Die Mitgliederversammlung des DVG findet am 26. Juni 2021 statt von 13.00 bis 18.00 Uhr. Veranstaltungsort ist Erfurt.
Bitte streicht euch den 26. Juni 2021 ganz dick im Kalender an. An diesem Tag findet die Mitgliederversammlung des DVG in Erfurt statt.
Mitgliederversammlung verschoben
Ja, nein, vielleicht online – der Vorstand hat sich die Entscheidung in punkto Mitgliederversammlung wirklich nicht leicht gemacht. Die geplante Mitgliederversammlung im April musste wegen der Corona-Pandemie ausfallen. Der Vorstand hat auch eine reine Online-Versammlung ins Kalkül gezogen, ist aber wieder davon abgekommen. Schließlich hat er sich für einen späten Präsenztermin entschieden – und zwar jetzt den 26. Juni 2021. Die Wahl des Veranstaltungsorts ist letztlich auf Erfurt gefallen, weil das Hotel in Kassel abgesagte hatte. Erfurt ist verkehrstechnisch gut zu erreichen – und wir bekamen die Zusage von einem Hotel. Das Hotel hat auch einen verfügbaren größeren Saal. Dank sinkender Inzidenzen – Erfurt hat Stand 10. Juni einen Wert von 21,0 – können wir berechtigt hoffen, dass die AHA-Regelungen (Abstand, Hygiene, FFP2-Maske) bis zur Mitgliederversammlung nicht wieder verschärft werden und kein Test nötig ist. Die Inzidenzzahlen fallen zügig: Anfang Mai lag die Zahl noch bei 147, heute bei 21,0. Mehr Infos zur Corona-Statistik unter Corona-in-Zahlen.
Details
Hier noch einmal die genauen Daten:
Ort: Dorint Hotel Am Dom, Theaterplatz 2, 99084 Erfurt Datum: 26. Juni 2021, 13:00 bis 18:00 Uhr
Anmeldung: Wer kommt, muss sich wegen Corona verbindlich anmelden. Verbindlich anmelden, heißt verbindlich kommen. Wer sich angemeldet hat und nicht kommt, belastet alle anderen im Verein, denn für die angemeldeten Plätzen muss der Verein zahlen.
Anmeldeverfahren: Bitte klicken Sie hier, um sich zur Mitgliederversammlung anzumelden: Anmeldeformular
Treffen der Regionalgruppen-Sprecher: Die RG-Sprecher treffen sich bereits am Samstagvormittag. Näheres erfahren sie von Bernd Krüger, dem Koordinator DVG-Netzwerke.
Über die Details wurden alle Mitglieder per Mail, Facebook, WhatsApp und Brief informiert. Wer keine Mail bekommen haben sollte – bitte beim Vorstand melden unter vorstand@dvg-ev.email.
Der Rentenstreit zieht Kreise. Am Mittwoch, den 9. Juni 2021 findet sich im ZDF-Kanal „Phoenix“ eine Runde zusammen, um über die Pläne der Bundesregierung zu reden, das Renteneintrittsalter zu erhöhen.
Der Rente droht der Kollaps, wenn Merkel & Co. nichts unternehmen. Bislang wurde das Thema Rente von der großen Koalition erfolgreich unter den Teppich gekehrt – das scheint aber nicht länger zu funktionieren, wie die aufflammende öffentliche Diskussion beweist. Der ZDF-Kanal „Phoenix“ diskutiert deswegen am Mittwoch, den 9. Juni 2021 um 22.15 Uhr über das Thema „Der Rentenstreit – Arbeiten bis 68?“.
Rentenstreit um Laschets Vorstoß
Wenn es nach Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) geht, sollen die Deutschen künftig bis mindestens 68 arbeiten. Das Renteneintrittsalter soll erhöht werden. Geplant sei, so Phoenix, eine Anpassung an die Lebenserwartung, andernfalls drohen massive Lücken in der Rentenkasse. „Wie zumutbar ist eine längere Lebensarbeitszeit? Wie sicher ist die Rente?“ Diese Fragen stellt Anke Plättner:
Susanne Ferschl, Die Linke (stellv. Fraktionsvorsitzende Bundestag)
Axel Börsch-Supan, Direktor Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik
Armin Laschet ist für die Rente mit 68 – mindestens. Er spricht sich für eine längere Lebensarbeitszeit aus. Jetzt muss die CDU endlich Farbe bekennen.
Die Unionsparteien wollen dem „Hamburger Abendblatt“ zufolge eine „längere Lebensarbeitszeit und eine Vorsorgepflicht für Selbstständige“. Vorstellen wollen CDU und CSU ihr Wahlprogramm erst am 21. Juni, wie „24Matins“ schreibt, verabschiedet werden soll es am Vortag. Unionskanzlerkandidat Armin Laschet versucht offensichtlich, das Thema Rente möglichst im Wahlkampf zu umgehen, denn zu den Schwerpunkten der Union sollen wie Unionskreise verlauten lassen Innovation, Klimaschutz, Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Innere Sicherheit, Familie und Pflege sowie Europa zählen. Aber die Rente mit 68 ist zurzeit das wichtigste Thema.
Laschet erbt schwere Hypothek
Laschet vergisst dabei wohl, dass gerade das Thema Rente viele umtreibt – die Alten und die Jungen. Da hat die Union indes wenig zu bieten, hat sie doch das Rentensystem in den vergangenen 16 Jahren unter der Kanzlerin Angela Merkel systematisch ruiniert und sich Reformen verweigert. Laschet bleibt jetzt nichts anderes übrig, als für einen späteren Renteneintritt zu plädieren. Die Rente mit 68 treibt viel um.
Der Vorsitzende der Unionsarbeitsgruppe Arbeit und Soziales im Bundestag, Peter Weiß, fordert dem „Hamburger Abendblatt“ zufolge darüber hinaus eine Altersvorsorgepflicht auch für Selbstständige, die noch freiwillig fürs Alter vorsorgen können und sich deswegen für eine private Vorsorge mit Aktien, Immobilien oder Kapitallebensversicherungen entscheiden. Wenn es nach der CDU geht, sollen sie in die gesetzliche Rente eingebunden werden. Weiß schlägt laut „Hamburger Abendblatt“ weiter vor, die betriebliche Altersvorsorge für Geringverdiener leichter zugänglich zu machen. Das Thema Rente mit 68 bleibt aber im Gespräch.
“Das sind Wahnsinnsvorschläge”
Übrigens, von den Ideen seines Parteivorsitzenden in punkto Rente mit 68 ist Weiß der „Augsburger Allgemeinen“ zufolge alles andere als begeistert: „Das sind Wahnsinnsvorschläge, das kann man vergessen“, so Weiß. „Eine Prognose für die Jahre nach 2040, die kann man in die Tonne treten“, wiegelt der CDU-Politiker ab. „Die Entwicklung heute läuft zum Beispiel auch völlig anders, als der Rentenbericht vor zehn Jahre vorhergesagt hat“, so Weiß. Das heißt im Umkehrschluss, die CDU will weiter den Kopf in den Sand stecken und eine grundlegende Rentenreform auf die lange Bank schieben. Derzeit versuchen allerdings Politiker aus der Union die Probleme noch kleinzureden. “Die Rente mit 68 sei weder gewollt noch geplant”, wird CDU-Wirtschaftsminister Peter Altmaier von der “Bild” zitiert. Es sei das Pfeifen im Walde, so das Boulevard-Blatt. “Denn das Versprechen des deutschen Sozialstaats bricht gerade zusammen.” “Das Rentensystem implodiert”, titelt die “Bild”.
Übrigens, seine Meinung zu einer Rente mit 68 spezifizierte Laschet auf den Familienunternehmertagen 2021 in Berlin. Eigentlich müssten die Menschen, wenn sie länger lebten, auch länger arbeiten, wird Laschet von „T-Online“ zitiert. “Ich glaube, wir brauchen danach eine neue Perspektive über das Jahr 2030 hinweg; dabei wird man dann auch über die Lebensarbeitszeit sprechen müssen. Ich würde allerdings nicht heute sagen, es muss 70 sein.” Laschet spiegelt damit die Forderungen aus der Wirtschaft wider, wozu auch die Familienunternehmen gehören.
Laschet will spätere Rente
Dabei steigt das Renteneintrittsalter bereits sukzessive auf 67 Jahre. Jahrgang 1956 darf 2021 regulär mit 65 Jahren und zehn Monaten in Rente gehen, Jahrgang 1957 einen Monat später – und Jahrgang 1964 mit 67 Jahre. Das ist die bisherige Regelung. Wenn Laschet „später“ sagt, dann heißt das: mit 68 oder 69 Jahren, also ein Jahr oder zwei Jahre später. Da, wie die Deutsche Rentenversicherung feststellt, die Deutschen tatsächlich im Schnitt mit 64,3 Jahren in Rente gehen, läuft das auf eine Rentenkürzung hinaus, denn sie müssten dann nicht 2,7 Jahre (67 minus 64,3) ausgleichen, sondern im schlechtesten Fall 4,7 Jahre (69 minus 64,3). Ihr Rente würde demzufolge niedriger ausfallen als heute.
Misstrauen statt Vertrauen
Laschet spricht gegenüber dpa von “Vertrauen über die Regierungszeiten hinweg”, vergisst dabei aber zu erwähnen, dass die Union 2003 für die rückwirkende Einführung des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes gestimmt hat, das Millionen von Beschäftigten, die über ihren Betrieb fürs Alters vorsorgen, schlichtweg enteignete. Seit dem zahlen sie die vollen Krankenkassen- und Pflegebeiträge.
Zum Thema Vertrauen ein Leserbrief von DVG-Mitglied Reiner Wellmann in den Westfälischen Nachrichten vom 24.4.2021
Der Rente droht der Kollaps. Merkel & Co. haben sich vor einer grundlegenden Reform gedrückt und nur an den Symptomen herumgedoktert. Das rächt sich schon bald.
Doppelverbeitragung, Doppelbesteuerung, sinkendes Rentenniveau – die Merkel-Regierung hat in den vergangenen 16 Jahren nichts ausgelassen, um die Altersvorsorge zu ruinieren. Das wird so langsam immer mehr Menschen in diesem Land bewusst, darunter auch den Journalisten des „Hamburger Abendblatts“, die von „Alarm in der Rentenkasse“ schreiben.
Ohne Reform droht Kollaps
Mit ein bisschen Kosmetik ist es nicht mehr getan. Es hilft auch nichts, das Renteneintrittsalter anzuheben. Nein, es braucht eine grundlegende Reform, vor der sich Merkel & Co. erfolgreich gedrückt hat. Unter der brüchigen Oberfläche zeichnet sich ein Rentenabgrund ab, wie ein Gutachten für das Bundeswirtschaftsministerium erahnen lässt. „Dem System könnte der Kollaps drohen, wenn in wenigen Jahren die Zahl der Ruheständler aufgrund der Altersentwicklung in der Bevölkerung deutlich steigt und zugleich immer weniger Jüngere durch ihre Beiträge die Rente finanzieren müssen“, schreibt das „Hamburger Abendblatt“.
Staat plündert die Rentenkasse
Die Hamburger Journalisten sind aber offensichtlich der Mär aufgesessen, dass der Staat „zubuttert“. Dem ist nicht so. Der Staat gleicht nur die versicherungsfremden Leistungen aus, die er der Rentenversicherung aufgebürdet hat – und leider nur unzureichend, denn diese versicherungsfremden Leistungen sind deutlich höher als das, was der Staat als Ausgleich zahlt. Das heißt im Umkehrschluss, der Staat enteignet die Rentenkasse systematisch – und das schon seit Jahren.
Wie uns Merkel & Co. verschaukelt haben
Das kann auf Dauer nur schiefgehen, deswegen warnen „die Experten vor einer dramatischen Zuspitzung der Lage schon in wenigen Jahren“, wie das Blatt schreibt. Die grundsätzlichen Probleme des Rentensystems seien zwar seit Längerem bekannt; allerdings verbänden die annähernd 40 Forscherinnen und Forscher ihren aktuellen Befund mit einer äußerst kritischen Abrechnung mit der Großen Koalition. Um es einmal plakativ zu beschreiben: Merkel & Co. haben uns alle hingehalten und systematisch verschaukelt. Das Umlageverfahren, so wie es jetzt gestrickt ist und mit all den versicherungsfremden Leistungen kann nur kollabieren. Die Rechnung für viele kostspielige Maßnahmen wie etwa die Rente mit 63, Mütterrente und Grundrente sei von der jüngeren Generation zu zahlen.
Was wir von Schweden lernen können
Wie es besser geht, zeigen uns unsere nördlichen Nachbarn. Egal, ob Schweden, Norwegen, Dänemark oder die Niederlande – sie alle haben schon frühzeitig umgesteuert, anders als Deutschland. Aber die Experten kennen nur eine Lösung: die Rente mit 68. Schwach, ganz schwach. Wie einfallslos. Nichts gelernt. Viele können nicht bis 68 Jahre arbeiten, weil die Knie kaputt sind oder das Kreuz ausgeleiert ist. Es gibt andere Lösungen, wie uns die Nachbarn deutlich vor Augen führen. Eine Reform muss her – und dafür braucht es Mut, den Merkel & Co. in den vergangenen 16 Jahren vermissen ließ. „Die Politik muss sich für die Zukunft mehr überlegen als ein teures System auf Pump, das den Jungen in ein paar Jahren um die Ohren fliegt“, kommentiert das „Hamburger Abendblatt“ ganz richtig. Es gehe um Ehrlichkeit, aber auch um Ideenreichtum. „Deutschland sollte den Blick in andere Länder richten, wo eine ähnliche Altersstruktur sichere Renten ermöglicht, ohne dass Bezüge schrumpfen, die Jungen überfordert werden und der Renteneintritt weiter nach hinten verlegt wird“, erinnern die Hamburger richtig.
Die dafür Verantwortlichen müssen abgestraft werden – am Wahltag. Ein Weiter-So können wir uns als Gesellschaft nicht länger leisten. Gebt denen eine Chance, die bessere Ideen haben als nur das Renteneintrittsalter zu erhöhen.
Plötzlich interessiert sich auch eine breite Öffentlichkeit für das Thema Rente. Viele begreifen, dass sie in einen Abgrund blicken – eingebrockt von der Untätigkeit der Merkel-Regierung. Das Thema geht viral.
Rente interessiert mehr als die Bundestagswahl, so das Ergebnis der Google-Abfragen in den vergangenen sieben Tagen. Was Wunder, das lange von der Merkel-Regierung unterdrückte Thema kocht jetzt hoch und geht viral. Junge wie Alte begreifen, was ihnen in den kommenden Jahren blüht. Wenn nichts passiert, wird die Rente „auf Dauer nicht bezahlbar“, wie Heike Göbel von der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ meint.
Vergleich der Abfragen von Suchbegriffen “Rente” und “Bundestagswahl” bei Google
Der Wissenschaftsbeirat beim Bundeswirtschaftsministerium hat jüngst vorgerechnet, dass die gesetzlichen Ansprüche an die Rentenkasse dauerhaft nicht finanzierbar seien, so die „Welt“. Denn zur Verrentung der Babyboomer komme längerer Rentenbezug durch die voraussichtlich weiter stark steigende Lebenserwartung, so Heike Göbel. Beides führe ohne scharfe Korrekturen dazu, dass spätestens von 2035 an zwei Erwerbstätige mindestens einen Rentner unterhalten müssen durch ihre Beiträge oder Steuern. Jeder begreift, dass das nicht funktionieren kann.
Fast zwei vertane Jahre
Bis zur Bundestagswahl vergehen weitere Monate, in denen nichts passiert. Und danach muss sich erst einmal eine neue Regierung konstituieren, sprich, es vergehen weitere Monate der Untätigkeit. Dazu kommen noch die finanziellen Folgen der Corona-Beschränkungen während des letzten Jahres der Merkel-Regierung, die ebenfalls auf die Rentenkasse durchschlagen.
Die Einführung und Erhöhung der Mütterrente, die abschlagsfreie Rente mit 63, das Aussetzen des Nachhaltigkeitsfaktors, die Einführung der „Rentengarantie“ sowie die Abschaffung des „Nachholfaktors“ waren Projekte der GroKo gegen die Jüngeren. All das forciert die #Rentemit68
Die #Rentemit68 für alle ist Quatsch, denn wir brauchen endlich ein flexibles Eintrittsalter. Das Finanzierungsloch kann man aber nicht ignorieren oder wegdiskutieren. Daher brauchen wir stattdessen ein Konzept, das funktioniert: Die Gesetzliche #Aktienrente. Vorbild Schweden! 🇸🇪
Die Merkel-Regierung hat Rentenreformen systematisch verschleppt. Die Folge ist ein Desaster. Immer mehr Rentner erwartet Altersarmut. Dabei zeigen unsere Nachbarn, wie’s besser geht.
„Berlin, wir haben ein Problem“ – dieses Mal stammt der Funkspruch nicht von der Besatzung des Raumschiffs Apollo 13, sondern von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), der das Rentensystem Deutschlands kollabieren sieht. Ein Gutachten stellt der Rentenpolitik der großen Koalition „ein vernichtendes Zeugnis aus“, wie die „Welt“ schreibt.
Das Desaster ist programmiert
Schon heute gleicht die Bundesregierung längst nicht alle versicherungsfremde Leistungen der Rentenkasse aus, die sie ihr in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten aufgebürdet hat – mit der Grundrente kam sogar jüngst eine neue Forderungen hinzu. Jetzt sollen die Rentner die verkorkste Rentenpolitik der Merkel-Regierung ausbaden, in dem sie „länger arbeiten und weniger Rente“ bekommen, so die „Welt“.
Warum nicht von Schweden lernen?
Statt von den Nachbarn zu lernen, werden weiter Milliarden in das Minus-Geschäft Riester-Rente gepumpt. Das gleiche gilt für die Direktversicherung, die sich für die Versicherten als Rohrkrepierer entwickelt. Aber die IG Metall verkauft sie ihren Mitglieder in Form der Metallrente immer noch als das Nonplusultra betrieblicher Altersvorsorge.
Ab 2025 gehe die Generation der Babyboomer in Rente – und dann fliegen Deutschland die Versäumnisse der Merkel-Regierung um die Ohren. „Die Rentenversicherung steuert auf einen Beitragsschock zu, verursacht durch die Rentenpolitik der vergangenen Jahre“, so der Vorsitzende des Wissenschaftliche Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums, Klaus M. Schmidt. Die Merkel-Regierung habe ungeachtet der demografischen Entwicklung der gesetzlichen Rentenversicherung immer neue Zusatzlasten aufgebürdet. Corona wird die Folgen noch verschärfen, so viel dürfte klar sein.
Im Mai sind die Verbraucherpreise um 2,5 Prozent gestiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat. Parallel dazu erwartet die Rentner 2021 eine Nullrunde. Angesichts der Inflation wird ihre Rente automatisch weniger wert.
Die Inflationsrate in Deutschland – gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – lag im Mai 2021 bei +2,5 Prozent. Noch im Dezember war von Inflation nichts zu spüren – im Gegenteil, es herrschte mit -0,3 Prozent sogar Deflation. Seitdem geht es stetig bergauf mit der Inflation – und das schon im fünften Monat in Folge. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, stiegen die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vormonat März 2021 um 0,5 Prozent.
Inflation zehrt Rente auf
Vor allem Energie ist im April deutlich teurer geworden, nämlich um plus zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Auslöser war die zu Jahresbeginn eingeführten CO2-Abgabe. Falls das Klimaschutzgesetz im Bundestag beschlossen wird, wird es für Verbraucher noch mal deutlich teurer – die Inflationsrate könnte dann schnell auf vier oder mehr Prozent steigen. Das gilt vor allem für Kraftstoffe und Heizöl.
Für Rentner brechen schwere Zeiten an, denn ihre Rente wird dieses Jahr nicht steigen, anders als in den Vorjahren. Die Nullrunde ist bereits beschlossene Sache. Lediglich Ost-Rentner bekommen eine kleine Erhöhung – als Anpassung an die West-Renten.
Deutschland ist in punkto Rente nur Mittelfeld. Schweden steht dank des staatlichen Schwedenfonds weit besser da. Wie hat sich der Metallrentefonds im Vergleich zum schwedischen AP7 entwickelt?
Deutschland kann sich in punkto Rente eine Scheibe abschneiden von Schweden. Vor allem die Schweden zeigen, dass sich mit einer kapitalgedeckte Altersvorsorge als Ergänzung zum Umlageverfahren die Rente sichern lässt. Die Schweden sind in den vergangenen Jahren gut damit gefahren, wie die Sendung ZDFZoom “Arm am Ende” zeigte . Ihre Såfa böte sich als Blaupause auch für Deutschland an. Die „Statens årskullsförvaltningsalternativ“, kurz Såfa, zeigt, dass Aktien unverzichtbar sind für die Altersvorsorge. Såfa steht für staatliche Jahrgangsverwaltungsalternative. Millionen Schweden setzen auf den vom Staat angebotenen Aktienfonds AP7. Deutsche Metaller beispielsweise setzen im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge auf den Metallrentefonds der Allianz.
Schwedenfonds für mehr Rente
Schweden hat für seine Bürger staatliche Fonds ausgelegt – einen Aktien- und einen Anleihenfonds: den AP7 (ISIN: SE0003299999). Der AP7 verwaltet die Prämienrentenansprüche für die Schweden, die nicht in andere Fonds investieren wollen – mittlerweile mehr als fünf Millionen Schweden. Beim AP7-Aktienfonds handelt es sich um einen staatlich verwalteten Fonds, der einem strengen Portfoliomanagement unterliegt. Neben einer gesetzlichen Rente und einer Betriebsrente, die vom Arbeitgeber finanziert wird, sollten Bürger privat vorsorgen. Der AP7-Fonds ist Teil der sogenannten Premium-Rente in Schweden und erzielt seit Jahren sehenswerte Renditen.
Hierzulande investieren Hunderttausende Metaller in die Metallrente, die auch von der Allianz organisiert wird. Eine Minderheit der Metaller mit Metallrente setzt auf den Metallrentefonds. Insofern ist es interessant, beide Pensionsfonds miteinander zu vergleichen. Das geht leider nur über einen Umweg: Deswegen vergleichen wir den AP7 mit dem weltweiten Aktienindex MSCI ACWI (All Country World Index), der mehr als 3000 Aktien von 50 Börsen weltweit zusammenfasst und die Marktkapitalisierung von 85 Prozent aller Aktien weltweit abdeckt. Wir vergleichen parallel dazu den Metallrentefonds mit dem MSCI ACWI. Welcher Fonds schneidet besser ab im Vergleich zu seiner Benchmark, sprich Messlatte? Somit kann sich jeder selbst ein Bild machen. Den Vergleich kann jeder auch jederzeit selbst nachvollziehen auf der Seite von Morningstar Sweden (AP7 und MSCI ACWI) und auf der Seite von Onvista (Metallfonds und MSCI ACWI). Den Chart-Vergleich kann jeder selbst jederzeit auf der Seite von Morningstar Schweden abrufen.
Vergleich AP7 mit MSCI ACWI
AP7 im Vergleich zum Weltindex MSCI ACWI Quelle: Morningstar Sweden
Vergleich Metallrentefonds mit MSCI ACWI
Dazu im Vergleich der Metallrentefonds. Benchmark ist ebenfalls der MSCI ACWI
Metallrentefondsim Vergleich zum Weltindex MSCI ACWI Quelle: Onvista
Der schwedisch AP7 verwaltet aktuell ein Vermögen von 748 Milliarden schwedischer Krone, was 73,85 Milliarden Euro entspricht. Die Verwaltungskosten betragen nach Angaben von AP7 aktuell 0,11 Prozent. Die Wertentwicklung des AP7 liegt der Fonds-Ratingagentur Morningstar zufolge bezogen auf einen Zeitraum von zehn Jahren bei 15,5 Prozent pro Jahr.
Der Metallrentefonds weist seit Auflage (2002) eine jährliche Wertentwicklung von 4,93 Prozent aus, bezogen auf zehn Jahre von jährlich 6,73 Prozent. Die Pauschalvergütung liegt bei 1,15 Prozent, aktuell werden laufende Kosten von 1,2 Prozent erhoben. Der Metallrentefonds ist aktuell zu 81,46 Prozent in Aktien, zu 16,87 Prozent in Anleihen investiert und hält 1,68 Prozent Cash.
Altersarmut ist wie ein drohendes Unheil, über das die Politiker ungern reden – und noch weniger handeln. Weil Rentenreformen verschleppt wurden, ist das Problem größer geworden, wie ZDFZoom in einem Beitrag zeigt.
Dabei stehen wir erst am Anfang – die geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer gehen in den kommenden Jahren in Rente. Dann kocht das Problem Altersarmut erst so richtig hoch. Die junge Generation wird eine Zentnerlast schultern müssen. Deswegen braucht es jetzt grundlegende Reformen. Statt zu agieren, hat die Merkel-Regierung eine Rentenkommission aufgestellt, die nach jahrelangen Beratungen nur heiße Luft generierte.
Altersarmut programmiert
Das Umlagesystem wackle bereits wegen der Demografie, so die ZDF-Redaktion. „Finanzierten 2020 zwei Beitragszahler eine Rente, werden es wohl 2050 nur noch 1,2 sein; die junge und mittlere Generation belastet diese Rentenpolitik in Zukunft doppelt: Sie werden immer mehr zahlen müssen und immer weniger herausbekommen.“
Dumm nur, dass sich „die dringliche private Vorsorge für das Alter werden sich damit immer weniger Beitragszahler leisten können“. Dies treffe die mittlere Generation, wenn sie sich auf die gesetzliche Rente verlassen hatte, besonders hart, da ihr kaum noch Zeit für die Vorsorge bleibe. Zukunftsorientierte Rentenpolitik sehe anders aus. „Dabei sind die Beitragszahler von heute die Rentner von morgen und jede Generation hat das Recht, sich vor Armut im Alter zu schützen – ob dafür, bei steigenden Sozialabgaben, noch etwas übrigbleibt, ist in Zukunft fraglich.“
Die CDU stellt sich Forderungen von Altersvorsorgen gegenüber taub, die eine Ende der Abzocke im Alter fordern. Rentenreformen wurden verschleppt, auf Entlastung warten die Bürger vergeblich. Jetzt regt sich Unmut.
Der Sprecher des Vereins der Direktversicherungsgeschädigten (DVG) Regionalgruppe Süd-Sachsen/Chemnitz, Werner Partschefeld (CDU), war ziemlich erstaunt als er sich den Podcast von Marco Wanderwitz angehört hat. Der Ostbeauftragte der Bundesregierung sprach in dem Podcast der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ von Ostdeutschen, die „teilweise in einer Form diktatursozialisiert sind, dass sie auch nach dreißig Jahren nicht in der Demokratie angekommen sind“. Wanderwitz sieht darin die „Nachwirkung von 40 Jahren Sozialismus“.
CDU auf dem Ohr taub
Und nun? Hat die CDU daraus gelernt? Irgendwie sieht es nicht danach aus, obwohl die Direktversicherungsgeschädigte ihr Anliegen erst zum 1. Mai lautstark wiederholten. „Offensichtlich wird von der CDU noch immer nicht richtig wahrgenommen, dass viele Bürger, so auch wir, bei maßgeblichen, die Bürger betreffenden Entscheidungen transparent mit einbezogen werden möchten“, schreibt Partschefeld Wanderwitz. Partschefeld und seine Mitstreiter fordern, dass die CDU ihre „Fehleinschätzungen und Fehlhandlungen“ nicht länger „marginalisiert“ oder gar „wegwischt“, sondern die notwendigen Schlussfolgerungen daraus zieht. Das gelte besonders für die neuen Bundesländern, „denn deren Bürger haben aufgrund ihrer historischen wie aktuell gesammelten Erfahrungen mit politischen Entscheidungen durchaus nachvollziehbare Vorstellungen, wie richtiges Demokraktieverständnis aussehen sollte“. Daran aber hapert es bei der CDU schon seit längerem, die sogar Mehrheitsentscheidungen ihrer Mitglieder missachtet. Beispiel ist die Abschaffung der Doppelverbeitragung von Direktversicherung.
Viele wählen AfD aus Protest
Die AfD habe und werde vielleicht nur aufgrund der politischen Fehlentscheidungen der Regierungsparteien den Zulauf von abgehängten Bevölkerungsgruppen aus Ost und West bekommen, so Partschefelds Analyse. Damit ist er nicht allein, auch der vom FAZ-Redakteur Timo Steppat befragte Soziologieprofessor Everhard Holtmann ist der Meinung, viele Bürger wählen die AfD, weil sie die Partei „als Gegenpol gegen das Kartell der Alt-Parteien“ sehen.
Wanderwitz würde das gern bis zur nächsten Generation aussitzen. Partschefeld hält dagegen und meint, „wenn sich daran zeitnah nichts ändert, ist es auch mit dem Aussitzen und Hoffen auf eine nächste Generation nicht getan“. „Wir Direktversicherungsgeschädigten geben die Informationen zu dem von der CDU an uns begangenem formalrechtlich legalisierten Betrug an die nächste Generation weiter“, kündigt Partschefeld an – und lädt Wanderwitz zu einem klärenden Gespräch ein. Dabei könnte auch der Brief von Wanderwitz‘ Kollegen Hans-Jürgen Irmer an den CDU-Parteivorsitzenden Armin Laschet Thema sein. Irmer hat Laschet aufgefordert, die Abzocke der Altersvorsorger endlich zu beenden, wie es die Mehrheit der CDU-Mitglieder in Hamburg beschlossen hatte.
Bild: CDU/Tobias Koch | DVG
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