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  • Im Gespräch: DVG-Vorstand im Interview mit bAV-Experte Friedemann Heinz  Die Rechtsprechung muss an die Lebenswirklichkeit angepasst werden

    Im Gespräch: DVG-Vorstand im Interview mit bAV-Experte Friedemann Heinz Die Rechtsprechung muss an die Lebenswirklichkeit angepasst werden

    Text: DVG                  Bild: pixybay / alexas-fotos – old-people

     

    DVG-Vorstand im Interview mit bAV-Experte Friedemann Heinz
    Die Rechtsprechung muss an die Lebenswirklichkeit angepasst werden

    DVG-Vorstand: Herr Heinz, Sie haben nach Ihrem Beitrag im Fachmagazin Die Rentenversicherung (RV 1/2026) nun mit „Die Erosion der Grundlagen der bisherigen Rechtssprechung“ eine umfassende Fortsetzung zur Thematik der Doppelverbeitragung der Krankenkasssen vorgelegt. Was genau hat Sie zu dieser neuen Analyse und Bewertung veranlasst?

    Friedemann Heinz: Bislang haben die Sozialgerichte und das Bundesverfassungsgericht Klagen gegen die doppelte Verbeitragung meist mit formelhaften Begründungen abgewiesen. Es hieß gebetsmühlenartig, die nachträgliche Beitragspflicht sei „nicht sehr intensiv“ und stärke letztlich die „wirtschaftliche Leistungsfähigkeit“ der Rentner. Man verwies auf Zinsgewinne und den angeblichen Vorteil der betrieblichen Altersversorgung. Doch diese Annahmen bisheriger Rechtsprechung haben sich verändert, ja sogar ins Gegenteil verkehrt. Mein neuer Aufsatz liefert die dogmatischen und wirtschaftlichen Argumente, um den Gerichten zu beweisen, dass die alten Entscheidungsgrundlagen von damals schlichtweg nicht mehr existieren.

    DVG-Vorstand: Sie sprechen in Ihrem neuen Aufsatz von einer „ökonomischen Erosion“ und einem „Substanzverzehr“. Was genau bedeutet das für betroffene Sparer?

    Friedemann Heinz: Es bedeutet, dass wir es heute mit einer völlig veränderten Zins- und Inflationslandschaft zu tun haben als noch vor zwanzig Jahren. Wer über Jahrzehnte hinweg diszipliniert Geld in eine Direktversicherung eingezahlt hat, stellt bei der Auszahlung fest, dass die Kaufkraft des angesparten Kapitals inflationsbereinigt oft kaum noch den Wert der damals eingezahlten Raten deckt. Die langanhaltende Niedrigzinsphase gepaart mit den jüngsten Inflationsschüben hat die nominalen Erträge weitgehend entwertet. Oftmals ist bereits vor dem Zugriff der Krankenkassen ein realer Kaufkraftverlust eingetreten.

    DVG-Vorstand: Und in dieser Situation schlägt dann die „Doppel- bzw. Mehrfachverbeitragung“ zu.

    Friedemann Heinz: Genau. Das ist der entscheidende Punkt. Heute verbleibt fast immer ein Substanzverlust. Wenn auf ein ohnehin real entwertetes Kapital eine Vollverbeitragung bzw. nochmalige Verbeitragung in der Kranken- und Pflegeversicherung erhoben wird, führt dies in der Regel zu einem empfindlichen realen Verlust. Es wird eben nicht – wie von der Rechtsprechung fiktiv angenommen – ein „Vorteil“ abgeschöpft. Stattdessen wird direkt in die mühsam über viele Jahre angesparte Vermögenssubstanz eingegriffen. Das ist ein konfiskatorischer Zugriff auf die Altersvorsorge, der das verfassungsrechtliche Übermaßverbot aus Art. 14 GG (Eigentumsschutz) sowie den allgemeinen Gleichheitssatz (Art 3 Abs. 1 GG) massiv verletzt. Deshalb erscheint eine erneute verfassungsrechtliche Bewertung dringend geboten.

    DVG-Vorstand: Wie können unsere Mitglieder und deren Rechtsbeistände Ihre neuen Erkenntnisse nun konkret nutzen?

    Friedemann Heinz: Die beiden fundierten Fachbeiträge sollen den fachlichen Dialog zwischen Betroffenen, Politik, Krankenkassen, Rechtsanwälten und Gerichten fördern und zugleich neue rechtliche Wege für eine notwendige Korrektur aufzeigen. Sie sind mehr als nur eine wissenschaftliche Abhandlung.

    Sie sind eine fundierte Argumentationshilfe und eine Blaupause für künftige Klageverfahren,

    die den Druck auf das Bundessozialgericht und das Bundesverfassungsgericht auf eine Rechtsfortbildung massiv erhöhen können und müssen. Die Justiz kann die Augen vor dieser veränderten ökonomischen Realität nicht länger verschließen!

    DVG-Vorstand: Herr Heinz, wir danken Ihnen für das Gespräch und diese wertvolle juristische Unterstützung für unser gemeinsames Ziel, einer fairen Altersvorsorge.

    Hinweis für unsere DVG Mitglieder:

    • Der neue Fachaufsatz „Die Verbeitragung von Direktversicherungen auf dem Prüfstand – Die Erosion der tatsächlichen Grundlagen der bisherigen Rechtsprechung“ sowie
    • Der grundlegende Aufsatz aus der Fachzeitschrift RV 01/2026 „Wenn Altersvorsorge zur Belastung wird – ein Systemfehler bedarf der Korrektur“,

    können bei Interesse ab sofort direkt beim Autor, unserem Mitglied Friedemann Heinz per E-Mail unter f-heinz@t-online.de angefordert werden.

  • Generation Z nimmt Altersvorsorge selbst in die Hand – gelernt von den bitteren Erfahrungen des DVG

    Generation Z nimmt Altersvorsorge selbst in die Hand – gelernt von den bitteren Erfahrungen des DVG

    Vor dem Hintergrund von Vertrauensverlust und dem Kampf der Geschädigten im DVG um ihre Ansprüche reagiert die Generation Z (geboren zwischen 1997 und 2012) auf die Unsicherheit der gesetzlichen Rente und der privaten Altersvorsorge mit einem grundlegend anderen Ansatz zur Altersvorsorge als ihre Vorgängergenerationen – das müssen sie auch.

    Digital, renditeorientiert und mit ausgeprägter Skepsis gegenüber traditionellen Garantieprodukten. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein für die Problematik der sogenannten „Doppelverbeitragung” bei Direktversicherungen, gegen die sich der Verein der Direktversicherungsgeschädigten (DVG) seit 2015 wehrt.

    Die Generation Z: Zwischen Renten-Skepsis und aktivem Handeln

    Nahezu ein Drittel der 18- bis 30-Jährigen erwartet im Alter keine gesetzliche Rente mehr. 83 Prozent haben Bedenken hinsichtlich Altersarmut, drei Viertel sorgen sich um das sinkende Rentenniveau. Diese Ängste führen jedoch nicht zu Resignation, sondern zu konkretem Handeln, stellten jüngst Der Spiegel und der Münchner Merkur fest.

    • 55 Prozent der Gen Z, die sparen oder Geld anlegen, tun dies für die Altersvorsorge
    • 45 Prozent sparen regelmäßig per Wertpapiersparplan – im Durchschnitt etwa 350 Euro pro Monat
    • 88 Prozent dieser Einzahlungen fließen in börsengehandelte Indexfonds (ETFs)
    • 64 Prozent der unter 35-Jährigen planen in den nächsten Jahren konkrete Schritte zur Altersvorsorge

    Besonders bemerkenswert: Jeder vierte Teilnehmer im Alter von 18 bis 34 Jahren ist bereit, mehr als 240 Euro monatlich für die Altersvorsorge zurückzulegen – ein Betrag, der viele bisherige staatliche Fördermodelle übersteigt.

    Digital, flexibel, renditeorientiert

    Eine Studie der KPMG namens „Generation ETF” zeigt: Jüngere Menschen legen keinen Wert mehr auf teure Garantiezusagen. Lediglich 46 Prozent möchten ihr eingezahltes Kapital vollständig gesichert wissen. Stattdessen gewinnen Renditechancen, niedrige Kosten und flexible Vorsorgemöglichkeiten stark an Bedeutung.

    „Viele junge Menschen denken heute ganz anders über Altersvorsorge als frühere Generationen. Sie möchten mehr Kontrolle darüber, wie ihr Geld angelegt wird, und erwarten gleichzeitig einfache digitale Lösungen”, erklärt ein KPMG-Partner.

    Der DVG: Ein Verein kämpft für Gerechtigkeit

    Während die Gen Z ihre Vorsorge selbst organisiert, kämpfen ältere Generationen mit den Folgen veränderter Spielregeln. Im Oktober 2015 gründeten mehr als 40 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Hofheim am Taunus den Verein DVG e.V.. Das Motto des DVG: Viele Stimmen – ein Ziel: faire Altersvorsorge. Aus den ursprünglichen 40 Mitgliedern sind mittlerweile annähernd 3.000 Mitglieder geworden. Der Verein warnt zunehmend junge Menschen vor den Fallen der betrieblichen Altersvorsorge.

    Das Problem: Die Doppelverbeitragung

    Betroffen sind nach jüngsten Schätzungen etwa sechs Millionen Menschen in Deutschland, deren Direktversicherungen und Betriebsrenten seit dem 2004 eingeführten GKV-Modernisierungsgesetz (GMG) mit vollen Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung belastet werden. Das bedeutet: Mehr als 20 Prozent Verlust auf das angesparte Kapital.

    Ein betroffenes DVG-Mitglied aus München beschreibt sein Erlebnis: Bei seinem Renteneintritt 2015 wollte er sich seine Direktversicherung auszahlen lassen. Rund 30.000 Euro hatte er eingezahlt, aufgrund niedriger Zinsen hätte er 31.500 Euro ausgezahlt bekommen. Die Krankenkasse forderte jedoch 6.000 Euro als Beitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung. „Hätte ich das im Vorfeld gewusst, hätte ich etwas anderes abgeschlossen”, sagt das Mitglied. „Mein Vertrauen in die Politik ist dadurch komplett verloren gegangen.”

    Die Forderungen des DVG

    Der Verein fordert:

    • Sofortigen Stopp der Mehrfachverbeitragung
    • Entschädigung der durch das GMG rückwirkend Benachteiligten
    • Aufhebung der rückwirkend beschlossenen Beitragspflicht zur Kranken- und Pflegeversicherung von Kapitalzahlungen aus Direktversicherungen, die vor 2004 rechtsverbindlich abgeschlossen wurden

    Michael Kröner, Vorstandsmitglied des: „Wir kamen zu der Erkenntnis, dass wir nur als schlagkräftiger Verein mit möglichst vielen Mitgliedern und einer klaren Strategie zum Erfolg kommen können.” Und weiter: „Ex-Bundeskanzler Olaf Scholz hatte uns in einer hochoffiziellen Bundestagsfragestunde Abhilfe zugesagt – aber nicht eingehalten. Die neue GroKo ist mit ihren eigenen Problemen so beschäftigt, die sie sich übrigens nahezu alle selber eingebrockt hat – viel besser wäre es, die Probleme zu lösen, für die sie zuständig ist – zum Beispiel unsere.“

    Parallelen zwischen Gen Z und DVG: Vertrauensverlust als Motor

    Beide Phänomene – die selbstorganisierte Altersvorsorge der Gen Z und der Widerstand der Direktversicherungsgeschädigten – haben eine gemeinsame Wurzel: tiefes Misstrauen gegenüber staatlichen Versprechen und traditionellen Vorsorgesystemen.

    Die Gen Z reagiert präventiv: Sie gestaltet ihre Vorsorge unabhängig vom Staat, setzt auf digitale Lösungen, ETFs und behält die Kontrolle über ihre Geldanlage. Der DVG kämpft für viele gegen das, was Betroffene als „stille Falle” der betrieblichen Altersvorsorge bezeichnen.

    Besonders relevant für die junge Generation: Der DVG warnt explizit junge Menschen davor, in die „stille Falle” der betrieblichen Altersvorsorge zu tappen und um mehr als 20 Prozent ihres Kapitals enteignet zu werden. Diese Warnung findet in einer Generation Gehör, die ohnehin skeptisch gegenüber staatlich geförderten Vorsorgemodellen ist.

    Fazit: Zwei Generationen, ein gemeinsames Lernen

    Die Generation Z zeigt, dass sie aus den Fehlern der Vergangenheit lernt: Sie verlässt sich nicht auf staatliche Garantien, sondern nimmt ihre Altersvorsorge selbst in die Hand – digital, flexibel und mit klarem Fokus auf Rendite und Kontrolle. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein dafür, dass politische Versprechen im Bereich der Altersvorsorge brüchig sein können – eine Erkenntnis, für die der DVG seit über einem Jahrzehnt kämpft.

    Für die junge Generation bedeutet dies: Vorsorge ist wichtig, aber die Wahl der richtigen Instrumente und das Verständnis der langfristigen Konsequenzen sind entscheidend. Der Kampf des DVG  dient dabei als Mahnmal dafür, was passieren kann, wenn die Spielregeln – und sogar die gesetzlich legitimierten Verträge – nachträglich geändert werden. Der Begriff „Pacta sunt servanda“ – Verträge sind einzuhalten – gilt offenbar nichts mehr.

    www.dvg-ev.org

     

    Text: Thomas Kießling

    Foto: pexels.com

    Redaktion: Michael Kröner

  • Herr Bundeskanzler Friedrich Merz: wir fordern klare Antworten

    Herr Bundeskanzler Friedrich Merz: wir fordern klare Antworten

    Bild: Bundesregierung / Jesco Denzel

    Herr Bundeskanzler, haben Sie sich versprochen, oder wollen Sie die Empfehlungen der Rentenkommission wirklich vollständig umsetzen?

    Ihre erste Reaktion auf diese Empfehlungen war:

    Die Bundesregierung wird die Vorschläge der Rentenkommission komplett umsetzen.

     Das bedeutet, Sie wollen …

    • Als politische Zielgröße einer lebensstandardsichernden Alterssicherung im Mehrsäulensystem eine Nettoersatzquote von mindestens 70 Prozent nach Steuern anzusetzen.

     Ja oder Nein ? Herr Bundeskanzler

    • Eine nachvollziehbare und transparente Darstellung von Leistungen der GRV, für die keine Beiträge entrichtet wurden (nicht beitragsgedeckte Leistungen), weiterhin sicherzustellen.
    • Klar abgrenzen und in der Höhe zu überprüfen, welche der nicht beitragsgedeckten Leistungen innerhalb der Versichertengemeinschaft von der GRV zusätzlich zu tragen sind.
    • Leistungen, die eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe erfüllen, also nicht beitragsgedeckte Leistungen sind vollständig jährlich über Bundesmittel zu erstatten. Eine Begrenzung von Bundesmitteln wird von der Kommission nicht befürwortet. Es wird empfohlen, die Bundesmittel zukünftig als „Bundesanteil“ anstatt als „Bundeszuschüsse“ zu bezeichnen.

    Heißt das jetzt, dass die Beiträge für die nicht beitragsgedeckten Leistungen weiterhin nicht vollständig durch die Gesamtgesellschaft (Steuergelder) getragen werden sollen? Das Minus dieser Leistungen beträgt mittlerweile seit 1957 in Summe 1,05 Billionen Euro. Das bedeutet: diese Summe ist den Beitragszahlern für die Finanzierung ihrer Renten entzogen worden. Werden nur die Beitragszahler weiterhin für diese Leistungen zur Kasse gebeten? Oder wollen Sie diese Leistungen abschaffen?

    Merke: Das „Minus durch versicherungsfremde Leistungen“ ist DAS grundlegendste und hartnäckigste Finanzproblem der gesetzlichen Krankenversicherung GKV!

    Selbst in einer Pressemitteilung der „Deutschen Rentenversicherung“ zur Finanzentwicklung Rentenversicherung vom 11.06.2026 wird Alexander Gunkel, Vorsitzender des Bundesvorstands der Deutschen Rentenversicherung auf der Bundesvertreterversammlung zitiert:

    „Nicht beitragsgedeckte Leistungen sollten sachgerecht aus dem Steueraufkommen finanziert werden und nicht aus den Beiträgen von Arbeitnehmenden und Arbeitgebenden“.

    Die Differenz zwischen nicht beitragsgedeckten Leistungen und Bundeszuschüssen beträgt mittlerweile bereits 40 Milliarden Euro pro Jahr.

    Gunkel macht daher deutlich: „Kürzungen der Bundesmittel bedeuten zwangsläufig höhere Beiträge für Beschäftigte und Arbeitgeber.“ In konkreten Zahlen würde die Kürzung der Bundeszuschüsse um 4 Milliarden Euro zu einem um 0,2 Punkte höheren Beitragssatz bereits im nächsten Jahr führen.

    Weitere Vorschläge aus der Rentenkommission:

    • (Diese) sieht eine Erwerbstätigenversicherung, in die neben abhängig Beschäftigten auch Selbständige, Beamte, Abgeordnete und Vorstände von Aktiengesellschaften einbezogen sind, als Idealbild der Alterssicherung an.
    • Die Versicherungspflicht sollte auch alle Personen umfassen, die bereits jetzt eine selbständige Beschäftigung ausüben. Ihnen soll jedoch ein voraussetzungsloses Herausoptieren ermöglicht werden.

    Herr Bundeskanzler die Forderung nach einer Rentenversicherung “Erwerbstätigenversicherung” wie am Beispiel Österreich, wurde von Ihrer Partei und Ihren Koalitionsparteiengrundsätzlich bisher abgelehnt.

    Mit Ihrer Ankündigung, “alle Empfehlungen” der Rentenkommission zu übernehmen, besteht nun ein grundlegender Widerspruch zu Ihrer CDU Parteimeinung.

    Wie werden Sie den Widerspruch lösen, werden Sie ihn überhaupt lösen?

    Des Weiteren, die Rentenkommission … 

    • Empfiehlt die Einführung einer obligatorischen kapitalgedeckten Rentenkomponente im Rahmen der GRV (gesetzliche Kapitalrente). Dazu sollen individuelle Kapitalkonten für die Beitragszahlenden eingerichtet werden. Empfohlen wird ein paritätisch finanzierter zusätzlicher Beitragssatz von zwei Prozent mit schrittweiser Einführung…

    Planen Sie mit der Kapitalrente die Ausweitung der Versteuerung der Kapitalauszahlung und die auch Doppelverbeitragung wie bei der Direktversicherung in der betrieblichen Altersversorgung?

    Mit dem geplanten paritätisch finanzierten zusätzlichen Beitragssatz bewegen Sie sich in den Spuren der Direktversicherung in der betrieblichen Altersvorsorge. Sozialgerichte haben bereits mehrfach argumentiert:

    Alle Kapitalauszahlungen, die mit dem Arbeitgeber in Verbindung gesetzt werden können, unterliegen der Beitragspflicht der betrieblichen Altersvorsorge. Das hätte dann erneut zur Folge:

    Es besteht die große Gefahr der Einführung der Doppelverbeitragung auch auf die Kapitalrente. Damit wird sie für den Rentner zum Minusgeschäft.

    Es gibt viele Fragen, die beantworten werden müssen. Dazu brauchen wir alle Vereine in diesem Land, die sich um Rentner kümmern, auch die Gewerkschaften und alle Parteien die sich für eine gerechte Altersversorgung einsetzen.

    Es bedarf einer konzertierten Aktion. Deutschland muss auf die Straße, den politisch Verantwortlichen muss gezeigt werden, dass notwendige Veränderungen nur mit den Betroffenen und nicht gegen sie durchgeführt werden können.

    Wir müssen uns um uns selber kümmern.

    Andreas Reich DVG e.V.

  • Die Gesundheitsreform – groß gedacht, aber wieder nur auf dem Rücken von Arbeitnehmer und Rentnern ausgetragen

    Die Gesundheitsreform – groß gedacht, aber wieder nur auf dem Rücken von Arbeitnehmer und Rentnern ausgetragen

    Die Bundesregierung hat sich viel vorgenommen. Mit der geplanten Gesundheitsreform soll das System effizienter, gerechter und langfristig stabiler werden. Angesichts steigender Kosten, einer alternden Bevölkerung und struktureller Defizite ist der Reformdruck unbestritten hoch. Doch bei näherer Betrachtung zeigt sich ein bekanntes Muster: Die finanzielle Hauptlast tragen einmal mehr Arbeitnehmer und Rentner. Vor allem Ärzte und die Pharmaindustrie dürfen offenbar sich auf die „französiche Art“ verabschieden. Darauf verweist der DVG – Verein der Direktversicherungsgeschädigten e.V. und zeigt sich über die zunehmende Ungerechtigkeit enttäuscht.

    Im Zentrum der Gesundheitsreform stehen ja zunächst Maßnahmen zur Kostendämpfung und zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung. Beitragssätze werden angepasst, Zusatzbeiträge steigen in vielen Kassen spürbar. Für Beschäftigte bedeutet das: weniger Netto vom Brutto. Für Rentner, deren Bezüge ohnehin häufig knapp kalkuliert sind, wirkt sich jede Erhöhung unmittelbar auf die Lebensqualität aus.

    „Zugleich bleibt die strukturelle Schieflage des Systems weitgehend unangetastet. Die Trennung zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung besteht fort, ebenso wie die ungleiche Beitragsverteilung zwischen verschiedenen Einkommensgruppen. Während hohe Einkommen und Kapitaleinkünfte nur begrenzt herangezogen werden, liegt der Fokus erneut auf den klassischen Beitragszahlern“, so Andreas Reich, Vorstandsmitglied des DVG.

    Auch die versprochenen Effizienzgewinne werfen Fragen auf. Digitalisierung, bessere Steuerung von Patientenströmen und der Abbau von Bürokratie gelten seit Jahren als zentrale Hebel – doch konkrete Entlastungen lassen weiter auf sich warten. Stattdessen entsteht der Eindruck, dass kurzfristige Finanzierungslücken durch Beitragserhöhungen geschlossen werden, ohne die grundlegenden Probleme nachhaltig zu lösen.

    Die DVG-Verantwortlichen sprechen daher von einer Reform, die zwar ambitioniert formuliert ist, aber politisch vor allem dort ansetzt, wo Widerstand am geringsten erscheint. Arbeitnehmer und Rentner verfügen über begrenzte Ausweichmöglichkeiten – ihre Beiträge lassen sich vergleichsweise einfach anpassen. Andere Finanzierungsquellen bleiben hingegen weitgehend unberührt.

    Dabei wäre eine breit angelegte Reform denkbar. Modelle, die alle Einkommensarten einbeziehen oder die Beitragsbasis verbreitern, werden seit Jahren diskutiert. „Ebenso könnte eine konsequentere Steuerfinanzierung versicherungsfremder Leistungen für mehr Gerechtigkeit sorgen. Doch solche Ansätze erfordern politischen Mut und greifen in bestehende Interessenlagen ein“, so Reich.

    So bleibt am Ende ein ambivalentes Bild: Die Gesundheitsreform setzt wichtige Impulse, über 60 Vorschläge hatte eine unabhängige Kommission zunächst formuliert – verfehlt aber den Anspruch, die Lasten fair zu verteilen. Die Bundesgesundheitsministerin Nina Warken will nur rund zwei Drittel davon umsetzen – Belastungen von Ärzten und Pharmaunternehmen aber weitgehend streichen, zudem in einem Apotheken-Gesetz die Zukunft dieser Branche mit weiteren Einnahmequellen begünstigen (Stichwort Tetanus-Spritze). Für viele Bürger dürfte sich daher weniger die Frage stellen, ob das System reformiert werden muss – sondern vielmehr, wer am Ende dafür bezahlt. „Und die Mittelschicht aus Arbeitnehmern und Rentnern kann dabei nicht länger der Dukaten-Esel sein, denn da sind keine Dukaten mehr rauszuquetschen“, so Andreas Reich abschließend.

    Text: Thomas Kießling

    Redaktion: Andreas Reich

    Foto: pixabay

  • Gibt es eine stille Revolution?

    Gibt es eine stille Revolution?

    Text: Michael Rahnefeld                Bild: Pixabay – Witt_digital

     

    Die Deutschen sind ein leidensfähiges Volk, zu großen Revolutionen taugen sie nicht. „Wenn sie einen Bahnhof stürmen, kaufen sie vorher eine Bahnsteigkarte“, soll einmal Lenin gesagt haben. Mit dem Ausspruch wird die sprichwörtliche deutsche Regeltreue und Obrigkeitshörigkeit auf den Punkt gebracht, will heißen, dass selbst bei eventuellen Protesten die Ordnung nicht missachtet werden darf. Aber diese Gefahr besteht ohnehin nicht, denn große Proteste gibt es hierzulande nicht, auch wenn unter der Überschrift „Reform“ der Sozialstaat kleingeschnippelt wird. 

    Dieser Tage wurde der Armutsbericht des Paritätischen mit der Überschrift „Wachsende Armut, schrumpfende Sicherheit“ vorgelegt. Er enthält alarmierende Befunde: (Zitat Anfang) Die soziale Spaltung in Deutschland verschärft sich. 13,3 Millionen Menschen leben in Armut, die Armutsquote steigt auf 16,1 Prozent. Gleichzeitig wächst die Kluft zwischen Regionen und Bevölkerungsgruppen. Während Armut insgesamt zunimmt, verfestigt sie sich besonders bei Älteren, Frauen und Alleinerziehenden. ‚Wir sehen eine Gesellschaft, die sozial weiter auseinanderdriftet. Menschen spüren das. Jetzt immer neue Kürzungen zu diskutieren, schürt Angst und Unsicherheit. Das spielt Populisten und Extremisten in die Hände‘, erklärt Dr. Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes. (Zitat Ende)

    Fast zeitgleich meldet die Unternehmensberatung BGC (Quelle ZDF): Rund 5000 Superreiche besitzen mehr als ein Viertel des Finanzvermögens in Deutschland, das sind rund 1100 Menschen mehr im Vergleich zum Vorjahr. 

    Den Superreichen gegenüber stehen rund 66 Millionen Menschen in Deutschland mit einem Finanzvermögen von unter 250.000 Dollar. Dieser großen Mehrheit gehört ein Drittel (35,9 Prozent) des Finanzvermögens. Dazwischen: rund 3,2 Millionen Menschen mit einem Vermögen zwischen einer Viertelmillion und einer Million Dollar, auf die 11,3 Prozent entfallen.

    Ganz oben steht eine Elite: Mehr als 700.000 Multimillionäre halten zusammen mit den rund 5.000 Superreichen über die Hälfte (52,8 Prozent) des Finanzvermögens. (Quelle ZDF)

    Während Rentner also Flaschen sammeln, den Rentnern, die vorgesorgt haben, ein Fünftel ihrer Ersparnisse enteignet wird (dvg-ev.org), die Rente insgesamt immer mehr zum Vabanque-Spiel wird, begnügt sich eine schwarz-rote Koalition mit lobby-gesteuerten und feigen Ministern bei Reformplänen mit einem Herumlaborieren an einem völlig zerfledderten, maroden und seit Jahrzehnten ausgeplünderten Gesamt-Sozialsystem. Den Mumm zum großen Wurf, bei dem grundlegend neu aufgebaut, alle Bevölkerungsgruppen mit einbezogen und Privilegien abgeschafft werden, den hat wohl keiner im Team „Eierarsch“ (so bezeichnete FDP-Chef Wolfgang Kubicki zuletzt Kanzler Merz). Die leidensfähigen Deutschen schweigen dazu, nehmen wohl alles hin, was an Horrorbotschaften den angedachten Reformen vorauseilt und werden sich wohl folgsam fügen. 

    Oder vielleicht doch nicht? Gibt es vielleicht eine Art stille Revolution? So könnte man zumindest die Entwicklungen interpretieren, schaut man auf die Stimmungs- und Meinungszahlen. Die CDU segelt immer mehr ab in Richtung 20 Prozent. Die SPD und die Grünen dümpeln bei 12 Prozent, die „Systemsprengerpartei“ AfD hingegen legt zu und hat die Marke von 27 Prozent erreicht. 

    Die Unzufriedenheit mit der Bundesregierung verfestigt sich im aktuellen ARD-Deutschland-Trend – während die wirtschaftliche Lage immer schlechter eingeschätzt wird, meldet die Tagesschau. 

    „Auch der Blick in die eigene wirtschaftliche Zukunft fällt demnach zunehmend skeptisch aus: 53 Prozent der Befragten erwarten, dass ihre Lage in einem Jahr in etwa unverändert sein wird. 38 Prozent rechnen jedoch mit einer Verschlechterung in den kommenden zwölf Monaten – in Ostdeutschland gilt das sogar für fast jeden Zweiten“, heißt es auf der Website der Tagesschau. 

    In Mecklenburg-Vorpommern, wo in diesem Herbst die ersten Landtagswahlen stattfinden, könnte die „stille Revolution“ an den Wahlurnen erstmals richtig sichtbar werden. Bei über 40 Prozent stehen die blauen Systemsprenger dort. Und es sind keinesfalls alles Nazis und Rechtsradikale, die sich dieser für sie „letzten Hoffnung“ zuwenden. Ihre Hauptintention an der Wahlurne ist das mittlerweile sehr verhasste, angeblich so demokratische System der Etablierten loszuwerden. Die Ignoranz der Regierenden, der Hochmut, das Vorbeiregieren am Volk, die zunehmende Aufweichung zwischen Gerichtsbarkeit und Regierungspolitik, Korruption und die Furcht vor sozialem Abstieg sind das toxische Gemisch, das diese „stille Revolution“ befeuern. Wir gehen keinen guten Zeiten entgegen.

  • Die gesetzliche Rente ist keine Sozialleistung

    Die gesetzliche Rente ist keine Sozialleistung

    Text: Reinhold Birth                Foto: Pixabay by alexas – fotos-old-people

     

    Die gesetzliche Rente ist keine Sozialleistung, denn wir zahlen alle dafür ein – trotzdem läuft mit ihr wie mit der betrieblichen Altersvorsorge etwas grundsätzlich schief – warum ist das so und was kann dagegen getan werden?

    Das unendliche Thema Rente und Betriebliche Altersvorsorge werden wir einfach nicht los – dabei war das Problem doch 1974 durch die Bundesregierung  Schmidt / Genscher gelöst – es war klar formuliert,

    1. dass die Geburtenrate nach den Baby-Boomer-Jahren (1946-1964) vorbei sind und immer weniger Beitragszahler die Alterseinkommen finanzieren müssen,
    2. dass das gesetzlich zu erwartende Alterseinkommen nicht ausreicht,
    3. dass neben der privaten Vorsorge am besten auch die betriebliche Altersvorsorge „bAV“ angeboten wird – die Geburtsstunde:
      1. des 3 Säulen-Prinzips – um unseren Lebensstandard halten zu können und
      2. des Betriebsrentengesetzes

    Beamte hatten ihre aus Steuergeldern finanzierte Pension. Damals noch in einer weit geringeren Größenordnung und es wurde gleichzeitig darüber nachgedacht, ob für alle der aktuelle Beamtenstatus  weiter angeboten werden sollte – so wurden zum Beispiel in dieser Zeit in dem Bundesland Bremen nicht mehr jeder ausgebildete Lehrer verbeamtet. 

    2004 / 2005 wurde alles geändert – weil der Staat Geld für seine gesetzliches Gesundheitswesen brauchte – weil durch seine eigenen Entscheidungen die Ausgaben explodierten und der GKV sowie der gerade erst 10 Jahre bestehenden gesetzlichen Pflegeversicherung die Insolvenz drohte – heute ist das wieder so.

    Seitdem ist die bAV so unattraktiv wie nie zuvor und daran hat sich bis heute nichts geändert. Das heißt doch eigentlich: der Staat kann es einfach nicht.

    Heute beschimpft der Bundeskanzler die faulen Rentner und fordert, wir sollten doch nicht so weinerlich sein und jammert selbst – versucht allen Ernstes von sich und seinem Staatsapparat Bundesrepublik Deutschland abzulenken, der mit einem wachsenden Beamtenapparat und ein noch größeres Kanzleramt immer höhere Kosten verursacht und gleichzeitig mit seiner Politik die Wirtschaft abwürgt.

    Dieser Apparat hat es trotz zahlreicher Versuche wie Riester, Rürup, Betriebsrentenstärkungsgesetz nicht geschafft diese großen Fehler von 2004 zu korrigieren und nimmt heute weiter gern 1/5 der ersparten Altersvorsorge für Beiträge und seit 2005 auch noch etwa ein Drittel oder fast die Hälfte Steuern auf die Kapitalauszahlungen (inklusiv der Einzahlungen) und jüngst urteilte der Bundesfinanzhof am 30.10.2025 (Az. X R 25/23) dass die Fünftel Regelung auf die Direktversicherung nicht grundsätzlich anwendbar ist.

    Und sonst? Werden die Kosten nach dem Verursachungsprinzip gerecht verteilt? Davon kann keine Rede sein, denn der Beitragszahler der gesetzlichen Sozialversicherung zahlt diese Leistungen seit 1957 mit – das sind etwa 1 Billionen allein in der gesetzlichen Rentenversicherung (Kriegslasten, deutsche Wiedervereinigung etc.). Auch jede Beitragserhöhung in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung kürzt die Rente und der Bundesfinanzminister sieht überhaupt nicht ein, dass er die Gesundheitsversorgung der Bürgergeldempfänger vollständig aus dem Bundeshaushalt finanzieren muss – stattdessen werden die Beitragszahler der GKV mit den Kosten belastet und wenn er etwas davon zurückzahlt, nennt er und im Gleichklang die Presse es großzügig Zuschuss. So wird versucht, uns an der Nase herumzuführen, nebenbei werden die Lohnnebenkosten künstlich überhöht was die Arbeitskosten verteuert und dem Wettbewerb schadet.

    Die Rente reicht immer noch nicht – die jungen Leute sollen also unbedingt ihre zukünftige Rente durch eine bAV aufbessern – man hat doch jetzt durchgesetzt, dass der Arbeitgeber sich mit 15 % an der Besparung beteiligen muss. Davon kann ich bei all dem hier aufgelisteten Nachteilen nur abraten, denn wenn am Ende 20 % in die Sozialversicherung gehen, bleibt nichts mehr über und dazu kommen ja noch die Steuern – siehe oben… die Inflation ist dabei noch gar nicht berücksichtigt. Es wäre also ein kalkuliertes Verlustgeschäft.

    Alles gehört zusammen und wir haben nur eine Chance, aus dieser Misere herauszukommen – müssen dazu abwarten, ob wir, die Wähler für eine neue Bundesregierung – oder – die Bundesregierung selbst für einen Neuanfang bereit sind – eingesetzte Alterssicherungs- oder (Renten-) Kommission zukunftsorientierte Lösungen erarbeitet und alle diese Fragen positiv beantwortet werden:

    • Wird die Sozialversicherung auf neue Füße gestellt?
    • Werden die versicherungsfremden Leistungen aus der gesetzlichen Sozialversicherung gestoppt und aus dem Bundeshaushalt entschädigt?
    • Werden die Beiträge am Wirtschaftskreislauf beteiligt oder leben wir weiter von der Hand in den Mund?
    • Werden zukünftig auch Regierungsvertreter und Beamte für ihre Altersversorgung Beiträge leisten (das natürlich nur unter Einhaltung des Vertrauens- und Vertragsschutzes?“ und
    • Werden dabei der Bundeshalt mit allen Ressorts einem grundsätzlichem Kassensturz unterzogen?

    Wir müssen uns sehr deutlich machen, dass wir der Staat sind und die Regierung kontrollieren – das hat sich – vorsichtig gesagt – etwas verschoben. Und wir müssen uns deutlich machen, dass wir uns weiter nur einen Sozialstaat leisten können, wenn das Geld dafür vorher verdient ist.

    In den jüngsten vergangenen Jahren haben einige sogenannte Experten versucht uns einzureden, dass durch die Auflösung der Schuldenbremse alle Probleme der Welt gelöst werden – welch eine Irrung.

  • Wie lange geht das noch gut?

    Wie lange geht das noch gut?

    Autor: Michael Rahnefeld, DVG            Bild: Pixabay

     

    Schwarz-Rot in Berlin hat den Schuss offenbar immer noch nicht gehört: Ein Kanzler noch unbeliebter als Weiland Olaf Scholz – und der war schon auf der untersten Stufe. 80 Prozent der Bevölkerung sind unzufrieden mit der Politik (gibt’s überhaupt eine?), dazu Protagonisten, die mit ihrem Verhalten und Auftreten ein absolut marodes System manifestieren und weiter dazu beitragen, dass sich die Menschen abwenden. 

    Da stellt sich die offenbar „fast erblindete“ Sozialministerin Bärbel Bas (SPD) hin und verkündet, es gibt keine Zuwanderung in die Sozialsysteme Deutschlands. Ein Jens Spahn, jüngst erneut zum Fraktionsvorsitzenden der CDU im Bundestag gewählt, verteidigt bei Maischberger den Automatismus der Diätenerhöhungen für Bundestagsabgeordnete und führt dabei an, was diese Kolleginnen und Kollegen im Abgeordnetenhaus alles Tolles leisten. Masken-Jens ist mittlerweile so frech-dreist, dass er noch nicht einmal darüber nachdenken will, was passiert, wenn in Magdeburg im Herbst die AfD eventuell mit über 40 Prozent der Wählerstimmen in den Landtag von Sachsen-Anhalt einzieht. 

    Ich frage mich, was noch alles passieren muss, bis diese Politik-Parasiten, die dem Volk auf der Tasche liegen, aber so gut wie nichts für die breite Masse tun, in die Wüste geschickt werden. Ein Lars Klingbeil (SPD) weigert sich, die Sozialversicherten zu entlasten, in dem er den Zuschuss von 12 Milliarden Euro für Bürgergeldempfänger und andere Nichteinzahler in die Gesundheitskassen auf alle Schultern der Steuerzahler verschiebt. Nein, allein die „dummen Sozialversicherten“ sollen auch weiterhin diese Lasten tragen, alle anderen – angefangen von Beamten über Privatversicherte bis zu Politikern – sind nicht mit im Boot.

    Ihren Steuererlass beim Sprit sollten unsere Lobby-Agenten in Berlin am besten gleich an die Mineralölkonzerne überweisen, und den Dämpfer, den Fritze Merz und seine Chaotentruppe im Bundesrat bezüglich der 1000 Euro Entlastungszahlung für Arbeitnehmer hinnehmen musste, kam nur zustande, weil auch seine eigenen Parteifreunde in den Ländern erkannt haben, dass auf ihre Kosten solche Geschenke gemacht werden sollten. An der Steuerbelastung wären nämlich die Länder hängengeblieben. Andere Leute Geld verschenken und das gemeine Volk abzocken, darin sind Merz und Konsorten spitze, die Roten treiben das mit voran bzw. fördern das noch, wie wir alle als Doppelverbeitragungsopfer schmerzlich erfahren dürfen. Die Deutschen sind ein leidensfähiges Volk und halten viel aus, es muss doch aber irgendwann mal den Deckel vom Topf heben?

    Kurzer Blick auf DVG. Bei der Hauptversammlung in Kassel (das Protokoll liegt vor), wurde der weitere Kurs bestimmt. An alten Werten und Zielen wird festgehalten, darüber hinaus aber sollen jüngere Menschen, die im Arbeitsleben stehen, vor Alterssicherungsangeboten gewarnt werden, bei denen sie letztendlich draufzahlen. Sie sollen nicht in die „stille Falle“ tappen. Der öffentliche Auftritt von DVG wird aufgepeppt und der Zeit gemäß angepasst, die Arbeiten dazu sind in vollem Gange.  

    Und dann noch der Hinweis auf die jüngste Ausgabe des Magazins „Senex“, das im Landkreis Göppingen erscheint. Dort gibt es ein Exklusiv-Interview mit dem Ex-Arbeitsminister Walter Riester (SPD), der einen Vorschlag zum Umbau der Rente vorlegt. Seine Vorstellungen kurz zusammengefasst: 

    Erstens müsste die Wertsicherung der Rente dadurch erfolgen, dass sie an die jeweilige Preissteigerungsrate angepasst wird.

    Zweitens würden alle Beamten und Angestellten in beamtenähnlichen Verhältnissen wie zum Beispiel die Abgeordneten dazu verpflichtet, dass sie im Gegenzug für die staatliche Absicherung ihrer Pensionen Rücklagen in Höhe von 10 Prozent in die Rentenversicherung einzahlen, die Rentenbeziehern zugutekämen. Und drittens sollten anfallende Überstunden von den Betrieben auf das Rentenkonto der betroffenen Arbeiter und Angestellten einbezahlt werden.

    Zum Exklusivinterview  mit Walter Riester: PDF-Dokument · 10,3 MB

  • Der Lumperei nächstes Kapitel: wird Riester II genauso ein faules Ei wie die Erstausgabe?

    Der Lumperei nächstes Kapitel: wird Riester II genauso ein faules Ei wie die Erstausgabe?

    Seit Jahren versprechen Politiker, das deutsche Rentensystem gerechter und zukunftssicher zu gestalten. Mit der sogenannten Rentenreform und dem geplanten „Riester II“-Modell soll nun angeblich ein neuer Abschnitt beginnen – einer, der mehr Menschen zur privaten Vorsorge motiviert und die staatliche Förderung neu justiert. Doch wer genauer hinschaut, erkennt schnell: Die Grundprobleme werden nicht gelöst, sie werden lediglich modern verpackt. Der Lumperei nächstes Kapitel so zusagen – und das übernächste als Fallbespiel gleich noch obendrauf.

    Gerade Mitglieder des DVG, des Vereins der Direktversicherungsgeschädigten e.V.  blicken mit bitterer Erfahrung auf diese Reformdebatte. Viele von ihnen hatten in gutem Glauben in kapitalgedeckte Altersvorsorgeprodukte investiert – oft mit staatlicher Förderung und der Zusicherung, dass diese Vorsorge steuerlich begünstigt und sozialabgabenfrei sei. Dann änderte sich die Gesetzeslage durch die Einführung der nachträglichen Beitragspflicht in der Kranken- und Pflegeversicherung für Betriebsrenten im Dezember 2023 in einer Nacht- und Nebel-Sitzung des Bundestages. Das Ergebnis war für zahlreiche Menschen ein herber finanzieller Schlag: Leistungen, die über Jahrzehnte angespart wurden, wurden noch einmal kräftig belastet.

    Doch die aktuelle Rentenreform zeigt wenig Lernbereitschaft aus diesem Desaster. „Riester II“ soll eine neue standardisierte, digitale und kostengünstigere Förderform werden, angeblich transparenter und unkomplizierter. Aber die entscheidende Frage bleibt: Wird diesmal verhindert, dass nachträglich neue Belastungen entstehen? Oder wird wieder eine Generation gutgläubiger Sparer zu „Versicherungs-Geschädigten“ gemacht, sobald die politische Kassenlage es verlangt?

    Die Befürchtung vieler Fachleute ist berechtigt: Wer Vertrauen in die private Altersvorsorge zurückgewinnen will, müsste zunächst das Unrecht der Vergangenheit korrigieren. Eine faire Rentenpolitik muss die Mitglieder des DVG rehabilitieren – also die Doppelverbeitragung von Direktversicherungen und Betriebsrenten endlich beenden und   entschädigen. Sonst bleibt jede neue Reform ein Etikettenschwindel, der soziale Sicherheit nur vorschiebt, aber Vertrauen zerstört.

    Gerechtigkeit heißt in diesem Zusammenhang mehr als bloße Reformrhetorik. Sie bedeutet, dass Arbeit, Sparleistung und Verantwortungsbewusstsein im Alter tatsächlich belohnt werden – nicht durch immer neue bürokratische Modelle, sondern durch Verlässlichkeit und klare rechtliche Grenzen gegen nachträgliche Eingriffe.

    Die geplanten Vorschläge zur Rentenreform mögen technisch modern wirken, doch in sozialer Hinsicht drohen sie, ein altes Muster zu wiederholen: Die politische Berechnung steht über der Lebensleistung der Bürger. Das wäre nicht nur eine verpasste Chance, sondern ein moralisches Versagen gegenüber einer ganzen Generation, die ihrer Regierung vertraut und dafür teuer bezahlt hat. Bei Riester I wurde wenigstens im Jahr 2013 die Doppelverbeitrag gestoppt, bei den Direktversicherungen allerdings bis heute nicht. Bei Riester I führte dies aber nicht zu einem Aufschwung, sondern macht deutlich, dass die Versicherten von der Versicherungsindustrie à la Maschmeyer und Co offenbar aufs Kreuz gelegt wurden, wie zahlreiche Expertisen belegen. So waren offenbar die Provisionsleistungen für die Versicherungs-Makler zum Teil höher als die am Ende ausgezahlten Leistungen für die Versicherten.

     

    Der Lumperei übernächstes Kapitel – Riester II, du faules Ei wie Riester I?

    Riester II wird genauso ein faules Ei wie die Erstausgabe – etwa beim Thema Förderanträge für Kinderzuschläge. Dies befürchten jedenfalls zahlreiche Experten. Rister I war schon in der Vergangenheit ein deftiger Schlag, und zwar ins Gesicht der Versicherten. Ein Fallbeispiel zeigt auf, das Riester I schon allein behördlich ein Skandal war – und warnt vehement vor Riester II – denn da sind dieselben Behörden zuständig, die offenbar schon bei Riester I versagt haben.

    In Sachen Überbürokratisierung und offenbarem Betrug am Bürger kam es bei Riester I zu zahlreichen Stilblüten, die skurriler nicht sein könnten, etwa bei der Bezuschussung des Riestervertrags für Kinder. Es wäre am Ende zum Lachen, wenn es nicht so traurig wäre. So konnte es bei Riester I sein, dass ein Makler mit geneigter Gutmütigkeit einen Förderantrag für den oder die Versicherte ausfüllte, der einen Kinderzuschlag beinhaltete. Doch es konnte auch sein, dass diese Zuschläge im Laufe der Jahre ihre Gültigkeit verloren haben.

    Und das kam so: es kam zum Beispiel vor, dass der Makler die einfachen Vornamen der Kinder im Formular eintrug – zusätzlich natürlich mit geforderten Familiennamen, Geburtsort und Wohnort. Da in den Folgejahren der oder die Versicherte selbst die Förderanträge auszufüllen mussten, trug man natürlich genauso die Vornamen der Kinder ein – allerdings wie in den Personalausweisen vermerkt, also mit Erst-, Zweit- und oder Drittvornamen. Der Versicherungs-Berater hatte beim ersten Antrag offenbar nur den Erstvornamen benannt – ob aus Dummheit, aus Faulheit, oder Gründen der Schnelligkeitsschluderei und / oder schnellen Provisions-Geilheit.

    Die zuständige Bundesbehörde lehnte nun aber den Förderantrag für die Kinder schlichtweg ab, weil für sie die Daten der Anträge nicht übereinstimmten. Diese zuständige Behörde ist die ZfA – die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen, eine Abteilung der Deutschen Rentenversicherung Bund mit Sitz in Brandenburg an der Havel mit knapp 500 Mitarbeitern.

    Die Behörde meinte also allen Ernstes, die Daten für die förderbeantragten Kinder wären nicht identisch, obwohl der erste Vorname in all diesen Jahren immer gleich war! – obwohl der Familienname in all diesen Jahren immer gleich war!! obwohl der Geburtsort immer gleich war!!! – obwohl das Geburtsdatum der Kinder immer gleich war!!!! und obwohl der Wohnort und die Wohnadresse immer gleich und identisch waren!!!!! – es konnten also nur dieselben Kinder sein – keine anderen!!!!!!

    Aber die Behörde behauptete steif und fest, dass es sich (datentechnisch) nicht dieselben Kinder handeln konnte und verweigerte schlichtweg den Zuschuss von jeweils 300 Euro im Jahr – mithin bei drei Kindern 900 Euro. Im Laufe von 18 Jahren wurden dann die Kinder anerkannt – dann wieder nicht, wahrscheinlich je nach update im Computerprogramm. Es blieb – wie bei Riester II ja allgemein – alles höchst undurchsichtig.

    Die Behörde ließ trotz Einspruch nicht mit sich Reden und korrigierte ihr Fehlverhalten nicht. Selbst nachdem der Versicherungsombudsmann in Berlin (übrigens ein Verein namens www.versicherungsombudmann.de, aktuell eine Ombudsfrau im Übrigen) eingeschaltet wurde, entschied dieser gegen die Familie – wohl deswegen, weil er eine Lawine an Einsprüchen und Arbeitsaufwand auf sich (und seine MitarbeiterInnen) zukommen sah. Der in diesem Falle der besagten Familie/Vertragsnehmerin entstand durch die Behörde ein Schaden von weit über 5500 €, wohingegen sich damit ein Riestervertrag ohne durchgängige Kinderförderbeträge gar nicht lohnt. Nur eben für die Versicherungswirtschaft, von deren Makler die Familie allerdings keinerlei Hilfe mehr bekam.

    Verbraucherschutzorganisationen sagen bereits, dass dies ein schwerwiegender Betrugsfall am Bürger darstelle und dass man dabei drei Dinge überlegen sollte:

    1. ist die Gefahr nicht groß, dass dies bei Riester II nicht genau der gleiche Schmu wird.

     

    1. Sollte in Zeiten der Digitalisierung die ZfA nicht einfach abgewickelt werden – mit ihrem Gehabe und vermeintlich betrügerischen Vorgehen pervertiert sie ja jegliche Digitalisierung in einer behördlichen Verwaltung. Weg mit der ZfA – die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen – Einsparung von 500 Dienststellen nebst opulenter Beamten-Pensionen. Denn gemäß Berliner Modell ist zwar jeder beschäftigt, aber nix ist geschafft – außer die Bürger drangsaliert und betrogen. Ein Kind mit Name, Geburtsdatum und Geburtsort bleibt immer gleich – iiiiimmmmmer und eeeeeeeeeewig. Diese Behörde hoffentlich nicht.

     

    1. Sollte nicht auch der Verein des Versicherungsombudsmanns nicht einfach gelöscht werden – weil einen Sinn ergeben beide keinen – außer, dass sich der Bürger / die Bürgerin jahrelang aufregt und um mehrere tausend Euro geprellt wird, die im Laufe der Jahre – im Falle der Riesterbeiträge – lieber in einen jährlichen Familien-Urlaub investiert hätte – der aber für die Riesterbeiträge draufging. Der Urlaub hätte schönere Lebenserinnerungen hinterlassen als diesen jahrelangen Ärger und Brass.

    Hintergrund zur ominösen ZfA:

    Die ZfA – die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen ist eine Abteilung der Deutschen Rentenversicherung Bund mit Sitz in Brandenburg an der Havel. Mitarbeiterzahl: 470.

    • Funktion: Sie agiert als zentrale Stelle im Wege der Organleihe für das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt), welches die Fachaufsicht führt.
    • Zuständigkeit: Die ZfA bearbeitet die Anträge auf Riester-Zulagen (Grund- und Kinderzulage), die in der Regel über den privaten Anbieter (Bank, Versicherung) eingereicht werden.
    • Kinderzulage: Diese wird für Kinder gezahlt, für die Kindergeld bezogen wird (300 €/Jahr für ab 2008 geborene Kinder, 185 €/Jahr für ältere).

    Die ZfA berechnet die Zulagen und schreibt sie dem jeweiligen Riester-Vertrag gut – oder auch nicht.

    Text: Thomas Kießling

    Redaktion: Andreas Reich

    Foto: pixabay

  • Klingbeil lehnt höheren Steuerzuschuss ab

    Klingbeil lehnt höheren Steuerzuschuss ab

    Text: Reinhold Birth, DVG                                      Bild; gettyimages

     

    Klingbeil lehnt höheren Steuerzuschuss ab

    Schreibt u.a. das Handelsblatt … “der ist ja lustig, redet von Steuerzuschuss und weiß genau, dass es über einen Griff in fremde Hosentaschen (der Beitragszahler der gesetzlichen Krankenversicherung, wie der Arbeitgeber) ist”.

    Die Arbeitskosten sind doch in Deutschland durch die verfehlte Energiepolitik schon so hoch, dass immer mehr Arbeitsplätze ins Ausland verlagert werden. Zwischen 2021-23 waren es 71000 – ich will es natürlich nicht zu „schwarz“ sehen, aber könnt ihr euch eine Stadt wie Stuttgart oder Wolfsburg ohne Mercedes oder VW vorstellen?

    Das muss man sich mal vorstellen ein Sozialdemokrat, der sich gern auf Willy Brandt beruft beschleunigt diesen Zustand.

    Dabei geht es genauso um die unveränderte Verbeitragung der Betrieblichen Altersvorsorge, die sein Altkanzler O. Scholz noch versprochen hatte, abzuschaffen. Daran wird er immer wieder erinnert, aber versteht nicht und die SPD sackt immer weiter nach unten – das ist tragisch.  Trotzdem ist die SPD immer noch tonangebend im Bundestag vertreten und das liegt wahrscheinlich auch an einigen von uns, die wissen, dass Ihnen von dem Ersparten 1/5tel abgezogen wird bzw. nur 80% ihrer Sparbeiträge bei der Sparkasse oder Versicherung ankommen.

    Das gleicht aktuell auch nicht der Arbeitgeberzuschuss von 15% aus – wir sprechen hier von gesetzlich verordneter Kapitalvernichtung sehenden Auges.

    Es ist zwar kalter Kaffee, aber Altkanzler Scholz hat den „Mist“ (wie er selber sagte) von Rot/Grün in 2003/4 erkannt und wies mehrfach auf das SPD Wahlprogramm hin, er versprach öffentlich Besserung, wie bei der Fragestunde im Deutschen Bundestag am 25. Januar 2023 von Mathias Birkwald: „Sie können sich darauf verlassen, wir werden auch mit Lösungen arbeiten“. Auf die Nachfrage, ob denn schon konkret Schritte eingeleitet wurden, gab es nur Ausflüchte. Wir wissen, dass in den darauffolgenden 2 Jahren nichts passiert und die Ampel am Ende gescheitert ist – Lars Klingbeil war damals SPD-Generalsekretär.

    Diese Ignoranz, Unentschlossenheit und Nichterkennen und unmoralische Haltung entspricht nicht den christlichen Werten, die eigentlich unsere Grundwerte sind. Wenn diese Parteien das nicht verstehen, müssen sie mit Konsequenzen rechnen – so ist das in einer demokratischen Gesellschaft und wer das nicht versteht, wird abgewählt.

    Aber langsam reicht es, zu hören, dass sie uns ja verstehen, aber  wegen leerer Kassen nichts tun können. Hören wir also auf, diesen Parteien hinterherzulaufen und „reden nicht mehr um den heißen Brei herum“. Wir können das ändern, denn 40 % der Wahlberechtigten sind älter als 60 – von einer solchen Mehrheit wird doch heute nur noch geträumt. 41 Parteien haben sich 2025 um einen Sitz im Bundestag beworben und Veränderungen sind möglich, wenn wir das wollen – das haben wir zum Beispiel jüngst in Ungarn gesehen. Die Linken haben uns mit Mathias Birkwald unterstützt und wir wissen, dass z.B. die Freien Wähler die Abschaffung in Ihrem Wahlprogramm hat – auch kennen wir den nicht umgesetzten Parteitagsbeschluss der CDU, aber eines muss klar sein: die DVG ist eigenständig und neutral jeder kann ihr Durchsetzung ihrer Forderungen helfen. Alle Parteien haben alle die Möglichkeit dazu – auch eine Rentnerpartei, die jüngst die Rückerstattung von 240 Mrd. € versicherungsfremder Leistung beim Bundesverfassungsgericht eingefordert hat – vielleicht wird diese Beschwerde nicht angenommen, aber sie ist eine Wertschätzung der Rentner und deren Leistung und Vertrauen in die Rechtmäßigkeit.

    In  dem Film „Der Club der toten Dichter“ wird den aufstrebenden jungen Leuten beigebracht: Nutze den Tag Carpe Diem“ – Wir haben es in der Hand.

  • Ist Deutschland nicht auch ein bisschen Orban?

    Ist Deutschland nicht auch ein bisschen Orban?

    Text: Michael Rahnefeld                  Foto: Pixabey

    Liebe Mitglieder in den Regionalgruppen Alb-Fils-Neckar-Rems und Stuttgart. Möchte heute noch einmal darauf hinweisen, dass am kommenden Samstag, 18 April, ab 14 Uhr im H4-Hotel in Kassel die Hauptversammlung von DVG stattfindet. Die offiziellen Einladungen dazu sind von der Vorstandschaft per E-Mail bzw. Newsletter verschickt worden. Wenn für euch irgendwie machbar und möglich, dann kommt. Von einigen Mitgliedern weiß ich, dass sie dabei sein werden. Es ist wichtig, die Geschicke unseres Vereins mitzubestimmen, der zumindest mit dem Freibetrag einen kleinen Schritt zur Verbesserung unserer Situation erreicht hat. Künftig wird sich Verein neu ausrichten, die Einzelheiten dazu werden in Kassel erläutert. Unser Verein behält zudem ununterbrochen die Politik im Auge, wobei wir dabei sehr kritisch hinschauen. Zu oft wurden wir schon belogen und betrogen.

    Im aktuellen Blick auf den Wahlausgang in Ungarn stellt sich für mich daher die Frage, ist Deutschland nicht auch ein klein wenig Orban? Statt auf den Demokratieverfall, die Korruption und illiberale Entwicklungen in europäischen Nachbarländern zu schauen, sollten wir uns hierzulande umsehen. Und da komme ich zum Schluss: Deutschland ist auch ein bisschen Orban. Es fängt damit an, dass wir – und damit meine ich eigentlich die gesamte Gesellschaft – von den beiden Kanzlern Scholz und Merz nur belogen und betrogen wurden und werden. Schaut man in den Bereich Korruption, dann fallen einem zunächst dubiose Cum-Ex-Geschäfte ins Auge und seltsame millionenschwere Maskendeals ganz abgesehen von kleineren Dingen, die mehr oder weniger unter der Decke bleiben. Dass solche Dinge nicht ordentlich aufgedeckt und strafrechtlich verfolgt werden, ist eigentlich einer Demokratie unwürdig. Einfaches Vergessen führt bei uns im Prinzip zu Immunität. 

    Dass sich Spitzenpolitiker einer deutschen Rechtspartei auf Freundschaftspartys in Moskau rumtreiben, konservative Politiker im Europaparlament totalitäre Staaten unterstützen, dass brisante politische Informationen an Länder durchgestochen werden, die uns nicht wohlgesonnen sind, das sind schon Orban-Verhältnisse. Eine Wirtschaftsministerin, die sich als treue Vasallin ihrer früheren Arbeitgeber in der Energiewirtschaft sieht und für diese eine gegen die Bürger gerichtete Lobby-Politik betreibt, ein Finanzminister, der sich weigert die 12 Milliarden an Gesundheitsausgaben für Bürgerhilfe aus dem Bundeshaushalt zu berappen und diese Mittel einseitig den gesetzlich Versicherten aufbürdet – Beamte und Politiker sind fein raus –, dazu Haushaltstricksereien mit dem Sondervermögen praktiziert, indem man Gelder dorthin verschiebt, wo sich Löcher auftun, aber Milliarden über Milliarden, die an Steuern hinterzogen werden, einfach nicht aufspüren will, das alles erinnert doch auch wieder an ein System Orban. 

    Abgesehen davon, dass auch bei uns höchstrichterliche Ämter durch die Parteien besetzt werden, genauso wie die Leitungen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Die Justizminister haben teilweise Weisungsrecht in der Justiz, also mit vollkommener Unabhängigkeit der Gerichtsbarkeit in diesem unserem Land ist es da nicht weit her. Und wie Regierungen einfach Verträge brechen können, ohne dafür von der Rechtsprechung zurückgepfiffen zu werden, das haben wir ja teilweise alle selbst erlebt. Also, um es kurz zu machen: Wir sind froh, dass ein System Orban in Ungarn durch das Wahlvolk sein Ende gefunden hat, wobei wir aber noch nicht sicher sein können, ob das dann dort auch alles wieder in etwas geordnetere Bahnen gelenkt wird. Wir aber sollten sehr wachsam sein, welche Entwicklungen sich in unserem sogenannten „Rechtsstaat“ breit machen. Es riecht förmlich nach Orban. 

    In diesem Sinne – hoffe, ein paar von euch in Kassel zu sehen. Kämpft weiter und seid wachsam. 

    Liebe Grüße 

    Michael Rahnefeld

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