Category: Allgemein

  • “Pink-Westen” protestieren in Erfurt

    “Pink-Westen” protestieren in Erfurt

    ERFURT  Zum ersten Mal gehen am Samstag bundesweit zeitgleich Direktversicherungsbeschädigte auf die Straße – auch in Erfurt. Wir beantworten dazu die wichtigsten Fragen.

    Sibylle Göbel, 22.10.2019, 05:29

    Einen Tag vor der Landtagswahl in Thüringen gehen am Samstag bundesweit sogenannte Direktversicherungsgeschädigte auf die Straße – ab 11 Uhr auch in Erfurt. Sie wehren sich dagegen, dass der Staat sie aus ihrer Sicht um einen Teil ihrer Ersparnisse bringt, indem sie knapp 20 Prozent des Auszahlungsbetrages ihrer Direktversicherung an die Krankenkassen entrichten müssen. Als besonders ärgerlich empfinden es Betroffene dabei, dass mit dem 2003 von Rot-Grün verabschiedeten Gesundheitsmodernisierungsgesetz beschlossen wurde, diese Regelung rückwirkend auch auf alle davor abgeschlossene Policen anzuwenden.

    Infolge dieser Doppelverbeitragung, wie sie Experten nennen, bleiben den Versicherten von jedem angesparten Euro nur rund 80 Cent. Das gilt auch für Arbeitnehmer, die die Prämien für ihre Altersvorsorge vom Nettolohn beglichen und bereits Sozialabgaben gezahlt haben.

    Stopp der Doppelverbeitragung

    An die Seite der Thüringer Direktversicherungsgeschädigten wollen sich am Samstag in Erfurt neben Sozialverbänden auch Landespolitiker stellen: Zuerst hatte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) seine Teilnahme am Protest der Pink-Westen zugesagt, inzwischen kündigte auch SPD-Spitzenkandidat Wolfgang Tiefensee eine Rede an. Gerhard Kiesewetter, Bundesvorsitzender des Vereins der Direktversicherungsgeschädigten, hat daraufhin seine Teilnahme an der Demo in Dortmund ab- und dafür die an der Protestaktion in Erfurt zugesagt.

    Der Verein fordert mit Blick auf die milliardenschweren Rücklagen der Krankenkassen einen sofortigen Stopp der Doppelverbeitragung und eine Entschädigung der Versicherten, denen seit 2004 die Sanierung des Gesundheitsfonds aufgebürdet wurde.

    Die wichtigsten Fragen und Antworten

    Neben Dresden, Hannover, Halle, Kassel, Karlsruhe, München und vielen anderen Städten ist auch Erfurt Ort des Aktionstages.

    Wann und wo treffen sich die Teilnehmer der Protestaktion?

    Treffpunkt ist um 10.45 Uhr an den Domstufen auf dem Domplatz in Erfurt. Start ist um 11 Uhr, das Ende der Demo ist für 13 Uhr geplant. Der Protestzug führt vom Domplatz über den Fischmarkt und Anger bis zur Staatskanzlei. Vor dem Start erhalten alle Teilnehmer eine pinkfarbene Weste – das äußere Zeichen der Bewegung.

    Wer kann an der Demonstration teilnehmen?

    Jeder, der selbst betroffen ist oder nach Erreichen des Rentenalters betroffen sein wird und natürlich auch jeder, der das Anliegen unterstützen will. Wer dabei sein will, wird gebeten, dies vorab per E-Mail an oder zu signalisieren. Aber natürlich sind auch Kurzentschlossene willkommen.

    Wer ist der Veranstalter der Demos?

    Der Verein für Direktversicherungsgeschädigte, der sich 2015 gegründet hat und inzwischen bundesweit mehrere tausend Mitglieder zählt. In Thüringen wird derzeit die Gründung einer Regionalgruppe vorbereitet. An einem ersten informellen Treffen am 9. August in Oberweimar nahmen zirka 130 Interessierte aus ganz Thüringen teil.

    Worum geht es bei der Protestaktion, was ist das Anliegen?

    Wenn Direktversicherte aus dem Berufsleben ausscheiden, müssen sie fast ein Fünftel der Auszahlungen aus ihrer Direktversicherung oder Betriebsrente an die Krankenkassen abführen. Auch Direktversicherte, die bereits in der Einzahlphase Sozialbeiträge entrichteten, haben dann den vollen Beitragssatz, sprich: den Arbeitnehmer- und den Arbeitgeberanteil, plus Zusatz- und Pflegebeitrag abzuführen. Diesen Zugriff auf die Altersvorsorge prangert der Verein der Direktversicherungsgeschädigten an und fordert ein Ende der Doppelverbeitragung. Dar-über hinaus setzt er sich für eine finanzielle Entschädigung aller ein, die seit 2004 zahlen mussten, ihre Policen aber lange vorher abgeschlossen haben.

    Warum wird das als ungerecht empfunden?

    Weil mit dem 2003 verabschiedeten Gesundheitsmodernisierungsgesetz nachträglich und ohne Bestandsschutz in die bestehenden Versicherungsverträge eingegriffen wurde. Das heißt, rückwirkend und einseitig wurden die Konditionen geändert, um die zu diesem Zeitpunkt klammen Sozialkassen wieder zu füllen. Das empfinden die Betroffenen auch deshalb als empörend, weil die Politik immer wieder betont, wie wichtig es ist, neben der gesetzlichen Rente auch privat und betrieblich für das Alter vorzusorgen. Und auch, weil Privatversicherte anders als gesetzlich Versicherte nicht zur Kasse gebeten werden. Hätten die Direktversicherten zudem das Geld privat statt in einer Direktversicherung angelegt, müssten sie auf den Auszahlbetrag keine Sozialbeiträge entrichten.

    Wie viele Direktversicherte sind betroffen?

    Nach Angaben des Vereins der Direktversicherungsgeschädigten mindestens 6,3 Millionen Menschen. Etliche davon haben zudem mehrere Policen.

    Haben denn Betroffene nicht schon gegen diese Regelung geklagt?

    Doch. Aber bisher ohne Erfolg. Die Gerichte schmettern Klagen in allen Instanzen ab.

    Was sagen die im Bundestag vertretenen Parteien?

    Die erste Fraktion, die sich für eine Änderung des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes stark gemacht hat, war die Linke. Inzwischen sind aber alle Parteien für eine Korrektur, weil sie erkannt haben, dass durch ein solches Gesetz das Vertrauen in die Politik Schaden genommen hat. Viele Betroffene haben sich geschworen, keine der Parteien, die das Gesetz damals beschlossen haben – Rot-Grün unter Gerhard Schröder (SPD) mit den Stimmen der Union – wieder zu wählen, wenn sich nichts ändert. Vor allem in der Union aber bestehen unterschiedliche Lager: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zum Beispiel erst im Frühjahr wieder gesagt, dass sie keine Möglichkeit für eine Korrektur sieht. Zudem gibt es Bundestagsabgeordnete der Union – darunter der Eichsfelder Manfred Grund – die sagen: Die Generation der Rentner erkrankt häufiger und länger und nimmt dadurch die Krankenkassen viel mehr in Anspruch als Jüngere – folglich sollte auch ihr Anteil an der Finanzierung der Leistungen entsprechend höher sein.

    Diskutiert wird von der Politik derzeit eine Halbierung des Beitragssatzes ab 2020.

    Warum ist das Thema im Moment so aktuell? Das Problem besteht doch schon seit 2004.

    Zum einen natürlich, weil immer mehr Betroffene das Rentenalter erreichen und oft erst zu diesem Zeitpunkt erfahren, was auf sie zukommt. Denn in den Standmitteilungen der Versicherer steht kein Wort davon, dass die Beiträge an die Krankenkassen fällig werden. Zum anderen, weil sich gerade ein Zeitfenster für eine Änderung geöffnet hat, das sich aber rasch wieder schließen könnte.

    Warum könnte sich dieses Zeitfenster wieder schließen?

    Die Krankenkassen haben zwar Rücklagen in Milliardenhöhe angespart, so dass nicht der Steuerzahler dafür gerade stehen müsste, wenn die Direktversicherten entlastet werden. Aber andererseits haben die Krankenkassen erst vor wenigen Tagen höhere Beiträge von 2020 an in Aussicht gestellt, weil teure Reformen, die die Bundesregierung auf den Weg gebracht hat, bezahlt werden müssten. Überdies könnten sich die schwächelnde Konjunktur und der damit einhergehende Rückgang der Anzahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter negativ auswirken.

    Aber hatte nicht jüngst erst Bundesfinanzminister Olaf Scholz versprochen, dass sich etwas tut?

    Ja, der Minister war während der SPD-Kandidatenkür mehrfach auf dieses Thema angesprochen worden und hatte dabei die Gesetzesänderung von 2003 kritisiert. Sie sei, sagte er, ein Fehler, weil die Direktversicherten mit der rückwirkenden Änderung ge- und enttäuscht worden seien. Scholz scheint bewusst zu sein, dass die Politik durch diese Regelung viel Vertrauen verspielt hat. Ob sich Scholz aber in der Koalition durchsetzen kann, ist fraglich. Nach Berechnungen des Vereins der Direktversicherungsgeschädigten wurden in den Jahren 2004 bis 2018 etwa acht bis elf Milliarden Euro eingenommen.

    Welche Folgen könnte es haben, wenn es nicht zu einer Korrektur kommt?

    Der Frust wird wachsen. Und immer mehr Arbeitnehmer werden sich fragen, weshalb sie eine betriebliche Altersvorsorge als drittes Standbein aufbauen sollen. Denn wenn die Rendite gleich null ist und die Betriebsrente ein Minus-Geschäft, fehlen schlicht Argumente dafür.

    Foto: Sebastian Kahnert/dpa

  • Gesammeltes Wissen in der ownCloud

    Gesammeltes Wissen in der ownCloud

    In „ownCloud“ ist auf der neuen Homepage alles archiviert, was der DVG an Wissen gesammelt hat. Nur Mitglieder können darauf zugreifen – und dafür haben sie vom DVG einen Benutzernamen und ein Passwort bekommen.

    Jedes Mitglied kann sich jederzeit bequem über den Link auf der Homepage – das ist das kleine Festplatten-Symbol links oben – in die ownCloud einwählen und in Vorlagen, Mustertexten, Protokollen,  Analysen und Urteilstexten stöbern. Benutzername ist “DVG”, das Passwort (galt bislang für den internen Bereich und ownCloud) hat jedes Mitglied bekommen.

    OwnCloud zu wenig genutzt

    Bislang nutzen diesen Service viel zu wenige – schade. Denn ownCloud ist noch weit mehr als nur ein Archiv. Mitglieder können auch Texte und Bilder hochladen, so dass sie für alle innerhalb des Vereins erreichbar sind, denn ownCloud ist eine Datei-Synchronisationslösung. OwnCloud ist ein geschützter Raum für den Austausch innerhalb des Vereins, Wissensdatenbank und Nachschlagewerk. Hier der Link, wer nicht über das Icon auf der DVG-Homepage gehen will: https://dvg-ev.owncube.com/

    Gelebte Digitalisierung

    Wer mehr über ownCloud erfahren will, besucht am besten die Homepage von owncloud. OwnCloud ist eine „offene Plattform für die digitale Zusammenarbeit“. Das schöne daran, der Nutzer, sprich wir als DVG, bestimmen selbst, welche Daten in die Cloud verlagert werden – und können auch ganz besonders sensible Daten für bestimmte Gruppen wie den Vorstand reservieren.

  • Demo am 26. Oktober gegen Abzocke

    Demo am 26. Oktober gegen Abzocke

    Schluss mit der Abzocke! Deswegen unsere Demo am 26. Oktober. Tausende gehen auf die Straße. Wo und wann wir uns treffen. Von Bayreuth bis Wiesbaden, von Erfurt bis Karlsruhe demonstrieren Betroffene gegen das Unrecht der doppelten Krankenkassenbeiträge auf Betriebsrenten und Direktversicherungen. Veranstalter ist der Verein für Direktversicherungsgeschädigte, der seit 2015 den staatlichen Zugriff auf die Ersparnisse aus privater und betrieblicher Altersvorsorge anprangert.

    Hier die

    Übersicht, wo und wann wir uns treffen

    einschließlich Ansprechpartner, falls es Fragen gibt.

    Demo gegen Abzocke

    Fast ein Fünftel der Auszahlungen müssen die Rentenbezieher an die Krankenkassen abführen, wenn sie aus dem Berufsleben ausscheiden. Besonders hart trifft es Altersvorsorger mit Verträgen, die vor 2004 abgeschlossen wurden. Die Krankenkassen fordern von ihnen den vollen Beitragssatz, sprich Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil, plus Zusatz- und Pflegebeitrag – egal, ob es dabei um eine Kapitalzahlung oder eine monatliche Rente geht. Das gilt auch für Direktversicherte, die in der Einzahlphase bereits Sozialbeiträge abgeführt haben. Der Klageweg ist den Betroffenen durch das Bundessozialgericht versperrt, denn der institutionelle Rahmen des Betriebsrentenrechts werde erst dann verlassen – so das BSG –, wenn der Arbeitnehmer in die Stellung des Versicherungsnehmers einrückt. Dies ist bis auf Weiteres der einzige Weg, der Beitragspflicht zu entgehen.

    Sechs Millionen Betroffene

    Potenziell betroffen sind rund sechs Millionen Direktversicherte, die sich im DVG e.V. organisiert haben und am 26. Oktober ihren Forderungen auf den Straßen Nachdruck verleihen: Sie verlangen einen Stopp der Doppelverbeitragung und Entschädigungslösungen bei den Direktversicherungen, in die mit dem sog. Gesundheits-Modernisierungs-Gesetz 2004 nachträglich und ohne Bestandsschutz eingegriffen wurde. Eine Demo mit anschließender Kundgebung wird u.a. vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe stattfinden. Die Auftaktdemo findet bereits am 24.10. um 14:00 Uhr in Dresden statt. Alle Veranstaltungen sind auf www.dvg-ev.org und in allen sozialen Medien abrufbar.

    Unterstützung von Sozialverbänden

    Etliche Sozialverbände haben sich mit den Protesten solidarisiert. Entsprechende Petitionen wurden bereits von mehr als 10.000 Unterstützern signiert. Denn der Klageweg ist den Betroffenen versperrt. Die Veranstalter wollen am 26.10. Politik und Öffentlichkeit aufrütteln. Sie fordern Entschädigungen und den Mut zur politischen Neugestaltung einer nachhaltigen und vertrauenswürdigen Altersvorsorge, damit Altersarmut für nachfolgende Generationen vermieden werden kann.

  • Nachdenken über die Rente mit 70

    Nachdenken über die Rente mit 70

    Müssen die Jungen künftig bis 70 arbeiten und 24 Prozent Rentenbeiträge zahlen? Die Bundesbank meint, dass wir langfristig nicht umhin können, die doppelte Haltelinie der gegenwärtigen großen Koalition zu überdenken. Die Rente mit 70 – keine Utopie.

    Momentan noch gilt das Versprechen der doppelten Haltelinie: Das Rentenniveau der gesetzlichen Rente darf bis 2025 nicht unter 48 Prozent fallen und die Rentenbeiträge nicht über 20 Prozent steigen. Das mag bis 2025 funktionieren, danach allerdings nicht mehr. Ab 2025 geht die geburtenstarken Babyboomer-Generation in Rente – und das sind ganz viele. Der Jahrgang 1964 war mit 1,36 Millionen „Lebendgeborenen“ der stärkste überhaupt. Die Welle ebbte erst Ende der 60er-Jahre ab.

    Rente mit 70

    Das Rentensystem muss dringend reformiert werden. Eine Analyse der Deutschen Bundesbank zeigt klar auf, dass die Stellschraube „Rentenalter“ nicht länger tabu sein darf. Parallel dazu muss die betriebliche und private Altersvorsorge gestärkt werden. Zurzeit macht die Bundesregierung leider genau das Gegenteil, in dem sie alle schröpft, die privat oder betrieblich fürs Alter vorsorgen.

    Ab 2025 fällt Haltelinie

    Sollte es in nächster Zeit zu keinen Reformen und nicht zu einer Stärkung der betrieblichen und privaten Altersvorsorge kommen, „droht die gesetzliche Rente der „Welt“ zufolge „in einen finanziellen Abgrund zu schlittern“. Das Fazit der Experten: Nur eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters könne verhindern, dass die Rentenfinanzierung völlig aus dem Ruder läuft.

    Wenn ab 2025 die doppelte Haltelinie fällt, dann geht es beim Rentenniveau weiter bergab und beim Rentenbeitrag weiter bergauf. Die Bundesbank sieht den  Beitragssatz bis Mitte der 30er-Jahre von derzeit 18,5 bis 19 Prozent (je nach Kasse)  der Deutschen Bundesbank zufolge auf rund 24 Prozent steigen müssen, bis 2070 sogar auf etwa 26 Prozent. Schlecht für die Arbeitnehmer, denn ihnen bleibt weniger netto vom Brutto. Dabei ist Deutschland heute schon das Land mit den zweithöchsten Abzügen.

    Der Bundesverband der Verbraucherzentralen fordert eine grundlegende Reform der Altersvorsorge. Denn Die Riester-Rente ist Murks; die betriebliche Altersvorsorge wird wegen doppelter Krankenkassenbeiträge zum Minus-Geschäft für die Arbeitnehmer. Der Verband schlägt ein einfaches, kostengünstiges und renditestarkes Standardprodukt nach schwedischem Vorbild vor.

  • DVG-Demo auch in Karlsruhe

    DVG-Demo auch in Karlsruhe

    Am 26. Oktober 2019 findet in vielen deutschen Städten eine DVG-Demo gegen die Doppelverbeitragung auf Direktversicherungen und Betriebsrenten statt. Von Bayreuth bis Wiesbaden, von Dresden bis Karlsruhe demonstrieren Betroffene dagegen.

    Veranstalter ist der Verein für Direktversicherungsgeschädigte, der seit 2015 den staatlichen Zugriff auf die Ersparnisse aus privater und betrieblicher Altersvorsorge anprangert. Fast ein Fünftel der Auszahlungen müssen die Rentenbezieher an die Krankenkassen abführen, wenn sie aus dem Berufsleben ausscheiden.

    Besonders hart trifft es Altersvorsorger mit Verträgen, die vor 2004 abgeschlossen wurden. Die Krankenkassen fordern von ihnen den vollen Beitragssatz, sprich Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil, plus Zusatz- und Pflegebeitrag – egal, ob es dabei um eine Kapitalzahlung oder eine monatliche Rente geht.

    Das gilt auch für Direktversicherte, die in der Einzahlphase bereits Sozialbeiträge abgeführt haben. Der Klageweg ist den Betroffenen durch das Bundessozialgericht versperrt,  denn der institutionelle Rahmen des Betriebsrentenrechts werde erst dann verlassen – so das BSG –, wenn der Arbeitnehmer in die Stellung des Versicherungsnehmers einrückt.
    Dies ist bis auf weiteres der einzige Weg, der Beitragspflicht zu entgehen.

    Potentiell betroffen sind rund sechst  Millionen Direktversicherte, von denen sich viele im DVG e.V. organisiert haben und am 26. Oktober ihren Forderungen auf den Straßen Nachdruck verleihen: Sie verlangen einen Stopp der Doppelverbeitragung und Entschädigungslösungen bei den Direktversicherungen, in die mit dem sog. Gesundheits-Modernisierungs-Gesetz 2004 nachträglich und ohne Bestandsschutz eingegriffen wurde.

    DVG-Demo auch in Karlsruhe

    Eine Demo mit anschließender Kundgebung wird auch vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe stattfinden. Die Auftaktdemo findet bereits am 24. Oktober um 14:00 Uhr in Dresden statt.

    Alle Veranstaltungen sind auf www.dvg-ev.org und in allen sozialen Medien abrufbar. Etliche Sozialverbände haben sich mit den Protesten solidarisiert. Entsprechende Petitionen wurden bereits von mehr als 10.000 Unterstützern signiert.

    Denn der Klageweg ist den Betroffenen versperrt. „Die Veranstalter wollen am 26.10. Politik und Öffentlichkeit aufrütteln“, so Rudi Birkmeyer von der regionalen Gruppe des DVG e. V. „Sie fordern Entschädigungen und den Mut zur politischen Neugestaltung einer nachhaltigen und vertrauenswürdigen Altersvorsorge, damit Altersarmut für nachfolgende Generationen vermieden werden kann“. (red)

  • Bereits erreichte Erfolge – Freie Wähler

    Bereits erreichte Erfolge – Freie Wähler

    Die Freien Wähler unterstützen den DVG – alle Beiträge:

     

     

     

  • 8,4 Millionen Direktversicherungen

    8,4 Millionen Direktversicherungen

    Ende 2018 gab es laut Statistik des Branchenverbands (GDV) rund 8,4 Millionen Direktversicherungsverträge.

    Der Gesamtverband der deutschen Versicherer (GDV) führt regelmäßig Buch und weist für 2018 insgesamt 8,369 Millionen Verträge an Direktversicherungen mit einer versicherten Summe von 237,515 Milliarden Euro. Das sind 3,2 Prozent mehr als 2017. Die Direktversicherten zahlten allein 2018 rund 7,86 Milliarden Euro ein.

    Die Direktversicherung ist eine Kapital-Lebensversicherung, die der Arbeitgeber als Versicherungsnehmer für den Arbeitnehmer abschließt. Letzterer ist der Begünstigte. Dumm allerdings, er kann den Vertrag nicht kündigen – und zahlt in der Rente den vollen Beitragssatz an die Krankenkasse.

    Von 2000 bis 2005 stagnierte die Entwicklung der Versicherungszahlen. Seit 2006 werden es wieder mehr Direktversicherungen, allerdings ist das Wachstum eher moderat. Es spricht sich mittlerweile herum, dass Direktversicherungen ein Minus-Geschäft sind, denn ab Rentenbeginn müssen Direktversicherte den vollen Krankenkassenbeitrag plus Zusatz- und Pflegebeitrag zahlen.

  • Ein Rentenkonto für alle?

    Ein Rentenkonto für alle?

    Wer weiß schon, wie hoch seine Altersvorsorge ausfallen wird? Deswegen soll es ein übergreifendes Rentenkonto geben.

    Zwei von drei Deutschen wissen nicht, wie viel sie im Alter an Geld erwarten dürfen – und schauen dumm aus der Wäsche, wenn sie die Zahlen von Rentenkasse und Lebensversicherung lesen. Es wäre doch transparent, wenn es ein Rentenkonto für jeden Bürger gäbe, wie viel gesetzliche Rente, wie viel von seiner Direktversicherung, von seinem Pensionsfonds oder -kasse sowie von seinem Riester-Renten-Anbieter im Alter erwarten kann. Aber wie realistisch ist ein solches Rentenkonto für alle? In so einem Rentenkonto sollte detailliert drinstehen, wie viel jeder an Altersvorsorgeansprüche zu erwarten hat.

    Die Regierung denkt darüber nach und denkt darüber nach und … hat immer noch keinen konkreten der Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersvorsorge (aba) immer noch keinen Zeitplan für trägerübergreifende Altersvorsorgeinformation. Sie lässt forschen – in dem Abschlussbericht eines diesbezüglichen Forschungsvorhabens sei im April 2019 veröffentlicht worden, darin werde als „ambitioniertes aber realistisches Ziel“ der Start einer Pilotphase innerhalb von zwei bis drei Jahren für möglich gehalten, so die Regierung weiter. Jedoch werde versucht, einen Referentenentwurf für das Vorhaben noch in diesem Jahr auf den Weg zu bringen. Im Herbst soll es eine umfangreiche Expertenanhörung geben – nur, wir haben jetzt Herbst.

  • Rente wird zur Dauerbaustelle

    Rente wird zur Dauerbaustelle

    Riester intransparent, Direktversicherungen unrentabel, gesetzliche Rente armutsgefährdend – Altersvorsorge ist eine Dauerbaustelle.

    In einem Interview mit dem Versicherungsboten hat Ralf Kapschack, zuständiger Berichterstatter im Ausschuss für Arbeit und Soziales für die SPD-Bundestagsfraktion, die Riester-Anbieter kritisiert. „Das Vertrauen in Riester ist ramponiert, nicht zuletzt wegen der hohen Kosten, Provision und der Unübersichtlichkeit der Produkte“, so Kapschack. Riester-Renten werfen wegen der Negativzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) kaum noch etwas ab. Ganz abgesehen davon, dass sie nicht dynamisiert sind.
    Die gesetzliche Rente reicht bei vielen hinten und vorne nicht. Statt aber die private und gesetzliche Altersvorsorge zu stärken, um die Rentenlücke auszugleichen, wirft die große Koalition Altersvorsorgern Knüppel zwischen die Beine.

    Betriebsrente als Lückenfüller?

    Für Kapschack sei die betriebliche Altersversorgung die beste Ergänzung zur gesetzlichen Rente, so der SPD-Politiker. Aber seine Partei war es, die 2004 mit Einführung der Doppelverbeitragung von Direktversicherungen und Pensionsfonds sowie Pensionskassen allen, die eigenverantwortlich fürs Alter vorgesorgt haben, einen Strich durch die Rechnung machten.

    Staatsfonds als Lösung?

    Statt diesen Missgriff rückgängig zu machen, will  Kapschack ein staatliches oder öffentlich-rechtliches Standard-Produkt. Damit der Staat wieder in die Kassen greifen kann, die vorher Bürger aufgefüllt haben, um fürs Alter vorzusorgen. Da wird der Bock zum Gärtner gemacht.

    Wie viel Schindluder die Versicherungsbranche mit Riester treibt, deckte das „Manager Magazin“ auf. Vor allem bei jungen Eltern würden besonders hohe Abschlusskosten kassiert. Die Versicherer kassieren dem Magazin zufolge Kosten für Zahlungen, die oft niemals eingehen, bei den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern ab, weil höhere Zulagen gewährt werden.

  • Wer spart, wird bestraft

    Wer spart, wird bestraft

    Rot-Grün-Schwarz haben alle, die eigenverantwortlich über den Betrieb fürs Alter vorgesorgt haben 2004 schlichtweg enteignet. Seit dem zahlen Altersvorsorger annähernd 20 Prozent an die Krankenkassen. Der DVG will, dass damit Schluss ist und dass es eine Entschädigung gibt. Zum Positionspapier…

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