht bedarfsgerecht bedient werden.

    Seit 1957 gibt es Leistungen die durch die Regierungen und den gewählten Bundestagen an alle gesetzlichen Kassen verteilt wurden, diese „versicherungsfremden Leistungen“ ist die Bezeichnung für Leistungen aller gesetzlichen Kassen die nicht zu deren eigentlichem Auftrag gehören und aus diesem Grund nicht aus Beitragsmitteln, sondern aus allgemeinen Steuermitteln zu finanzieren sind. Im Sprachgebrauch werden diese Leistungen deshalb auch als „nicht beitragsgedeckte Leistungen“ bezeichnet.

    Ein großes Lob an alle Parteien, die seither die Bundeskanzler gestellt haben und für deren Sozialpolitik, die den Beitragszahlerinnen und Beitragszahlern das Geld aus der Tasche gezogen haben und weiterhin ziehen. Wenn das so weitergeht wird den Beitragszahlerinnen und Beitragszahlern noch mehr Geld aus der Tasche gezogen, denn die nicht beitragsgedeckten Leistungen, für die der Bundeszuschuss nicht reicht werden diese Leistungen unsere Beitragsgelder ausgegeben.

    Statt die Wahrheit über den Bundeszuschuss zu sagen.

    Wird gelogen mit der Begründung, dass die gesetzlichen Kassen mit ihrem Geld nicht auskommen und deshalb der Bundeszuschuss erhöht werden muss.

    Wird gelogen, dass die Alten den Jüngeren das Geld klauen.

    Wird gelogen, im Fernsehen wo man kurz vor der Wahl einen Beitrag im ZDF mit der Überschrift „Die Wahrheit über die Rente“ ausgestrahlt hatte. Eine Sendung die nur so falsche Fakten benannt hatte. Usw., usw.

    Neben den obengenannten werden Betriebsrentnerinnen und Betriebsrentner, vor allem Direktversicherte, mit zusätzlichen Krankenkassenbeiträgen aus deren Kapitalauszahlungen zur Kasse gebeten. Werden diese Kapitalauszahlungen komplett versteuert.

    Was kommt noch alles. Was für Ergebnisse bringt die eingesetzte Rentenkommission? In der Dank der Bundesregierung und des Bundestages keinen einziger Vertreter der Opposition und der kein einziger Vertreter der Betroffenen vertreten ist. Wieder einmal wird über unsere Köpfe demokratisch entschieden.

    Wollen wir uns gefallen lassen, dass wir uns von Parteien regieren lassen, die im letzten Jahr Massenhaft Spenden bekommen haben. Damit ist klar das diese Parteien die Politik machen die von den Spendengebern gewünscht ist.

    So hat die CDU allein im Jahr 2025 mit insgesamt 6,6 Millionen Euro die größten Spenden erhalten. “Wess Brot ich ess, dess Lied ich sing“ ist ein Spruch aus dem Mittelalter, der aussagt, welche Meinung man vertritt, von dem man bezahlt wird. Wie bewahrheitet sich dieser Spruch auch im 21. Jahrhundert.

    Hier die komplette Spendenliste: https://www.bundestag.de/parlament/praesidium/parteienfinanzierung/fundstellen50000/2025/2025-inhalt-1032412

    Da von den Gerichten keine Äußerungen dazu kommen halten diese alles für Verfassungskonform.

    Es besteht auch die Frage, ob das Bundessozialgericht Gesetze verschlimmert, zu lesen in einem Beitrag auf unserer Homepage. https://dvg-ev.org/2024/10/machen-sozialgerichte-ihre-eigene-politik/

    Ich könnt noch mehr dazu schreiben, aber jetzt schreibe ich über meine Wünsche für eine demokratische Demokratie

    Der Begriff Demokratie (griech. für „Herrschaft des Volkes“) ist eine Regierungsform, in der die Staatsgewalt vom Volk ausgeht, sei es direkt oder durch gewählte Vertreter.

    Aber in unserem Grundgesetz gibt es auch den Artikel 38 Absatz 1 der den gewählten Vertretern zulässt die „Staatsgewalt vom Volk“ zu ignorieren, da er „nur seinem Gewissen verpflichtet ist“. Also gibt das Volk seine Macht an die gewählten Vertreter ab. “GG Artikel 38.1: „Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt. Sie sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen.“

    Das widerspricht dem Demokratiebegriff aus dem griechischen „Macht geht vom Volk aus“.

    Wie stelle ich mir als Rentner die Demokratie in Deutschland vor

    Art. 3 Abs. 1 des Grundgesetzes (GG) (Deutschland) und vergleichbaren Verfassungen. Es verbietet staatliche Willkür, Diskriminierung sowie Bevorzugung aufgrund von Geschlecht, Herkunft, Glauben oder Status und sichert gleichen Schutz.

    Ist auf alle Bürgerinnen und Bürger anzuwenden, ohne Ausnahme.

    Parteispenden sollten pro Jahr auf ein geringes Level festgelegt werden z.B. 100000 €

    Damit die Macht vom Volk ausgehen kann benötigt es eine Kontrolle der Arbeit des Bundestages mit Einspruchsrecht.

    Volle Finanzierung der gesamtgesellschaftlichen Aufgaben durch Steuern, damit die Gesamtgesellschaft in die Finanzierung mit einbezogen wird und die Beitragszahler entlastet und die Sozialbeiträge gesenkt werden.

    Durch die ordentliche Finanzierung der Sozialversicherungen brauchen die Krankenkassen keine zusätzlichen Beiträge aus den Kapitalauszahlungen der Direktversicherungen mehr.

    Erhöhung des Rentenniveaus auf 50 – 53 %.

    Einbeziehung aller in die Rentenkasse.

    Bei Bildung von Kommissionen wie Renten-, Pflege-, und andere Kommissionen sind die Betroffenen in jedem Fall mit einzubeziehen.

    Mein größter Wunsch wäre, wenn alle Rentnerinnen und Rentner sich gegen die jetzige Praxis wehren und für ihre Rechte kämpfen.

    Wenn alle Vereine und Parteien die für soziale Gerechtigkeit kämpfen sich alle miteinander dafür einsetzen.

    Ich wünsche mir dass sich in Deutschland etwas für uns Rentnerinnen und Rentner ändert.

  • Krankenkassen klagen gegen den Staat

    Krankenkassen klagen gegen den Staat

    Quelle: ARD Mediathek

    “Millardenloch durch versicherungsfremde Leistungen”
    – aber Rentner müssen doppelt zahlen

    von Reiner Korth              25.01.2026

    Ein “Milliardenloch durch versicherungsfremde Leistungen” und “Wo landen unsere Beiträge wirklich”, fragt unser DVG Kollege Helmut Achatz in seinem Blog “vonunruhestand.de” (*1):  “Der Staat plündert die Krankenkassen aus und belastet sie mit versicherungsfremden Leistungen”, so führt Helmut Achatz weiter aus. Sehr ausdrücklich wurde das Thema der Finanznot der Krankenkassen, im Wesentlichen verursacht durch die versicherungsfremden Leistungen, auch in der ARD Sendung “Pluminus” vom 14.01.2026  dargestellt.

    Kosten für Bürgergeldempfänger nur zu einem Drittel gedeckt

    Wie Plusminus erklärt, hatten die Krankenkassen im Jahr 2023 Ausgaben in Höhe von 306 Mrd Euro. Davon mußten ca. 60,5 Mrd Euro für  “versicherungsfremde Leistungen”,
    wie etwa Familienversicherung, Krankenhausinvestitionen und Bürgergeldzuschüsse aufgewendet werden. Letztere sind gesamtgesellschaftliche Aufgaben, die folglich vom Staat, also aus Steuergeldern zu finanzieren sind. Den Hauptposten im Defizit machen dabei die Bürgergeldempfänger aus. Wie Plusminus ausführt, zahlt der Staat für jeden Bürgergeldlempfänger nur 144 Euro ein. Das ist aber nur ein Drittel der tatsächlichen Kosten. Das heißt im Umkehrschluß: zwei Drittel der Gesundheitskosten für Bürgeldempfänger müssen die GKV Versicherten mit subventionieren. Die Allgemeinheit, z. B. Privatversicherte, Selbstständige und Beamte,  beteiligt sich nicht.

    Der GKV Verband verklagt den Staat auf 10 Mrd Euro jährlich Erstattung

    Dieses Finanzloch hat etwa die Größe von 10 Mrd Euro jährlich. Der GKV Spitzenverband hat jetzt den Staat zur Rückerstattung dieser Gesundheitskosten aus den Versicherunsgfremden Leistungen verklagt, weil sie von der Allgemeinheit zu tragen seien. Nach den Ausführungen von Jens Baas, Vorstand Techniker Krankenkasse, könnten damit die Zusatzbeiträge um etwa “0,5 Prozentpunkte” sinken für alle Versicherten.

    Rentner zahlen doppelte Krankenkassenbeiträge

    Dabei trifft es die Direktversicherten und die Betriebsrentner besonders hart. Sie müssen seit Jahren schon doppelte Krankenkassenbeiträge zahlen, weil die Krankenkassen finanzklamm sind. Eine Rücknahme der ungerechten und einseitigen Doppelverbeitragung sowie die Korrektur des § 229 SGB V haben die Gesundheitsminsiter bisher immer pauschal zurückgewiesen mit dem Argument “Den Krankenkassen fehlt es an Geld.” Warum das Geld tatsächlich fehlt, hat Plusminus jetzt offengelegt. Helmut Achatz schreibt daher auch in seinem Blog “Wie der Staat mit den Krankenkassen umgeht, ist ein Skandal” und “Die Betriebsrentner trifft’s doppelt”.

    Die private und betriebliche Altersvorsorge wird zunehmend zu  “einer Kostenfalle”, zum Spielball der Politik. Sparen in staatlich geförderte Altersvorsoge wird in der heutigen Zeit auch für junge Leute zu einem hohen Finanzrisiko.

    (*1)

    https://vorunruhestand.de/2026/01/krankenkassen-klagen-wo-landen-unsere-beitraege-wirklich/

  • Wird der Sozialstaat bewußt demontiert?

    Wird der Sozialstaat bewußt demontiert?

    Text: Andreas Reich DVG e.V.       Bild: pixabay

    Wenn man die Nachrichten der letzten Tage so liest und die Geschichte der Finanzierung der letzten über 60 Jahre verfolgt, dann heißt das eindeutig „Ja“.

    Seit 1957 werden alle Sozialversicherungen für Pflichtversicherte um Billionen (Rentenversicherung) und Milliarden (Krankenkassen) Euro von den Bundesregierungen betrogen. “Versicherungsfremde Leistungen“, die als gesamtgesellschaftliche Leistungen vom Staat den Sozialversicherungen aufgebürdet wurden, wurden und werden nicht vom Staat in vollem Umfang finanziert. Diese gesamtgesellschaftlichen Sozialleistungen wurden und müssen deshalb mit Beitragsgelder der Arbeitnehmer zusätzlich finanziert werden. Das heißt, die Beitragsgelder der Beitragszahler werden zweckentfremdet durch die Sozialversicherungen ausgegeben und damit werden über diesen Konstrukt die Leistungen für die gesetzlich Versicherten de facto gekürzt, z.B. beim Rentenniveau auf 48% liegt, dank der Regierungen seit 1957. Dies und die öffentlichen Diskussionen zeigen, wie hauptsächlich die Rentner in Deutschland  von der Politik zur Finanzierung der “versicherungsfremden Leistungen” benutzt wurden und weiterhin werden. Wie sind die bis Ende 2023 angefallenen, fehlenden über 1 Billion Euro anders zu erklären?

    Aber nicht nur in der Rentenversicherung werden Rentner jährlich betrogen, auch werden zusätzliche Einnahmen bei den Rentnern für die Steuer und bei den Krankenkassen abgezogen. So wurde nach einer Nullfinanzierung bei den versicherungsfremden Leistungen im Jahr 2002 (lt. Untersuchung der Hans Böckler Stiftung waren das 22 Mrd. Euro) ein Jahr später auf Grund fehlender Gelder in der Krankenkasse unter Mithilfe des Verbandes der Gesetzlichen Krankenversicherer (GKV) von der SPD-Grünen Regierung mit Beteiligung der CDU das Gesundheitsmodernisierungsgesetz (GMG) beschlossen wurden. Damit wurden auf einmal Kapitallebensversicherungen mit Entgeltumwandlung nachträglich als Betriebsrenten eingestuft. Und obwohl bei diesen Versicherungen keine Gelder durch die Arbeitgeber geflossen sind, so werden sie wie die allgemeinen Betriebsrentner behandelt, die durch Gelder der Arbeitgeber finanziert wurden.

    Für Versicherungen, die vor 2004 abgeschlossen wurden wird das Gesetz, § 229 SGB V rückwirkend angewandt, ein Bestandsschutz wie bei der Riester-Rente wurde und wird bei Direktversicherungen nicht gewährt!!!

    Doch kommen wir zu den in den letzten Wochen geäußerten Vorstellungen von Regierung, Sachverständigen, Arbeitgeberpräsident, Rentenversicherung und der Wirtschaftsweisen Veronika Grimm.

    Beginnen wir im August:

    Der MDR meldet: Falsch berechnete Renten – Wen trifft es am meisten? Hier geht es um die Erhöhung der Beiträge für die Pflegeversicherung, die bei den Rentnern erst nach der Erhöhung der Renten im Juli 2025 erfolgte.
    Focus: Gewaltiger Anstieg – Pensionskosten sollen sich mehr als verdreifachen.
    Frankfurter Allgemeine: Private Renten-Vorsorge: Sozialverband (SOVD) will Beiträge in gesetzliche Rentenversicherung ermöglichen;
    Frankfurter Allgemeine: Rente mit 70 reicht nicht: Wirtschaftsweiser nennt unangenehmen Plan;
    T-Online: Ex-Rentenchef warnt vor Systembruch – Eine unterschiedliche Anhebung von Renten sieht der ehemalige Chef der Rentenversicherung als rechtlich bedenklich an. Er spricht eine Warnung aus;
    T-Online: (Ein kaputtes System) Warum die Betriebsrente ein radikales Update braucht.
    Welt
    : DGB-Chefin Fahimi hält den Sozialstaat für finanzierbar und lehnt Leistungskürzungen in Bürgergeld und Renten ab.

    Focus: DIW Präsident Fratzscher setzt die „Boomer“ auf die Renten-Anklagebank, aber verschweigt Entscheidendes.
    T-Online: (Die Reform des Sozialstaats). Merz will “schmerzhafte Entscheidungen“ treffen.

    September:
    Der Westen: Am Volk vorbei regieren? Mehrheit will völlig andere Reformen als die Merz-Regierung.
    Die Zeit: Bunderegierung will mit neuem Gesetz für mehr Betriebsrenten sorgen
    dts-Nachrichtenagentur: Wirtschaftsweise Veronika Grimm fordert tiefgreifende Reformen
    gegen-hartz: Beirat will die Rente stark einkürzen
    Ruhr24: Rentner ins Pflichtjahr -„Wer Kreuzfahrten macht, kann auch der Gesellschaft helfen“.

    Solche und weitere Meldungen erscheinen täglich in der Presse, aber die tatsächlichen Wahrheiten werden verschwiegen oder falsch dargestellt.

    Jede Nachrichtenmeldung über die Bezuschussung der Sozialversicherungen verschweigt, dass diese Bezuschussung eigentlich die notwendigen Gelder sind für die Finanzierung der versicherungsfremden Leistungen. Das sind sozusagen die Beitragszahlungen des Staates für Leistungen, die nicht durch Beitragszahlungen der Verursacher gedeckt sind. Nur leider zahlt der Staat nur einen kleinen Zuschuß, aber nicht in der Höhe der Ausgaben dieser Leistungen, obwohl diese Sozialleistungen von gesamtgesellschaftlichem Interesse seien (Homepage des Bundesgesundheitsministeriums über versicherungsfremde Leistungen).

    Ebenfalls wird auf dieser Seite des BMG auch darauf hingewiesen, dass für diese Leistungen jährlich eine Pauschalsumme im Haushalt eingeplant wird. Nur geht diese Pauschalsumme vollständig am Bedarf vorbei, sie ist viel zu niedrig angesetzt.

    Zu den “versicherungsfremden Leistungen” gehören Kriegslastenfolgen in der Rentenversicherung,

    Schwangerschaft, Mutterschaft sowie die Kosten für die Familienversicherung (wie angehörige Kinder) in der Krankenversicherung.

    Selbst der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages schreibt in seinen Ausführungen zu den versicherungsfremden Leistungen, dass diese eigentlich komplett aus Steuern zu finanzieren sind.

    Viele dieser Ratgeber, die unbedingt in die Sozialsysteme eingreifen wollen, sind als Staatsdiener, Beamte und Abgeordnete tätig und bekommen viele zusätzliche Beihilfen, wie zusätzliches Kindergeld, Zuschüsse zu Arztkosten und die komplette Finanzierung ihrer Pensionen. Wie beteiligen sich diese Personen an der Finanzierung gesamtgesellschaftlichen Sozialaufgaben des Staates? Ich denke, ausser immer neue “Forderungen” aus den Sozialversicherungen beteiligen sich diese Personen überhaupt nicht an der Finanzierung, aber lassen sich ihr eigenes Leben auf Kosten des Staates finanzieren.

    Andreas Reich, DVG-e.V.

  • Altersvorsorge neu denken

    Inhalt:

    1. HR1 Bericht über Rente und Finanzierung sehr einseitig

    2. Meine geäußerte Kritik in meinem Widerspruch an die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See wegen Falschberechnung der Rentenanpassung zum 01.07.2025

     

    HR1 Bericht über Rente und Finanzierung sehr einseitig

    von Sybille Both

    Die Versicherungsfremden Leistungen werden gern unterschlagen.

    HR1 Radio hat am 06.08.2025 ausführlich über die Rente und ihre Finanzierung und die damit verbundenen Probleme berichtet. Und jedes Mal wenn in Funk oder Fernsehen über die Rente gesprochen wird, kommt es dann zu den Halbwahrheiten über diese  “staatliche Subvention ” der Rentenkasse.

    Aber so sieht es nämlich wirklich aus: Die gesetzliche Rentenkasse wird stetig geschmälert durch die Auszahlung von versicherungsfremden Leistungen. Der Staat stiehlt sich zum großen Teil aus seiner Verantwortung und nimmt den beitragszahlenden Rentner einen Teil ihrer Einzahlung wieder weg.

    Ein Rentenloch von 32 Milliarden Euro

    In 2025 fließen 121 Mrd. Euro aus dem Bundeshaushalt in die Rentenkasse. ABER: Die Rentenkasse muss mit 153 Mrd Euro Aufgaben stemmen, die nichts mit der Rente zu tun haben!  Die sogenannten “versicherungsfremden Leistungen“. Das sind Leistungen, für die die diese Gruppe der Rentenempfänger keine Beiträge eingezahlt haben. Darunter die Mütterrente und  Kindererziehungszeiten -Renten für Spätaussiedler  -Kriegsfolgelasten -, Ausgleich NS Unrecht –Arbeitsmarktmaßnahmen.

    Das noch offene Finanzloch in Höhe von 32 Mrd. Euro tragen nur die gesetzlich Versicherten mit ihren Beiträgen allein, obwohl diese Finanzierung eine Solidaraufgabe aller Bürger ist. Kein Beamter, kein Politiker und kein freiwillig Versicherter zahlt dafür ein.

    14 Prozent Verlust wegen versicherungsfremder Leistungen

    Dadurch schrumpft die Rente ständig, weil der Staat sich einfach bedient!  Ohne diese Zweckentfremdung wäre für uns Rentner heute die Rente um 13,6 % höher. Wir bekämen dann mehr als  48% von den Beiträgen des gesamten Arbeitslebens!  Im Gegensatz dazu  bekommen Beamte und Politiker 72 % vom letzten Einkommen und müssen bisher nicht für diese staatlich verordneten versicherungsfremden Leistungen etwas abgeben.

    Wir brauchen eine ehrliche Rentenreform!  –  Die Rentenkasse ist kein Selbstbedienungsladen!!!

    HR1: “versuchen in unserer Berichterstattung eine ausgewogene Darstellung”

    In dieser transparenten Form sollten Fernsehen und Presse berichten. Die 121 Mrd. Euro an staatlichen Zuschüssen sind KEINE “Staatliche Subvention” für die Rentenkassen, sondern das ist der Beitrag des Staates zur Finanzierung der versicherungsfremden Leistungen. Und es bleibt noch immer dieses Defizit von 32 Mrd. Euro, die den Rentnern allein aufgebürdet werden. Wir haben diese obige Richtigstellung an HR1 geschickt. Eine Antwort erhielten wir umgehend. Der Tenor: “es ist eine komplexe Materie” und  “Es stimmt, dass diese (versicherungsfremden) Leistungen die Rentenkasse stark belasten und zu einer schleichenden Reduzierung der Rente führen können”.

    Sowohl Politik als auch Funk und Presse müssen sich ehrlich machen in dieser Rentendebatte.

     

    Meine geäußerte Kritik in meinem Widerspruch an die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See wegen Falschberechnung der Rentenanpassung zum 01.07.2025

    Von Thomas Quednau

    Es ist ein politischer Skandal, dass offensichtlich die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See als Teil der staatlichen Verwaltung/ der staatlichen Organisation nicht im Stande ist, die Entscheidungen vom 20. Dezember 2024 (siehe unten, Bundesgesetzblatt Teil I, 2024, Nr. 446) und die politischen und gesetzlichen Vorgaben des Parlaments/ der Legislative zeitnah, nachprüfbar und fehlerlos umzusetzen. Als Staatsbürger, Steuerzahler und Rentner dieses Landes mehren sich bei mir nach ähnlichen Erfahrungen aus jüngster Zeit in anderen Bereichen staatlicher Organe die Zweifel an der Funktions- und Leistungsfähigkeit dieses Staates und seiner Verwaltung.

    Ich stelle folgendes fest: Im Bundesgesetzblatt Teil I, 2024, Nr. 446, ausgegeben zu Bonn am 30. Dezember 2024, heißt es auf Seite 1:
    – Verordnung zur Anpassung des Beitragssatzes in der sozialen Pflegeversicherung 2025 … vom 20. Dezember 2024:
    – § 1 Absatz 1 Der Beitragssatz nach § 55 … wird zum 1. Januar 2025 auf 3,6 Prozent der beitragspflichtigen Einnahmen der Mitglieder festgesetzt.
    – § 1 Absatz 2 Die Anhebung … nach Absatz 1 um 0,2 Prozentpunkte gegenüber dem am 31. Dezember 2024 geltenden Beitragssatz kann auf Renten der gesetzlichen Rentenversicherung und auf … für die Monate Januar bis Juni 2025 in der Weise abgegolten werden, dass der Beitrag im Monat Juli 2025 einmalig 4,8 Prozent der im Juli 2025 beitragspflichtigen Rente des Rentenbeziehers beziehungsweise der Rentenbezieherin beträgt; für die Beitragsabführung … usw. …

    Das zitierte Bundesgesetzblatt kann ich gerne zur Prüfung zur Verfügung stellen.

    Aus diesen vorgenannten zitierten Ausführungen im Bundesgesetzblatt ist selbst bei großzügigster Fantasie nicht abzulesen, dass im Juli 2025 der einmalige Beitragssatz von 4,8 Prozent auf die neue Basis der ab 01. Juli 2025 geltenden und um 3,74 Prozent erhöhten Brutto-Rente anzuwenden ist. Dem Verfasser des Bundesgesetzblattes vom 20. Dezember 2024 war die Erhöhung der Rente sowie der Steigerungsprozentsatz von 3,74 Prozent zum Monat Juli 2025 noch gar nicht bekannt.

    Im Übrigen ist es für mich als Rentner ein Skandal, dass mir die gesamte Nachforderung aus dem vorangegangenen Halbjahr Januar bis Juni 2025 im Monat Juli in Abzug gebracht wird. Ich muss billigend in Kauf nehmen, dass die Rentenversicherung nicht im Stande war, seit Jahresbeginn 2025 binnen sechs (6) Monaten die Erhöhung des Beitrags zur PV von 3,4 % auf 3,6 % in der Rentenzahlung anzupassen.

    Dieses Unvermögen einer staatlichen Organisation ist kennzeichnend für den defizitären und maroden Zustand in Deutschland: Kaputte Straßen, bröckelnde Brücken, sanierungsbedürftige Schulen, fehlende Lehrer, Schulden in Milliardenhöhe, die keine Nachfolgegeneration wird zurückzahlen können, aber Anpassung der Abgeordnetenentschädigungen ohne (!) Anhörung (Unterrichtung durch die Bundestagspräsidentin Julia Klöckner) automatisch, hier: zum 01. Juli 2025, um 5,4 % sowie Anpassung der fiktiven Bemessungsbeiträge für die Altersentschädigung der Abgeordneten, ehemaligen Mitglieder des Bundestags und ihre Hinterbliebenen um 5,4 %.

    Im Rahmen der von der Politik empfohlen Altersvorsorge („Die Rente reicht nicht!“) habe ich in den 1990-iger Jahren als Sparvertrag eine Direktversicherung abgeschlossen. Aus der einmaligen Ablaufleistung bzw. aus mein Sparvermögen im Jahr 2016 zahle ich infolge der im Jahr 2004 in Kraft getretenen, rückwirkenden staatlich legitimierten Zwangsverbeitragung (Gesundheitsmodernisierungsgesetz – GMG) über 20 % Zwangsbeitrag an meine Krankenkasse. Und hier bitte beachten: Ich zahle auch Beiträge für die PV aus der Leistung der Direktversicherung. Hier hat die Krankenkasse mühelos im Februar 2025 den Beitrag für Januar 2025 rückwirkend von 3,4 % auf 3,6 % umgestellt. Frage: Warum war die Umstellung für die Krankenkasse ohne Probleme möglich und warum schafft das die Rentenversicherung nicht?

    Mein Fazit: In Deutschland haben wir den Tatbestand des kollektiven Staatsversagens erreicht.

    Foto: pixabay

  • Hier ein Stimmungsbild von unserem Mitglied H. R.

    Hier ein Stimmungsbild von unserem Mitglied H. R.

    “Hallo Michael,

    ich kann mich deiner Meinung nur voll und ganz anschliessen. Seit dieser “Boomer-Soli” aus der
    Taufe gehoben wurde, ärgere ich mich jeden Tag maßlos darüber. Das ist doch nicht das
    Problem von Rentern, die Rentnern helfen sollen, das ist ein gesamtgesellschaftliches Problem.
    Der Staat soll doch die entnommenen Milliarden für versicherungsfremde Leistungen,
    Wiedergutmachungszahlungen usw. aus der Rentenkasse wieder zurückzahlen. Man hört immer
    nur, dass der Staat jedes jahr großzügigerweise Milliarden zuschiessen muss. Genauso gehört
    die Krankenversicherung der Bürgergeldempfänger vom Staat bezahlt und nicht von den GKVBeitragszahlern,
    bei der KV für Flüchtlinge verhält es sich wahrscheinlich genauso. Gegen
    diesen “Boomer-Soli” erhebt sich keine einzige Stimme. Kommen dagegen Kürzungen beim
    Bürgergeld, bei der Flüchtlingshilfe, Einführung einer Wehrpflicht zur Sprache, melden sich
    sofort unzählige Stimmen zu Wort, die das unsozial finden, dass Bürgergeldsätze vom BVG
    garantiert sind und eine Wehrpflicht die Freiheit der Betroffenen einschränkt usw..
    Grundlegende Reformen am Rentensystem sind von jeder Regierung vermieden worden, obwohl
    die Probleme nicht erst seit heute bekannt sind.

    Wenn dieser “Boomer-Soli” kommen sollte, fühle ich mich von diesem Staat nur noch auf der
    ganzen Linie belogen und betrogen:

    -Direktversicherung vor 2004 abgeschlossen, Auszahlung sozialabgabenfrei, 30 Jahre
    Weihnachtsgeld darauf eingezahlt: Resultat 10 Jahre Doppelverbeitragung, Rendite gleich Null,
    und nun noch 10% “Boomer-Soli”. Rendite noch katastrophaler. Wie kann man nur so blöd
    sein!
    -Rentenversicherung: freiwillige Beiträge einbezahlt. Nun noch 10% “Boomer-Soli”. Wie kann
    man nur so blöd sein!
    -Kapitalanlagen: jeden übrigen Euro bei der Bank angelegt: über Freibetrag 25% Kapitalsteuer
    + Soli. Nun noch 10% “Boomer-Soli”. Wie kann man nur so blöd sein!
    Vielfache Meinung von Arbeitskollegen zu vorgenannten Punkten: “Ich verbrauche meine Geld
    lieber, zahle doch keine Direktversicherung oder freiwillige Beiträge in die Rentenkasse.
    Wenn’s mir im Alter nicht reicht, geh ich zum Sozialamt, der Staat lässt mich schon nicht
    verhungern”.
    -Regierung Scholz: es sollte ein Klimageld an jeden Bürger ausbezahlt werden, finaziert durch
    die CO2-Abgaben. So “gerne” die Regierung gezahlt hätte, ging’s leider nicht, da über 3 Jahre
    lang die Kontonummern der Bürger nicht ausfindig gemacht werden konnten.
    -BK Scholz belügt mehrfach Mitglieder des DVG eiskalt und gewissenlos über vorgesehene
    Maßnahmen zur Abschaffung der Doppelverbeitragung.
    -Regierung Merz: lt. Koalitionsvertrag sollte die Stromsteuer für alle abgeschafft werden. Jetzt
    reicht’s halt doch nur für die Großindustrie, alle anderen haben Pech gehabt. Vielleicht klappt’s
    nächstes oder übernächstes Jahr, wer’s glaubt…

    Bei der neuen Regierung zeigen sich schon nach kurzer Zeit die ersten Erosionserscheinung, die
    Streiterei wird genau so forgeführt werden wie bei der Vorgängerregierung, siehe klägliche und
    jämmerliche Vorgänge bei der abgesetzten Richterwahl zum BVG. Jeder hat zu bestimmten
    Themen schon seine Pflöcke eingerammt, “das ist mit der CDU/CSU nicht zu machen”, “das ist
    mit der SPD nicht zu machen”. Die Regierungsparteien sind sich offensichtlich ihrer
    Verantwortung nicht bewusst, denn wenn die nächsten knapp 4 Jahre “vergeigt” werden,
    bekommen bei der nächsten Wahl CDU/CSU und SPD keinen Fuß mehr auf den Boden. Wer
    dann der große Gewinner sein wird mit allen Konsequenzen, ist wohl jedem auch klar.
    Die Arbeit als Minister in einer Regierung ist ja auch was ganz Tolles, man kann die grössten
    Fehlentscheidungen treffen, Millionen und Milliarden verschwenden und ist nicht haftbar dafür,
    siehe Maskenaffäre des CDU/CSU-Fraktionschefs, Mautaffäre des Herrn Scheuer, die Stuttgarter
    Schlafhauben, die 20 Jahre lang 1.400 unbesetzte Lehrerstellen nicht bemerken usw..
    Schwamm darüber, ist alles nicht so schlimm, der Steuerzahler reguliert’s ja wieder. Im
    Gegensatz zur freien Wirtschaft, wo jeder Mitarbeiter bis hin zur Kündigung die Folgen von
    Fehlleistungen zu tragen hat. Die satten Diätenerhöhungen sind ja im übrigen auch
    gerechtfertigt, sie “folgen nur der allgemeinen Lohnentwicklung”.

    Man soll doch die Rentner in Ruhe lassen, die haben doch ihr Leben lang gearbeitet und die
    Aufbauarbeit der Eltern fortgesetzt. Das ist diskriminierend und gehört vor’s BVG
    (Altersdiskriminierung), wenn den Rentern von allen Einnahmen über einem Freibetrag von
    1.050,- EUR 10% als “Boomer-Soli” abgenommen werden soll. Die Regierung soll sich vielmehr
    mal den jungen Leuten zuwenden und diese in Arbeit oder Ausbildung bringen, um Einnahmen
    für die Rentenkasse zu erzielen.

    Eine kürzlich erschienene Studie sagt, dass in Deutschland 1,3
    Millionen Menschen im Alter von 16 bis 24 Jahren leben. Von diesen 1,3 Millionen Menschen
    gehen ca. 700.000 zur Schule, absolvieren eine Ausbildung oder gehen arbeiten, ca. 600.000
    Menschen machen gar nichts, leben noch alimentiert zuhause oder sind schon im Bürgergeld.
    Aber auch hier würden sich wieder Stimmen erheben, dass ein Einmischen des Staates unsozial
    wäre und die Freiheit und die “Lebensplanung” dieser Menschen nicht beeinträchtigt werden
    darf.

    Dieser “Boomer-Soli” ist zunächst mal ein Gedankenspiel und keine beschlossene Sache, wird
    aber schon seit Tagen propagiert. Und das unwidersprochen, das ist das Gefährliche daran.
    Ich denke es brodelt in vielen Rentnern, um diese oder zumindest einen Teil davon auf die
    Strasse zu bringen, muss das organisiert werden. Den Eindruck, dass der DVG in Schockstarre
    verfallen ist, habe ich schon seit längerem.

    Wünsche ebenfalls ein schönes Wochenende und gute Gesundheit

    Zitat Ende

  • Und der Sozialbetrug geht weiter

    Und der Sozialbetrug geht weiter

    Foto: pixabay

    DAK fordert 10 Milliarden Zuschuß für Bürgergeldempfänger

    von Reiner Korth               27.06.2025

    Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) steht vor der nächsten Finanzierungslücke. Wie Bild online berichtet (“Beitragszahlern droht Rekord-Hoch”, vom 26.06.2025), hat das IGES Institut eine notwendige Beitragserhöhung “zum Jahreswechsel um 0,2 Prozentpunkte” errechnet, die bis 2027 um weitere 0,3 Punkte auf dann “18 Prozent” Beitragssatz für die Krankenkasse steigen wird. Obendrauf kommt dann noch der Beitrag zur Pflegeversicherung.

    Die Regierung plant großzügigerweise, den Krankenkassen ein “Darlehen” in Höhe von 2,3 Mrd Euro zu geben, was dann wieder zurückzuzahlen sei. Die DAK weisst diesen Regierungsvorschlag aufs Schärfste zurück und betitelt ihn als “Strohfeuer” und spricht von “einem Fehler” im System.

    Warum haben die Krankenkassen überhaupt eine Finanzierungslücke?

    Die Ampelregierung (SPD, FDP,GRÜNE) und davor auch schon die GroKo (CDU,SPD) haben im letzten Jahrzehnt in hohem Maße soziale Wohltaten verteilt, um ihre Wähler bei Laune zu halten. Diese Wohltaten nennen sich im Fachjargon “Versicherungsfremde Leistungen”. Laut Internetseite des “Bundesministerium für Gesundheit” sind das “medizinische Leistungen, die familienpolitisch motiviert oder von gesamtgesellschaftlichen Interesse sind”.

    Und genau an dieser Stelle beginnt dann auch der Sozialbetrug. Die versicherungsfremden Leistungen sind politisch “von gesamtgeschellschaftlichem Interesse”, daher sind sie auch von allen Bürgerinnen und Bürgern, letztendlich aus dem Staatshaushalt zu finanzieren. Aber: zurzeit bezahlen alleinig die GKV-Versicherten diese soziale Wohltat. Das ist dann wieder total unsozial. Politiker, Beamte, Selbstständige, Privat Versicherte entziehen sich dieser gesamtgesellschaftlichen Sozialfinanzierung. Sie machen sich einen schlanken Fuß.

    Die DAK fordert daher von der Bundesregierung allein “für die ausreichende Finanzierung der Bürgergeldempfänger-Beiträge” einen dauerhaften Zuschuß von 10 Milliarden Euro jährlich, um die Finanzlücke zu schließen.

    Betriebsrentner und Direktversicherte zahlen doppelte Beiträge

    Was in dieser Diskussion immer wieder untergeht und von der Regierung bewußt verschwiegen wird: Um das Finanzproblem der Krankenkasssen abzufedern, wurde bereits vor Jahren beschlossen, daß auf Betriebsrenten und Direktversicherungen der doppelte Krankenkassenbeitrag zu zahlen ist. Dieser Effekt führt dann zu der sozialen Unwucht, daß viele Betriebsrentner im Rentenalter höhere Beiträge zahlen müssen als in ihrer Berufszeit. Währenddessen sich Politiker und Beamte der Zahlung und der sozialen Verpflichtung entziehen.

    Auf den Punkt gebracht: Betriebsrentner zahlen doppelte Krankenkassenbeiträge, um die Bürgergeldempfänger zu subventionieren. Privat Versicherte und Besser Verdienende oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze von 5 500 Euro Brutto entziehen sich der sozialen Verpflichtung. Sparen auf Betriebsrenten und Direktversicherungen wird also von der Bundesregierung bestraft und nicht belohnt.

    Es ist höchste Zeit, daß die Bundesregierung diese soziale Schieflage wieder beseitigt und die Benachteilgung der Betriebsrentner und Direktversicherten wieder rückgängig macht.

     

  • Krankenkassen in Nöten, wer muss zahlen?

    Krankenkassen in Nöten, wer muss zahlen?

    Beitrag: Andreas Reich DVG-e.V., Bild: Adobe-Stock

    Kaum ist die neue Regierung im Amt schon häufen sich die Hiobsbotschaften für die gesetzlichen Sozialversicherungen.
    800 Millionen Euro wollen (müssen) Sozialministerium und Finanzministerium als Nothilfe den Krankenkassen zur Verfügung stellen.
    Doch wo sind die seit über 60 Jahre nicht gezahlten Gelder für die versicherungsfremden Leistungen?

    Für Leistungen die nach dem Gesundheitsministerium:

    Als versicherungsfremde Leistungen bezeichnet man medizinische Leistungen, die familienpolitisch motiviert oder von gesamtgesellschaftlichem Interesse sind. Hierzu gehören auch hiermit einhergehende Lohnersatzleistungen.

    Im Einzelnen ist insbesondere auf Folgendes hinzuweisen:

    • die beitragsfreie Versicherung während des Erziehungsurlaubs, die beitragsfreie Mitversicherung von nicht berufstätigen beziehungsweise geringfügig beschäftigten Ehegatten oder Lebenspartnern sowie Kindern,
    • Leistungen rund um die Schwangerschaft und Mutterschaft, zum Beispiel Vorsorge- und Entbindungskosten, Haushaltshilfe oder häusliche Krankenpflege während der Schwangerschaft oder nach der Entbindung,
    • Leistungen zur Empfängnisverhütung,
    • Leistungen zur künstlichen Befruchtung,
    • das Mutterschaftsgeld und
    • Krankengeld bei der Betreuung eines kranken Kindes,
    • Betriebs- und Haushaltshilfen für alle Versicherten, insbesondere zur Vermeidung oder Verkürzung von Krankenhausaufenthalten.

    Der Bund beteiligt sich pauschal über Steuerzuschüsse an den Aufwendungen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für entsprechende Leistungen, um die Finanzierung dieser familienpolitisch und gesamtgesellschaftlich motivierten Aufgaben sachgerechter auf die Solidargemeinschaft der Steuerzahler zu verteilen und die Solidargemeinschaft der Beitragszahler teilweise zu entlasten.

    Wie aber wird die Solidargemeinschaft der Beitragszahler, entlastet, wenn der Staat die Finanzierung der familienpolitisch und gesamtgesellschaftlich motivierten Aufgaben nur pauschal über Steuerzuschüsse beteiligt ist.

    So hat die Hans Böckler Stiftung in ihrer Veröffentlichung „Impuls 06 2005“ dargestellt, dass im Jahr 2002 den Krankenkassen keine pauschale Steuerzuschüsse geleistet wurden. Also dadurch eine Fehlfinanzierung von 21,7 Milliarden €uro entstanden ist.

    Und vergessen wir nicht, ab September 2003 begann der Prozess der Gesetzgebung zum Gesundheitsmodernisierungsgesetz (GMG) in dessen Ergebnis wir Direktversicherte auf Grund einer Intervention des GKV zum GMG zur Kasse ab 01.04.2004 (Tag des Inkrafttretens des GMG) gebeten werden, da auf die Kapitalauszahlungen Steuern und Krankenkassenbeiträge zu zahlen sind. Nicht zu vergessen, Verträge die weit vor diesem Termin abgeschlossen wurden haben keinen Bestandsschutz bekommen, was bei der staatlichen Riester Rente anders aussieht.

    Jahrzehntelang schwiegen und schweigen immer noch die Verantwortlichen der GKV und der Krankenkassen über die jährlichen konkreten Einnahmen und Ausgaben der versicherungsfremden Leistungen. Die Abrechnungen, die die Krankenkassen im Internet auf ihren Seiten veröffentlichen sind ein Hohn für die Beitragszahler.

    Damit jedem bewusst wird die fehlenden Zuschüsse mussten durch Beiträge der Beitragszahler der gesetzlichen Krankenkassen (nicht Verfassungskonform) finanziert werden.

    „Eine Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) kam im Jahr 2005 jedoch zu ähnlichen Ergebnissen. Die Ökonomen Volker Meinhardt und Rudolf Zwiener bezifferten den von Arbeitnehmern durch Beiträge fehlfinanzierten Anteil an den Ausgaben der Krankenversicherung für 2002 auf 17 Prozent – 21,7 Milliarden Euro. Und warfen die Frage auf, „ob die Finanzierung von Ausgaben zur Unterstützung der Familie von einzelnen Gruppen oder gesellschaftlich zu tragen“ sei.

    Wenn Familienförderung als „von der gesamten Gesellschaft zu leistende Aufgabe angesehen“ werde, liege ein „Fehleinsatz der Beiträge“ vor – zumindest, solange ganze Personenkreise der Beitragspflicht entzogen sind: Beamte, Selbstständige und Arbeitnehmer mit Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze.“
    Aus: Impuls 18-2008 der Hans Böckler Stiftung

     

    Wer sind die Betrogenen dieser Politik

    Die Pressemitteilungen der letzten Zeit vermitteln alle einen Eindruck.

    „In Kassen der deutschen Sozialversicherungen fehlt es an Geld – und es wird immer schlimmer. Experten warnen davor, dass die Finanzierungslücke zu einem großen Problem wird. Und zwar schnell.“
    Focus Online 24.04.2025

    „Sonst gehen Beiträge durch die Decke – Krankenkassen schlagen Alarm.“
    Welt 20.05.2025

    Klamme Krankenkassen: Die Gesundheitsministerin muss intelligent sparen.“
    Frankfurter Allgemeine Zeitung 19.05.2005

    „Dramatische Lage der Krankenkassen – Rentner nun im Focus der Rettungsaktion.“
    Merkur vor 1 Woche

    Es wird einen massiven Einbruch an Sozialleistungen geben. Noch mehr höhere Beiträge in allen gesetzlichen Sozialversicherungen.

    Weitere Angriffe auf Kapitalauszahlungen bei Versicherungen.

    Weitere Gesetze wo die Beitragszahler zur Kasse gebeten werden, wie bei der Krankenhausreform die am 17.10.2024 im Bundestag beschlossen wurde.

    „Die Modernisierung der Krankenhausstrukturen wird mit insgesamt bis zu 50 Milliarden Euro über einen Transformationsfonds gefördert. Einer entsprechenden Rechtsverordnung hat der Bundesrat am 21. März 2025 zugestimmt. Für eine Laufzeit von 10 Jahren werden ab 2026 Fördermittel zur Verfügung gestellt. Die Krankenhausreform hat eine weitere wichtige Hürde in der Umsetzung genommen. Mit dem Transformationsfonds helfen wir den Bundesländern, in moderne Klinikstrukturen zu investieren“, so Ex-Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach.

    Das hat Lauterbach verschwiegen:

    Dieser Transformationsfonds soll entgegen dem Koalitionsvertrag der Ampel nicht wie vorgesehen vom Bund und den Ländern finanziert sondern laut Gesetz durch die Länder und die Krankenkassen werden.

    Also wird den Beitragszahlern der gesetzlichen Krankenkassen in die Taschen gegriffen.

    Wie lange wollen wir die gesetzlich Versicherten uns das gefallen lassen, wann zeigen wir unseren Protest?

    Hier sind Gewerkschaften, Sozialvereine und Verbände gefragt.Also wo seid Ihr?

    Fragen Sie alle im Bundestag vertetenden Parteien wann der Betrug mit den versicherungsfremden Leistungen aufhört.

  • Was haben die Erhöhung der Krankenkassenbeiträge und die Rentenlüge im ZDF mit der Wahl zu tun?

    Was haben die Erhöhung der Krankenkassenbeiträge und die Rentenlüge im ZDF mit der Wahl zu tun?

    Text: Andreas Reich
    Bild: Freepik

     

    Bei allen beiden Ereignissen wird verheimlicht, wie die Mitwirkung der Regierungen der Bundesrepublik seit 67 Jahren erheblich an den Problemen der Sozialversicherungen ist.

    Durch die nicht- bzw. nur Teilfinanzierung der versicherungsfremden Leistungen (nicht beitragsfinanzierte Leistungen) der Bundesrepublik Deutschland sind diese Missstände entstanden und werden jährlich weiter verschärft. Da die versicherungsfremden Leistungen eine gesamtgesellschaftliche Bedeutung besitzen sind diese durch Steuermittel zu finanzieren sind. Leider haben die verschiedenen Bundesregierungen es nicht für möglich gehalten die versicherungsfremden Leisten im SGB 5 festzulegen, so dass hier Schindluder je nach Auslegungen der politisch Verantwortlichen betrieben werden konnte.

    Leider werden die Beitragszahlerinnen und Beitragszahler von der GKV und den Krankenkassen über die jährlichen Abrechnungen nicht informiert.

    Der Gesundheitsminister, Karl Lauterbach schweigt auf schriftliche Anfragen zu dem Thema „versicherungsfremde Leistungen“ und lässt durch seine Mitarbeiter Antworten zukommen, die absolut nichts mit der Frage zu tun haben.

    Übrigens, das Krankenkassenversorgungsverbesserungsgesetz, das im November im Bundesrat beschlossen wurde hatte im Koalitionsvertrag noch die Regelung, Aufbau eines Fonds zu Finanzierung der Umsetzung zu gleichen Teilen durch Bund und Länder.

    Beschlossen wurde das Gesetz mit folgender Regelung zur Finanzierung, Aufbau eines Fonds zu gleichen Teilen durch Länder und den Krankenkassen. Als Zugriff auf die Beiträge der Beitragszahlerinnen und Beitragszahler. Der Fond soll auf 50 Milliarden Euro aufgestockt werden.

    In einer gestern veröffentlichten Studie der DAK wurde errechnet, sollte sich an den Bedingungen zur Finanzierung der Sozialversicherungen nichts ändern, so werden die Beiträge sich in den nächsten Jahren auf bis zu 50% steigen.

    Dank der jährlichen Offenlegung der Rentenversicherung „Rente in Jahren“ konnten die Teufel Tabellen erstellt werden. In ihnen wurde nachgewiesen wieviel Gelder der Rentenkasse jährlich der Rentenkasse entzogen wurde.

    Die Summe in den Teufel Tabellen beträgt ein Minus von über 1 Billion Euro. Was hätte man alles mit diesem Geld für die Rentnerinnen und Rentner tun können:

    • Die Rentnerinnen und Rentner müssten sich nicht mit 48% Rente zufriedengeben,
    • Beiträge zur Rentenversicherung wären nicht so hoch, wie jetzt,
    • Es würden weitaus weniger Rentnerinnen und Rentner an der Armutsgrenze leben müsse.

    Wie kommt jetzt das ZDF ins Spiel:

    Mit seinem Beitrag „die Wahrheit über die Rente“ von letzter Woche, zu sehen in der ZDF-Mediathek, wird ein Rentnerehepaar vorgestellt die zu den wenigen Prozent aller Rentnerinnen und Rentner das zu den wenigen begüterten Rentnerinnen und Rentnern zählt.

    Die mehrheitlich größere Anzahl von Rentnerinnen und Rentner gehört zu denen, die von ihrer Rente geradeso Leben können.

    Weiterhin wird behauptet, dass die Bundesrepublik mit dem Bundeszuschuss die Rentenversicherung finanzieren muss.

    Dass ist eine bewußte Lüge.

    Der Bundeszuschuss ist eigentlich der Zuschuss, der die versicherungsfremden Leistungen finanzieren sollte. Leider ist der Bundeszuschuss seit 67 Jahren viel zu wenig. Aber das zeigt die Reportage bewusst nicht!!

    Das vor der Bundestagswahl diese Aussagen vom ZDF gemacht würden, dürfte die Frage aufwerfen, wem dient dies.

    Man verunglimpft damit Rentnerinnen und Rentner, anstatt über die Wahrheit zu informieren und man sollte einmal die Frage stellen wie unabhängig sind die öffentlich-rechtlichen Sender.

    Wo bleibt die Unabhängigkeit?

    Also sollte jeder sich einmal ob für solche Leistungen die Bürgerinnen und Bürger noch Beiträge zahlen sollten.

    Legen Sie Widerspruch gegen die Rundfunkgebühren ein und verweisen Sie auch auf den Umstand, dass von der ARD Beitragsgelder für die Finanzierung eingesetzt werden. Ebenfalls weisen Sie auf die Überhöhten Gehälter der Führungsriegen der Sender hin.

  • Kostenfalle Altersvorsorge

    Kostenfalle Altersvorsorge

    von Reiner Korth     22.12.2024
    Bild: pixabay

    Hohe Sozialabgaben fressen das Angesparte wieder auf

    Viele Arbeitnehmer und spätere Rentner fragen sich in diesen Zeiten immer nachdenklicher und verunsichert, lohnt es überhaupt noch in die betriebliche und staatlich geförderte Altersvorsorge anzusparen oder lege ich mein Geld lieber auf das gewöhnliche Sparbuch?

    Der Grund ist, der Staat greift den (späteren) Rentnern immer tiefer in die Tasche. Die Thüringer Allgemeine titelt “Ein Fünftel der Altersvorsorge ist weg” (Ausgabe vom 20.12.2024). Die BILD schreibt “Rekord!   Rentner zahlen soviel Steuern wie nie” und Rentner müssen zusätzlich “54,6 Milliarden Euro an die Krankenkassen zahlen” (20.12.2024).

    Den Krankenkassen droht der finanzielle Kollaps

    Ja, den Krankenkassen geht es finanziell derzeit schlecht. Aber die Probleme liegen nicht in zu niedrigen Beitragskosten, die nicht kostendeckend wären, sondern die Probleme sind systemimmanent. Missmanagement, überhöhte Vorstandsgehälter und von der Politik aufgebürdete “versicherungsfremde Leistungen” belasten die Krankenkassen in ausuferndem Maße. Wie die NOZ in ihrer Ausgabe vom 21.12.2024 ausführt, “Der Staat sollte selber einspringen”, belastet allein die staatlich verordnete “Zweckentfremdung von Pflegegeldern während der Corona Pandemie” die Kassen mit rund sechs Milliarden Euro. Geld, das jetzt fehlt.

    Die Einkünfte der Altersvorsorge werden überproportional belastet

    Es ist geradezu unerträglich daß diejenigen, die selber nicht betroffen sind (Abgeordnete, Beamte, Privatversicherte, Selbstständige) darüber entscheiden, wie man die Direktversicherungen und Betriebsrenten noch höher belasten kann. Wie kann es sein, daß Direktversicherte doppelt bezahlen müssen während Gutverdiener mit 10 000 Euro Monatseinkommen prozentual weniger einzahlen? Warum also wird für die Besserverdienenden die Beitragsbemessungsgrenze politisch gewollt klein gehalten (2024: bei 5.175 € Monatsgehalt), dafür aber werden die Direktversicherungen doppelt verbeitragt?

    Rund 13 Millionen Betriebsrentner in Deutschland haben eine politisch gewichtige Stimme bei den nächsten Wahlen. Sie sollten sich sehr wohl darüber informieren, wie die Parteien zur überproportionalen Beitragsabschöpfung bei den Rentnern stehen?
    Und sie sollten nicht noch einmal blauäugig den rosigen Wahlsprechen folgen, die dann nach der Wahl einfach nicht umgesetzt werden, wie z. B. mit der SPD und Olaf Scholz geschehen: im Wahlkampf in Münster dem DVG die Abschaffung der Doppelverbeitragung versprochen, im Bundestag in aller Öffentlichkeit den Bürgern die Abschaffung zugesagt und dann, hinterher nichts gemacht. Die Quittung kam jetzt, der Kanzler ist abgewählt.

    Lohnt sich Vorsorgesparen überhaupt noch?

    Angesichts der hohen Abgabenlast auf Direktversicherungen und Betriebsrenten müssen die rund 41 Millionen Arbeitnehmer in Deutschland sich selber sehr kritisch die Frage stellen, ob eine Ansparung von Altersvorsorge, auch dann, wenn sie staatlich gefördert wird, überhaupt noch sinnvoll ist und überhaupt noch einen Ertrag abwirft, abwerfen kann?

    Das Geld auf dem Sparbuch ist sicher, das Altersvorsorgekonto wird vom Staat geplündert mit 20 Prozent Krankenkassenbeiträgen und zusätzlich immer höheren Steuern.

    Sozialpolitik geht auch anders – für eine sichere Altersvorsorge, wie sie der DVG fordert!

    Arbeitnehmer und Rentner können jetzt abstimmen. Zum einen bei der kommenden Wahl, welche politische Lösung sie wollen. Zum anderen bei ihren Sparanlagen, wo sie ihr persönliches Geld für ihre Altersvorsorge hingeben?

  • Staat unterminiert Sozialkassen

    Staat unterminiert Sozialkassen

    Staat unterminiert Sozialkassen

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